Ein Museum für 31 000 Hagener

Kultur-Einsparungen. Der Leserbrief des Herrn Gerhardt hat mich weder schockiert noch traurig gemacht, wohl aber zu einem Kopfschütteln veranlasst. Die Stadt New York – unstreitig eine Weltmetropole ersten Ranges – ist Heimstadt von etwa 200 Museen bei einer Bevölkerungszahl von 8,3 Millionen Einwohnern (die 10 Millionen zusätzlich in der Metropolregion lassen wir fairerweise mal raus). Das heißt, dass sich rein rechnerisch 41 500 New Yorker ein Museum teilen müssen.

In Hagen – unstreitig eine kreisfreie Großstadt am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets – befinden sich sechs Museen (Osthaus-Museum, Emil-Schumacher-Museum, LWL-Freilichtmuseum, Stadtmuseum Hagen, Hohenhof, Wasserschloss Werdringen) bei einer Einwohnerzahl von 186 000 Menschen (den Märkischen und Ennepe-Ruhr-Kreis lassen wir fairerweise mal raus). Somit müssen sich rein rechnerisch 31 000 Hagener ein Museum teilen.

Herr Gerhardt äußert die Vermutung, es laufe etwas schief in Hagen. Dem kann man nur zustimmen.


Wen es angesichts solch wenig schöngeistiger Berechnungen schaudert, dem sei ein Blick in die Gemeindeordnung empfohlen: Der Sparkommissar inkl. Entmachtung des Rates ist kein Schauermärchen, sondern Ultima Ratio der Kommunalaufsicht bei uneinsichtigen Schuldensündern. Und für diesen reichen auch null Museen.