Ein Möbelhaus inszeniert sich

Spötter unken bereits, dass das Möbelhaus Sonneborn lediglich darauf lauere, dass Enervie aus Liquiditätsgründen die attraktive Hauptverwaltung auf Haßley zur Untervermietung freiziehe, um dann in dem gläsernen Kubus seine Sofas und Betten zu präsentieren. Skeptiker wollen hingegen aus den üblich gut informierten Kreisen erfahren haben, dass die Lüdenscheider Wohnspezialisten niemals ernsthaft geplant hätten, sich in Hagen anzusiedeln, sondern lediglich das Grundstück in Autobahnnähe vor dem Zugriff der Konkurrenz blockieren wollten.


Vermutlich ist beides Quatsch. Der Einzige, der darauf eine verlässliche Antwort liefern könnte, wäre Sonneborn-Geschäftsführer Thomas Hollweg. Doch der smarte Unternehmer gibt sich ungefähr so auskunftsfreudig wie der MAD (Militärischer Abschirmdienst).


Irgendwie verständlich: Denn bislang entpuppten sich sämtliche Aussagen als unerfüllte Ankündigungen. 2010 erzählte Hollweg der Politik von 150 Arbeitsplätzen auf 36 000 Quadratmetern Verkaufsfläche zum Weihnachtsgeschäft 2011. Nicht der einzige Termin, der sich inzwischen als Wunschdenken entpuppte. Zuletzt sprach der Möbel-Manager von einem Baubeginn Ende 2014/Anfang 2015, um zum Weihnachtsgeschäft 2015 eröffnen zu können. Passiert ist freilich bis heute nichts, nicht mal ein Bauantrag: Nur der Gebührenzahler hat schon einmal einen Kanalanschluss für 4,7 Millionen Euro spendiert.


Auf vertiefende Nachfragen möchte Hollweg aktuell nicht antworten. Erst nach der Kölner Möbelmesse, die am 25. Januar endet, steht er für Auskünfte bereit, lässt der Sonneborn-Macher mitteilen. Dabei möchte die Öffentlichkeit gar nichts über neue Einrichtungstrends erfahren, sondern nur wissen, ob das Grundstück auf Haßley tatsächlich noch gebraucht wird. Der Mann versteht es zumindest, einen gewaltigen Spannungsbogen zu inszenieren.