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Poetry Slam

Ein moderner Dichter mit Baseballkappe

26.10.2008 | 17:07 Uhr

Hagen. Junge Leute haben mit Gedichten und Literatur nichts mehr zu tun? Von wegen.

Poetry Slam ist ein Dichterwettstreit. Autoren müssen ihre selbstgeschriebenen Texte innerhalb kurzer Zeit einem Publikum vorgetragen, welches dann auch über den Sieger entscheidet. Im Pelmke-Zentrum sind diese Wettstreite mittlerweile ein Publikumsrenner, der Slam am Freitagabend nahm allerdings eine Sonderstellung ein: Hagener Schüler waren aufgefordert, das zu zeigen, was sie kurz zuvor in einem Workshop gelernt hatten: Gedichte auf der Bühne vorzutragen und versuchen, das Publikum damit zu begeistern.  Im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchtage „Leselust” hatte am Fichte-Gymnasium ein Workshops stattgefunden, in dem Schüler alles rund um Live-Literatur auf der Bühne erfuhren. Und zwar von Sebastian23, einem der bekanntesten und erfolgreichsten Poetry Slammer Deutschlands.  Der moderne Dichter ist studierter Philosoph, seit dem Jahr 2003 hat sich der 29-Jährige dem Poetry Slam verschrieben und ist mittlerweile Vize-Weltmeister. „Es geht nicht nur darum, einen guten Text zu schreiben. Man muss ihn auf der Bühne lebendig werden lassen, in dem man seinen Emotionen freien Lauf lässt”, verriet Sebastian23 eines seiner Erfolgsrezepte in der Pelmke.  Seit drei Jahren leitet er unter anderem an Universitäten und Schulen Workshops rund um den Poetry Slam so wie jetzt auch am Fichte. Textarbeit und Performance standen im Vordergrund.  Die 19-jährige Hanna Bahl hatte den Workshop für ihren Deutsch-Leistungskursus vorgeschlagen. Neben der Musik gehört dem Schreiben ihre große Leidenschaft. „Natürlich gab es anfangs im Workshop einige Hemmungen”, erinnerte sich Hanna vor ihrem Auftritt in der Pelmke an die Übungsstunden mit Sebastian23. „Aber dann sind alle aufgetaut.” Und machten sich ans Schreiben.  Allerdings fehlte dem Großteil der 24 Workshop-Teilnehmer am Freitagabend offensichtlich doch der Mut, das Selbstgeschriebene live auf der Bühne vorzutragen: Außer Hanna wagte sich niemand ins Scheinwerferlicht.  Als Fachmann trat Mark Oliver Schuster auf, Katze genannt, der die Poetry Slams regelmäßig in der Pelmke organisiert. Und natürlich auch Sebastian23, lässig gekleidet mit grünem T-Shirt und Baseballkappe. „Es ist Wahnsinn, wie er mit Worten jongliert”, lobte Hanna den Profi-Poeten. Auch Zuschauerin Nerina war begeistert: „Ich hab Sebastian im Fernsehen gesehen. Als ich erfahren hab, dass er in der Pelmke ist, musste ich sofort hier her.”

Rebecca Engelbert

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