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"Dösköppe" pausieren nur...

"Ein halber Demnitz ist ein ganzer Dehm"

20.02.2009 | 17:34 Uhr
"Ein halber Demnitz ist ein ganzer Dehm"

Hagen. Sie selbst bezeichnen sich als „Zwei gar nicht so dösige Parodisten”. Ein schwerer Fall von falscher Bescheidenheit. Witz, Spontaneität, ein gesunder Schuss Selbstironie - und das angenehm oberhalb der Gürtellinie platziert -, mit diesen Eigenschaften haben sie sich über Jahrzehnte etabliert.

Wer das Sanges-Duo „Dösköppe” jemals im heimischen Karneval erlebt hat, der weiß, dass die treffsichere, mit spitzer Zunge formulierte Kritik an lokalen Befindlich- und Merkwürdigkeiten die wahre Stärke des charmanten Pädagogenduos ausmacht. Ein augenzwinkerndes Talent weit abseits jeglicher Dösigkeit. Seit 44 Jahren stehen Karl-Heinz Schäfers und Franz-Martin Neudeck gemeinsam auf den Bühnen von Stadthallen und Festsälen. Umso betrüblicher empfinden es die meisten Hagener Karnevalisten, dass die beiden Musikanten, die einst als Parodisten, später als Zug-Kommentatoren sowie Humor-Ketten-Moderatoren ihren Schalk bewiesen und zu den Höhepunkten eines jeden Prunksitzung-Programms gehören, gerade in der Session ihres närrischen Jubiläums eine Atempause einlegen.

Einer jener gesundheitlichen Schüsse vor den Bug, die den Getroffenen zum selbstkritischen Reflektieren und kurzen Innehalten zwingen, haben Franz-Martin Neudeck dazu veranlasst, sich in diesem Jahr eine Atempause zu gönnen. Und da war es für seinen kongenialen Partner eine Selbstverständlichkeit, auf einen humoristischen Alleingang zu verzichten. Schäfers ohne Neudeck - das ist wie „Dick” ohne „Doof”, wie Prinz ohne Prinzessin. Oder eben wie „Dös” ohne „Kopp”. Doch aus den Köpfen der Karnevalisten sind die „Men in blue” (Markenzeichen: knatschblaues Sakko) längst nicht verschwunden. Und damit das auch so bleibt, haben Neudeck und Schäfers der WESTFALENPOST pünktlich zum närrischen Höhepunkt ein paar Pointen aus ihrem „Arbeitspapier” für die Session 2009 zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

So sollte - natürlich unvermeidlich - der geflüchtete Mentor Prof. Stefan Bajohr sein Fett wegkriegen: „Sag mir wo der Mentor ist, wo ist er geblieben . . ?” wollten die Dösköppe intonieren, um folgende musikalische Antwort gleich hinterherzuschmettern: „Ri-ra-rutsch, wenn's ernst wird, ist er futsch!”

Oder ein Stück Lokalkolorit pur aus dem Schatten der Boeler Kirche: „Er segnet alles kurz und klein - im letzten Jahr weihte er den neuen Edeka-Markt ein”, erinnern die Musikusse an das rührige Tun von Pfarrer Christoph Schneider und leiten daraus die logisch-pfiffige Frage ab: „Muss man nun dort das Sprudelwasser als Weihwasser verschenken?”

Natürlich wäre auch in diesem Jahr ein Dösköppe-Programm ohne Oberbürgermeister-Schelmerei undenkbar gewesen. Ganz oben stand - wie könnte es bei Lehrern auch anders sein - eine mathematische Gleichung an: „OB Demnitz geht - das macht DEM-NI(CH)TZ. Nimmt man NITZ weg, erhält man DE(H)M.” Daraus folgt nach echter Dösköppe-Logik: „Ein halber DEMNITZ ist ein ganzer DEHM!”

„Uns gibt's nur im Doppelpack”, verspricht Karl-Heinz Schäfers auch im Namen seines Freundes für die nächste Session eine Rückkehr der „Dösköppe”: „Mit altem Biss, aber vielleicht ein bisschen weniger Präsenz.” Die Hagener Karnevalisten freuen sich schon heute darauf: „Hagau lo gohn!” und dazu ein gepflegtes „Unser Westfalen lebe hoch” (www.doeskoeppe.de) von der neuen CD.

Martin Weiske

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