Ein Grillfest mit beeindruckenden Geschichten

Hagen-Mitte..  Bei Bratwurst und Nudelsalat bricht das Eis – dachten sich die Mitglieder des Lions Club Hagen Asteria und luden am Samstag kurzerhand knapp 50 syrische Flüchtlinge zu einem Grillfest zum Kennenlernen und Austausch ein.

Nachdem zwei syrisch-deutsche Ärzte im Club zu Gast waren und von der Situation in Syrien berichtet hatten, wurde die Idee geboren. „Wir haben vor ein paar Monaten bereits 2000 Euro für die Flüchtlinge gespendet, wollten nun aber auch unbedingt ein Zeichen setzen und den persönlichen Kontakt suchen“, erzählt Eldina Sommer, Vorsitzende des Lions Clubs Asteria.

Sozialverbände eingebunden

Damit die Einladung zum Grillfest ihre Empfänger auch erreicht, wurden Caritasverband und Diakonie in die Aktion mit eingebunden, da hier der direkte Draht zu den Flüchtlingen bereits vorhanden war.

„Als der Lions Club Asteria auf uns zugekommen ist, haben wir nicht gezögert und uns gerne als Vermittler betätigt“, erläuterte Tatjana Flatt, die bei der Caritas unter anderem für die Koordination der Flüchtlingsarbeit zuständig ist. Darüber hinaus stellte der Verband das Gelände in der Bergstraße zur Verfügung.

So wurden am Samstagnachmittag kurzerhand Pavillons aufgebaut und Tische gestellt für die besonderen Gäste. Zudem warteten Würstchen, Frikadellen, Salate und ein reichhaltiges Kuchenbuffet auf hungrige Abnehmer. „Mit Edeka, Kaufpark, Kamp, Beko, Ikram und Akgündüz hatten wir viele Sponsoren, die ohne zu fragen großzügig gespendet haben“, betont Eldina Sommer.

Bei angenehmen Temperaturen kamen sogleich viele syrische Familien und Einzelpersonen in die Bergstraße. Für die Menschen, die sich zum Teil schon viele Monate hier aufhalten, war es eine willkommene Gelegenheit, sowohl untereinander als auch mit den vielen Helfern vor Ort ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Sprachbarriere war oftmals noch vorhanden, jedoch half Englisch gut weiter. Manche sprechen bereits sehr gut Deutsch. Für diejenigen, bei denen beides nicht der Fall war, reichte zunächst nur ein Wort: „Ahlanwasahlan“. Was soviel bedeutet wie „Herzlich willkommen“.

Probleme scheinen ganz nah

Während die Kinder auf dem Platz spielten und am Buffet langsam Ruhe einkehrte, ergab sich auch Raum zum Erzählen von persönlichen Geschichten und plötzlich schienen Probleme, die aus deutscher Sicht so weit weg sind, sehr nah.

Der 23-jährige Yasin ist vor zwei Jahren von seiner Heimatstadt Hama über Aleppo aus Syrien geflohen und geriet dabei zwischen die Fronten. „Für den Weg, der normalerweise vier Stunden dauert, habe ich zwei Wochen gebraucht“, erzählt er. Seine Frau ist noch in Syrien, hat inzwischen jedoch einen Termin in der deutschen Botschaft in der Türkei – in einem Monat. „Sie muss solange in einer Moschee in Ankara übernachten“, so Yasin weiter.

Der junge Syrer hat inzwischen eine feste Arbeit gefunden und spricht gut Deutsch. Trotzdem steht für ihn fest, dass seine Zukunft nicht hier liegt. „Nach dem Krieg möchte ich zurück in meine Heimat“, betont er.

Unterm Strich war das Grillfest für alle Beteiligten ein voller Erfolg. „Wir haben viele Gespräche geführt und können uns bestimmt vorstellen, das Grillen als Tradition zu etablieren“, zeigte sich Eldina Sommer zufrieden.