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Ein biologischer Bauernhof der ersten Stunde

03.10.2011 | 16:52 Uhr
Ein biologischer Bauernhof der ersten Stunde

Breckerfeld.(OE) Eine große Resonanz fand das 18. Hoffest des „Biohof Osenberg“ in Bossel am Sonntag zum Erntedankfest. Bereits beim Start um 11 Uhr gab es auf der Wiese vor dem Hof so gut wie keinen Parkplatz mehr.

Bedingt durch den frühen Tod seines Vaters musste sich Betriebsinhaber Friedrich-Wilhelm Osenberg nach dem Abschluss seiner landwirtschaftlichen Lehre bei der Hofübernahme im Jahr 1972 die Frage stellen: „Folge ich der Parole: Wachsen oder weichen? Oder suche ich mir einen anderen Weg, um den seit langem im Familienbesitz befindlichen Hof in Bossel zu erhalten?

Sein Vater hatte sich Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entschieden, zum Erhalt des Hofes aus der Enge der Ortslage Bossel heraus an deren Rand einen Neubau mit Wohnhaus und Betriebsgebäude zu errichten. Der junge Bauer entschied sich, den Hof auf der Grundlage eines ökologisch gegründeten Konzeptes zu erhalten.

„Nische in der Landwirtschaft“

Friedrich-Wilhelm Osenberg: „Ich sah darin eine ­Nische in der Landwirtschaft, die mit Hilfe ökologisch denkender Menschen zum Erfolg führen kann.“ Bis heute hat er seinen damaligen Entschluss nicht bereut.

Er liefert die Milch seiner 15 Kühe, die nur Futter des eigenen Hofes und Getreide und Bohnen befreundeter Biobauern fressen, an eine Bio-Molkerei in Gronau. In Mutterkuhhaltung hält er 15 Rinder der Rasse Galloway und sechs Wasserbüffel zur Erzeugung von Rindfleisch, die er unter der Marke „Sauerländer Weidefleisch“ vermarktet.

Am Sonntag kamen die Kunden seines Biohofes in Scharen, um sich von der Familie Osenberg, deren Nachbarn und Freunden bei bestem Wetter mit Erzeugnissen des Hofes und befreundeter Anbieter von Bioprodukten verwöhnen zu lassen: Vom Hof Osenberg stammten die leckeren Spezialitäten vom Gallowayrind (Filetstücke, Steaks, Koteletts), die Obstsäfte aus der Region einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Herdecke, oder die Moselweine. Ein besonderer Leckerbissen waren wieder die in einer Lehmkruste gebackenen „Eschenbraten“ aus dem „Feuerloch“ nahe der Scheune des Hofes.

Die Kinder der Familie Osenberg hatten ihren eigenen Stand: Aus Früchten des Hofgartens hatten sie Marmeladen und Gelees und Apfelmus gekocht. Die Kartoffeln des Hofes der Sorte „Laura“ boten sie in tragbaren Verpackungen an. Dazu verkauften sie Honig eines Breckerfelder Imkers.

Im Rahmenprogramm des Festes gab es für die Kinder eine Strohburg zum Toben, die Möglichkeit zum Reiten auf den drei Pferden des Hofes oder die Kälber im Stall zu streicheln. Andere suchten beim Spaziergang auf der hofnahen Weide den Blick in die freie Landschaft und auf die Weidetiere des Hofes.

DerWesten

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