Ein Atheist trotzt dem Festtagstrubel
22.12.2011 | 22:56 Uhr 2011-12-22T22:56:00+0100
Hagen.Dr. Christian Brücker schmunzelt. „Ich habe sogar einige Bekannte, die mir statt ‘Frohe Weihnachten’ ein ‘Frohes Lichterfest’ wünschen“, erzählt der Hagener. Schließlich hätten schon Perser und Römer in der Weihnachtszeit den Sonnengott Mithras geehrt und zur Wintersonnenwende einen geschmückten Baum ins eigene Heim gestellt. Im Gespräch mit dem 49-Jährigen werden zwei Dinge schnell deutlich: Der Mann hat mit Weihnachten nichts zu tun – und der Mann kennt sich trotzdem bestens damit aus. Denn als Mitglied im Bundes- und Landesvorstand des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) beschäftigt er sich mehr mit Religion als so mancher stramme Kirchgänger.
Dem Trubel kann man sich kaum entziehen
Glühweinbuden, Lichterketten und Adventslieder, die in Kaufhäusern aus den Boxen dröhnen. „Komplett kann man sich diesem Rummel nicht entziehen“, sagt Brücker, „aber man muss zumindest nicht aktiv dran teilnehmen.“ Diesen Leitsatz verfolgt der studierte Physiker und promovierte Mathematiker seit vielen Jahren – ohne das Weihnachtsfest zu verteufeln. „Sicher gibt es auch Atheisten, die die Nase darüber rümpfen. Ich denke aber: Wenn die Menschen so feiern wollen, dann sollen sie. So lange sie mich nicht belästigen.“
Doch auch ein überzeugter Atheist ist nicht als solcher auf die Welt gekommen. Der Vorname Christian lässt es vermuten: Brücker wuchs in einem christlichen Elternhaus auf, ging wie viele Klassenkameraden zur Konfirmation und freute sich über Geschenke, die am Heiligen Abend unterm Baum lagen.
Während die meisten Jugendlichen sich mit anderen Dingen beschäftigten, hinterfragte er schon als junger Mann die Aussagen seiner reformierten Kirche und stellte fest, „dass sie mir irgendwie nicht gefielen.“ Vor allem mit der Lehre, das Schicksal eines jeden Menschen sei vorbestimmt, konnte der Teenager Brücker nichts anfangen.
Also versuchte er sich zunächst bei den Lutheranern und anschließend bei den Altkatholiken – mit einem ähnlichen Ergebnis. „Nach vielem Nachdenken habe ich mich dann gefragt: Was soll das überhaupt?“, erinnert sich der 49-Jährige. „Es gibt Dinge, die weiß man, und Dinge, die weiß man nicht. Im christlichen Glauben ist alles reine Spekulation und vieles sogar Unsinn. Ich bin Atheist.“
Als Wissenschaftler setzt er auf Beweise
Dass sein Interesse an Physik und Mathe bei dieser Entscheidung eine gewisse Rolle spielte, streitet Christian Brücker nicht ab. Wie die meisten Wissenschaftler hält er es eher mit Beweisen denn mit Vermutungen: „Ich sage ja nicht, es gibt keinen Gott. Ich bin vielmehr einer von denen, die sagen: Zeig ihn mir. Das hat noch keiner geschafft. Und so lange es keinem gelingt, glaube ich nicht dran.“
Deshalb besitzt Weihnachten für ihn auch keinen Stellenwert, zumal „das Fest, wie es heute gefeiert wird, mit dem Ursprung ja nichts mehr zu tun hat. Oder wer denkt an die Geburt des Erlösers, wenn er vom Christkind spricht?“ Gegen die „teilweise ganz netten Traditionen“ hat der 49-Jährige indes nichts einzuwenden; schließlich würde eine Woche später ja auch geböllert, was ursprünglich die bösen Geister vertreiben sollte. „Das hält heute niemand mehr für wahr. Sie sehen also: Man kann Traditionen pflegen, ohne daran zu glauben.“
Und wäre er nicht kinderlos – es würde wohl auch im Hause Brücker Weihnachten gefeiert: „Das machen viele Atheisten, dem Nachwuchs zuliebe.“
Er selbst verbringt das Fest übrigens bei seiner Mutter in der Pfalz. Von ihr bekommt Christian Brücker jedes Jahr ein Geschenk, das er auch annimmt. Welcher Sohn – egal, ob Atheist oder Christ – möchte schließlich seine Mutter enttäuschen?
„Sie weiß, dass ich schon lange aus der Kirche ausgetreten bin – und das ist für sie schlimm genug“, erzählt Brücker. „Dass ich aber im Bund der Konfessionslosen und Atheisten bin, habe ich ihr nicht gesagt.“
12:56
Raiser - Im Gegensatz zur religiösen weltsicht behauptet die wissenschaftliche gar nicht alle Antworten zu haben, weil sie in einem Jahrtausende alten Buch stehen, sondern such nach realen Antworten auf die Fragen, die sich noch nicht beantworten kann.
Weihnachten feiere ich, weil ich mit der Familien zusammenkomme und gegen die Dunkelheit im Winter ein Lichtfest veranstelte, nicht als irgendjemandes Geburtstag. Und gute Christenmenschen, wie moderne Chefs alle sind, ist Weichnachtsgeld ja eher selten geworden.
Und nur weil er Dinge leichter macht, ist Ihr Glaube noch nicht dien Wahrheit. Oder die EINZIGE Art, Hoffnung im Leben zu haben.
10:22
natürlich PULITZER und GEPLATZTER.......
19:28
Ein überaus interessanter und informativer Artikel!
Schade, dass er nicht in den USA veröffentlicht wurde - der Purlitzer-Preis wäre sicher!
Freue mich schon auf den nächsten Artikel :Geplatzer Zementsack bei HELLWEG - niemand verletzt!
17:58
Ich bin mir sicher Herr Brücker ist auch nicht in der Lage alle Rätsel der Welt zu erklären. Trotz seines Doktortitels und seiner Physik.
@FrankN.Stein ich muss sie entäuschen, ich bin sicher nicht borniert und ich denke auch nicht das ich eine eingeschränkte Weltsicht habe. Der Glaube ist eine Teil von mir, er macht es mir in einigen Dingen leichter - ganz einfach.
Vieleicht bin ich einfach nicht so oberflächlich wie sie. Ich bin mir sicher, dass sie ansonsten auf alles eine Antwort besitzen, wie Gievelsbiaerger, gut als Artheist durchs Leben kommen. Sicherlich feiern sie auch keine Weihnachten und das Weihnachtsgeld geben sie auch zurück richtig?! Ich wollte sie gerade fragen ob sie an Heilig Abend für mich Dienst machen, ihnen scheint es ja nichts auszumachen. Aber das lasse ich lieber, ich bin lieber für meine Mitmenschen da, wenn sie mich brauchen - und das kommt auch aus meinem Glauben.
Gesegnete Weihnachten
15:31
Raiser01 | #1
Nicht jeder braucht fragwürdige Lebenskrücken !
15:01
Oh Raiser (Komentar 1 ) - was für eine kleine, bornierte, eingeschränkte Weltsicht. Als gäbe es auf der Welt nichts Lebenswertes und Sinngebendes ohne den blinden Glauben an den imaginären Freund im Himmel und ein Nachleben mit Flügeln und Harfe. Trotzdem - Schöne Wintersonnenwende.
10:16
Mein Beileid - ohne Glaube - ohne Hoffnung.
Trotzdem gesegnete Weihnachten!
Ich selbst glaube an Gott, ein höheres Wesen. Dazu brauche ich jedoch keine verlogene Religion. Religionen der Welt, sind die Geißeln der Menschheit. Ohne diese verlogene und Menschen unterdrückende Religionen gäbe es auch weniger Krieg um die Macht der sogenannten Heiligen. Nicht nur die Machtansprüche unter den einzelnen Religionen, sondern Verlogenheit und Habgier, zeichnen alle Religionen aus. Schon ab der Geburt gibt es eine Art Gehirnwäsche, die die jeweilige Religion den Menschen eintrichtert. Deshalb befreit euch von diesen Machenschaften, werdet freie Menschen und glaubt an Gott, ohne Beeinflussung.