Ein Abend, drei Uraufführungen
05.03.2009 | 17:58 Uhr 2009-03-05T17:58:00+0100
Hagen. Etwas Besonders hat sich Ricardo Fernando, Ballettchef am Hagener Theater, für seinen nächsten Tanzabend ausgedacht. In der Produktion „Three Faces” bekommt das Publikum an einem Abend drei Uraufführungen von drei Choreografen zu sehen.
Die Premiere ist am morgigen Samstag (6. März) um 19.30 Uhr im Theater.
Es ist das erste Mal seit seiner fünfjährigen Tätigkeit am Theater, dass Fernando zwei Gastchoreografien mit einer eigenen Komposition auf die Bühne bringt. „Man muss immer auf der Suche nach etwas Neuem bleiben, große Schritte wagen. Das wird ein wertvoller Abend”, begründet Fernando seinen Schritt. Das Philharmonische Orchester begleitet den Abend durchgehend.
Den Anfang macht der Brasilianer Henrique Talmah mit seinem Stück „L.v.B. 721”. Der kompliziert anmutende Titel - und damit auch die Bedeutung des Stücks - ist leicht erklärt: Er setzt sich aus den Initialen Beethovens zusammen; die Zahlen stehen für die 7., 2., und 1. Sinfonie des Komponisten. Talmah zeigt daran anknüpfend eine getanzte Hommage an Beethoven, das „Symbol der westlichen Musik”. In zeitgenössischer Tanztechnik verknüpft mit Videomaterial feiert Talmahs Choreografie die „Freiheit des Individuums in allen künstlerischen Aspekten”.
Mit ihrem Stück „Glashaus” leitet die ehemalige Ballettmeisterin der Deutschen Oper am Rhein, Young Soon Hue-Simon, den handlungsorientierten Teil des Abends ein. Eine Gruppe von Erwachsenen erinnert sich an ihre Kindheit im Waisenhaus. Sie erzählen von Trauer, Freude, der ersten Liebe. Ihre Gefühle sind facettenreich, unterschiedlich und zeitlich unbegrenzt wie die dazugehörigen Musiken von Johann Pachelbel, Leo Delibes, Georges Bizet und Karl Jenkins.
Im dritten, von Ricardo Fernando choreografierten Teil, erwartet das Publikum ein Höhepunkt: Mit „Prelude to War” hat der amerikanische Komponist Bear McCreary eigens eine Komposition für das Theater geschrieben (siehe Infokasten). Zu dynamischer Minimal-Musik wird das Ensemble tanzen, ebenso zu Klängen mehrerer Taiko-Trommeln, die auf der Bühne geschlagen werden.
Bühnenbild und Kostüme, für jeden Teil mit der eigenen Handschrift der drei Choreografen versehen, stammen von Peer Palmowski.
Für die Premiere sind noch Restkarten erhältlich, 02331 / 207 32 18.
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