Ehrenamt und Brauchtum bilden eine Einheit

Hagen-Mitte..  Die Veranstaltung scheint angekommen zu sein. Bei jenen, für die sie gedacht ist und gemacht wird. Bei den Bürgern, die sich freiwillig und unentgeltlich engagieren.

Mehr als 250 Ehrenamtliche kamen zum Neujahrsempfang der Freiwilligenzentrale ins Sparkassen-Karree – so viele noch nie. Und auch das Motto des Abends war neu: „Ehrenamt und Brauchtum“.

Vor Beginn der Veranstaltung konnte man beim Blick in den Flur meinen, gleich starte eine Karnevalssitzung, denn das Hagener Prinzenpaar und Vertreter des Festkomitees nahmen dort Aufstellung, doch dann erspähte man auch die Hasper Wolkenschieber, Hackebämmels Enkel und Sänger aus Hagener Gesangsvereinen.

Vereinbarkeit vonBeruf und Ehrenamt

Nach dem Einzug der illustren Gruppe ins Forum und der anschließend stattfindenden Gesprächsrunde war den Gästen schnell klar: Hier wird sichtbar, wie bunt und breitgefächert Ehrenamt und Brauchtum sind. Stephanie Krause, Leiterin der Hagener Freiwilligenzentrale, und Peter Mook, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Hagen, moderierten den Neujahrsempfang locker und informativ und wollten vom Podium wissen, wie das Nebeneinander von Beruf und Ehrenamt funktioniere. „Man braucht ein verlässliches Team um sich herum, und die eigene Familie muss voll hinter einem stehen“, betonte Moritz ­Padberg, Vorsitzender des Festkomitees Hagener Karneval. „Aber das A und O ist wohl, dass ich schon als Kind von meinen Eltern gelernt habe, wie wichtig und schön es ist, für andere da zu sein. Mit dieser Einstellung schafft man eine Menge im Ehrenamt.“

Übrigens: Bislang hat die Stadt 640 Ehrenamtskarten an Freiwillige herausgegeben.

Heinz-Dieter Kohaupt, der als Bezirksbürgermeister den Hagener Norden repräsentierte, rief die Anwesenden auf, nicht ausschließlich die großen Karnevalsumzüge und den Hasper Kirmeszug zu besuchen, sondern auch die flankierenden Veranstaltungen. „Die Einnahmen, die man dort erzielt, werden dann zum Beispiel wieder in den Wagenbau investiert. Dabei werden Brauchtum und Tradition oft über Generationen hinweg gepflegt.“

Ehrenamtler übernehmen Verantwortung

Auch Rainer Kurth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hagen, lobte ehrenamtliches Engagement: „Die Menschen übernehmen Verantwortung, arbeiten zusammen an einem Ziel und feiern gemeinsam. Eine erhaltenswerte Tradition.“ Auf gute Vernetzung in verschiedenen Bereichen des Ehrenamtes ging Melanie Purps, Vorsitzende des Trägervereins der Freiwilligenzentrale, ein: „Die griechische Gemeinde suchte für ihre Folkloretanzgruppe Räumlichkeiten. Da haben wir uns natürlich nach einer geeigneten Stätte umgesehen.“

„Ehrenamt ist Herzenssache“, brachte es Stephanie Krause auf den Punkt und warb für das Festival „Ehrenamt und Inklusion“ am
11. September in Hagen. Ihr Appell: „Wer Ideen hat und sich engagieren will – bitte melden“ ( 18 41 70).