„Ehrenamt ist zu verantworten“
09.12.2010 | 18:58 Uhr 2010-12-09T18:58:00+0100
Hagen.Als löblich bewerten die Mitglieder des Kultur- und Weiterbildungsausschusses (KWA) die Einigung der vier Kulturzentren untereinander bezüglich der geplanten Kürzungen.
Der formulierte Beschluss, der von den Ausschuss-Mitgliedern modifiziert und dem dann (bei einer Enthaltung durch Hagen Aktiv) zugestimmt wurde, sieht eine Gesamtkürzung von 49 500 Euro vor, wobei die Kürzung allein beim Zuschuss des Werkhofs Hohenlimburg vorgenommen wird. Um dem Kulturzentrum Werkhof weiterhin eine Basis für die Fortführung der Arbeit zu gewährleisten, sollen fehlende Sachmittel durch Stellung städtischen Personals (bis 2016) ersetzt werden. Der Vorschlag basiert auf dem Wissen, dass der Werkhof-Kulturmanager im März 2014 in Rente geht; ab diesem Zeitpunkt soll eine geeignete Person aus der Stadtverwaltung das Kulturmanagement professionell weiterführen.
Ehrenamtslösung in Diskussion
Diskutiert wurde weiterhin über die Zukunft der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg. Dem von CDU und FDP formulierten und durch die SPD-Fraktion ergänzten Antrag auf Erhalt beider Büchereien (künftig allerdings überwiegend unter ehrenamtlicher Führung) wurde gegen die Stimmen von Grünen, Hagen Aktiv und Die Linken zugestimmt. Eingefordert wird allerdings die fachliche und personelle Unterstützung seitens der Zentralbibliothek. Jörg Fritzsche, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, sprach sich gegen die „Ehrenamts-Lösung“ für die Stadtteilbüchereien aus, „schließlich handelt es sich hier um eine gesellschaftspolitische Aufgabe, und deshalb müssen hauptamtliche Experten im Einsatz sein“. Hagen Aktiv votierte gegen Einsparungen im Bereich Büchereien, „vor dem Hintergrund der Pisa-Studie darf man doch nicht im Bildungsbereich kürzen“. Hans-Dieter Fischer (CDU) und Victor Dücker (FDP) betonten, dass eine Kommune in finanziell schwierigen Zeiten und bei immer älter werdenden Menschen vom Ehrenamt abhängig sei. Fischer: „Und im Bereich Büchereien ist ehrenamtlicher Einsatz auch durchaus zu verantworten.“
Aus dem Kunstquartier wurde berichtet, dass die Archive des Karl-Ernst-Osthaus-Museums mit 90 000 Archivalien ab Februar gegen Gebühr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
22:35
Beim Ehrenamt ist doch auch ein Problem, dass nur die Arbeit geleistet wird, für die gerade mehr oder weniger zufällig genügend Menschen zur Verfügung stehen, die auch bereit sind diese Verantwortung zu übernehmen. Fallen die irgendwann mal aus, fällt also auch gleich das Angebot weg. Außerdem sollte in einer Demokratie demokratisch entschieden werden, welche Aufgaben zu erledigen sind. Was als wichtig erachtet wird, soll dann bitteschön auch von der Gesellschaft finanziert werden - und von qualifizierten Menschen (fair bezahlt und ordentlich sozialversichert) er- bzw. bearbeitet werden. Ehrenamt kann immer nur zusätzlich erfolgen und der mögliche Wegfall sollte nicht zum Problem werden dürfen.
14:35
Was dabei herauskommt, wenn man Ehrenamtliche etwas überlässt, sieht man am Wasserschloss Werdringen. Da scheint der Verein alles heruntergewirtschaftet zu haben und macht jetzt sogar die Stadt Hagen als kostenloser Überlasser des Gebäudes für den Schlamasel verantwortlich. Auf solche Ehrenamtliche kann man doch verzichten.
Ich finde auch, dass in Bibliotheken das Fachpersonal arbeiten sollte. Nicht Hilfswillige, Dilettanten und Möchtegern-Bibliothekare aus Freizeitlust und Langeweile.
14:32
@SAM
ICH BIN DABEI, UND BRINGE FAMILIE UND FREUNDE MIT!
14:16
@Peter72: Danke! Wer glaubt, dass ein Fami bzw. Bibliotheks Assistent oder ein Bibliothekar nur Bücher einräumt und an der Theke piep macht, hat sich gewaltig getäuscht! Aber das ist halt die Allgemeine Meinung der Bevölkerung und anscheinend auch die der Politiker.
Ich wäre dafür, mal richtig schön zu Demonstrieren! Wer ist dabei?
14:07
@ Ralala
Man lernt nicht aus! ;-)
12:39
@Peter72: Bürgemeister IST ein Ehrenamt.
10:51
@ smartyy
So! Und sehen Sie. Das ist halt das böse böse Unwissen.
Die Bücher werden nicht nach dem Alphabet eingeordnet sondern nach der Allgemeine Systematik für öffentliche Bibliotheken. ES IST EIN AUSBILDUNGSBERUF. Es gehört viel mehr dazu als nur Bücher einzustellen.
10:13
Brauche ich um Bücher nach Alphabet ein zu ordnen einen gelernten Bibliothekar? Oder zur Ausgabe der Medien?
Für fachliche- und sachliche Beratung und die Auswahl der neu an zu schaffenden Bücher sicherlich. Ein Mix des Personals würde da sicher beiden Seiten gerecht.
09:58
Fischer! Ich habe da mal einen Vorschlag. Ich finde dass der Posten des Bürgermeisters auch vom Ehrenamt übernommen werden sollte. Dann nimmt man demjenigen vielleicht nicht so übel dass er/sie solchen Stuss redet.
Ich kenne die Bücherei in Haspe und sehe welche tolle Arbeit die Bibliothekarinnen dort leisten. Es wird dort Leseförderung vom feinsten getrieben und viele Veranstaltungen für Kinder und Leseanfänger. Der Bestand an Büchern wird super gepflegt und erweitert.
Bibliothekar/in ist ein Ausbildungsberuf man kanns sogar studieren! In Bibliotheken gehören Bibliothekare/innen. Oder würden sie Herr Fischer sich gerne eine Gehirnoperation von als Chirurg ehrenamtlich arbeitendem Schornsteinfeger machen lassen???
08:46
CDU,FDP und SPD sind für das Ehrenamt in den Büchereien.Die beiden ersten sind die Parteien mit den meisten Privatspenden die SPD hat wohl noch ein paar Mitglieder.In diesem Land ist genug Geld.
Die Verteilung ist seit Anfang der achtziger Jahren
immer mehr auf die schiefe Bahn geraten durch Steuergeschenke.Die Partei der Nichtwähler ist schon fast die größte Gruppe in diesem Land.Sie ermöglicht ein fast ungehindertes regieren von CDU und FDP die sich dann anschicken die Meinung des Volkes zu vertreten.Wenn die SPD nicht bald wieder die Kurve zu ihren Wurzeln kriegt ist sie bald eine Randerscheinung.Bildung war mal
ein vorderstes Ziel der SPD!