Ehemalige Arbeitslose prüfen Müll in Hagen
19.08.2011 | 18:14 Uhr 2011-08-19T18:14:00+0200
Hagen. Weil oft Dinge in den Gelben Säcken entsorgt werden, die dort nicht hineingehören, kontrollieren jetzt ehemalige Arbeitslose am Wertstoffhof des Hagener Entsorgungsbetriebs den Inhalt der Säcke. Viele Hagener müssen ihre Gelben Säcke wieder mit heim nehmen.
Buchhändler Horst Althaus (55) war ganz verdattert, als ihm die Mitarbeiter des Wertstoffhofes in der Preußerstraße seinen Müll wieder in die Hände drückten. „Das dürfen Sie hier nicht abgeben“, sagten sie und zerrten einige Folien aus dem Gelben Sack. Unverrichteter Dinge trat er den Rückzug an.
Dabei hatte der Inhaber des Buch-Handelskontors in der Kölner Straße die Kunststoff-Folien und weiteres Verpackungsmaterial aus Polyethylen, säuberlich eingetütet in Gelbe Säcke, bislang immer am Wertstoffhof entsorgt. Und nie sei ihm das untersagt worden, so Althaus: „Warum auch? Folien sind ja Verpackungsmüll und gehören daher auch in den Gelben Sack.“
Doch Folie ist in Deutschland nicht gleich Folie, Verpackung nicht gleich Verpackung. Der Müll-Wissenschaftler unterscheidet zwischen Materialien, die den Grünen Punkt, das Emblem des Deutschen Dualen Systems (DSD), besitzen, und solchen, denen diese Markierung fehlt. Im Gelben Sack landen dürfen jedoch nur DSD-Produkte. Deren Entsorgung ist im Verkaufspreis inbegriffen.
Erhöhte Wachsamkeit beim Hagener Entsorgungsbetrieb
Doch in den vergangenen Jahren landeten immer mehr Verpackungen ohne den Grünen Punkt in den Gelben Säcken. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, hat der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) die Mitarbeiter des Wertstoffhofes jetzt zu erhöhter Wachsamkeit angehalten. „Unsere Leute sollen verstärkt darauf achten, dass kein Müll ohne das DSD-Zeichen abgegeben wird“, erläutert HEB-Sprecherin Jacqueline Jagusch. „Das führt natürlich bisweilen zu Riesendiskussionen mit den Bürgern.“ Es sei aber nicht einzusehen, dass über das vom Verbraucher finanzierte Duale System auch Verpackungen entsorgt würden, deren Hersteller mit Wiederverwertung nichts im Sinn hätten. Deshalb prüfen am Wertstoffhof jetzt ehemalige Langzeitarbeitslose den Inhalt der Gelben Säcke.
So mancher Hagener musste seine Gelben Säcke deshalb wieder mit nach Hause nehmen. Buchhändler Althaus zum Beispiel war ratlos, denn auch ein Blick in den HEB-Prospekt half ihm nicht: „Da stehen alle möglichen Sachen drin, nur leider nicht, wo Folien entsorgt werden können. Immerhin weiß ich jetzt, wo ich überall meine Kunststoffe nicht hineinwerfen darf.“
Die Lösung: Verpackungen ohne Grünen Punkt können ausschließlich an der Müllverbrennungsanlage in Boelerheide abgegeben werden. Gegen zehn Euro Gebühr darf jeder Hagener dort eine ganze Kleinwagenladung voll Abfall anliefern.
19:39
In diesem Bericht ist einiges nicht eindeutig geschildert.
1. Handelt es sich bei den abgewiesenen Verpackungen um Verkaufsverpackungen oder Transportverpackungen?
2. Wollte der Buchhändler seine privaten Verpackungen abgeben, oder aus seinem Gewerbe?
Begriffe laut der Verpackungsverordnung (VerpackV):
A. Verkaufsverpackungen sind Verpackungen, die beim Kunden zu Hause anfallen, wie z.B. Getränkeverpackungen, Joghurtbecher, oder die Folie in dem das einzelne Buch eingeschweißt ist.
Für diese Verkaufsverpackungen ist der Hersteller verpflichtet, diese bei einem der Dualen Systeme, es gibt z. Zt. 9, zu melden und die entsprechende Entsorgungsgebühr zu entrichten. D.h. Material und Gewicht dieser Verpackung wird ermittelt und mit der Menge des Umsatzes multipliziert. Deshalb darf der Endverbraucher diese Verpackung über die gelben Säcke/ Tonnen kostenlos entsorgen.
Der grüne Punkt muss seit der 5.Novelle der VerpackV nicht mehr aufgedruckt sein.
Der Grund ist, dass der grüne Punkt Eigentum der „Der Grüne Punkt Duales System Deutschland GmbH“ ist aber es gibt eben mehrere duale Systeme.
B. Transportverpackungen sind Verpackungen, die unterschiedliche Mengen von Verkaufseinheiten beinhalten, z.B. zum Versand durch Post oder Spedition an den Händler. Auch Folie, in der z.B. 20 Stück der gleichen Zeitschrift gebündelt ist, gehört hierunter. Die darin enthaltene Ware wird vom Gewerbetreibenden aus dieser Transportverpackung genommen. Diese Verpackung bekommt nicht der Kunde ausgehändigt. Für die Entsorgung dieser Verpackung ist der Händler verantwortlich und hat dafür die Kosten zu tragen. Deshalb gehören diese Verpackungen auch nicht in den gelben Sack/ Tonne.
Werden Transportverpackungen über gelbe Säcke/Tonnen entsorgt, steigen die Kosten für die Verkaufsverpackungen, da mehr entsorgt werden muss, als mit den Lizenzkosten bezahlt wurde. Diese Kosten für die Verkaufsverpackungen sind in der Kalkulation eines jeden Artikels enthalten und werden so indirekt doch vom Endverbraucher mit dem Artikelpreis bezahlt.
Wollte der Buchhändler also seine p r i v a t e n Verpackungen entsorgen, so hätte sich der Entsorgungsbetrieb falsch verhalten, da auf diesen Verpackungen immer weniger der grüne Punkt aufgedruckt ist.
Hat aber der Buchhändler versucht, seine beim Gewerbe angefallenen Verpackungen zu entsorgen, so ist das vom Entsorgungsbetrieb richtig gehandhabt worden.
Denn diese ermogelten, „kostenlosen“ Entsorgungen gehen auf Kosten aller Bürger.
Was sagt der Bericht nun aus?
Vielleicht sollte man, bevor ein Bericht in der seriösen Tagespresse erscheint, erst einmal auf die richtige Sachlage überprüfen und Hintergründe recherchieren. Möglicherweise hat der Wirtschaftsbetrieb durch diese Überprüfung der Allgemeinheit Kosten gespart oder aber, der Amtsschimmel hat gewiehert und man hat (diesen) Bürger verärgert.
Das Kunststoffe oder Materialien aller Art Sekundärrohstoffe sind, und diese sich nicht nur in Verpackungen befinden ist ein ganz anderes Thema. Aber man arbeitet daran (Wertstofftonne).
18:14
Wenn es stimmen sollte, das Herr König (Ludwig), allen seinen geschulten Lieblingen zu seinem Dienstende einen Dienstwagen schenken will, werden wir Bürger doch erfahren wie hoch der Preis ist für die Autos und für was sie gebraucht werden (Camping,Urlaub,Essen fahren,usw). Worauf ich hinaus will ist die Frage, ob die Neufahrzeuge auch einen grünen Punkt haben?
17:28
Die Welt wird immer Wertstoff ärmer und was macht der HEB ? Nein die Sachen will ich nicht, da ist ja kein Punkt drauf. Der HEB bzw. alle Verantwortlichen welche Rohstoffe sammeln, sollten doch froh sein über jede Art Rohstoff den sie bekommen, denn dadurch wird unsere Umwelt entlastet. Also liebe Verantwortliche vom HEB oder sonstwo denkt lieber vorher nach bevor ihr solche Schoten in die Presse gebt.
08:28
So ist es: Genau wie Dosenpfand kompletter Pseudo-Ökoschwachsinn, der nur dazu existiert, den Bürger zu schikanieren und zu einem erzwungenen grünen Gewissen zu erziehen.
Wir trennen Müll nur noch nach Sack voll und Sack noch nicht voll, aber wohnen ja auch zum Glück nicht mehr in Hagen.
06:39
Dann kommst halt in den Restmüll.
wird ja eh verbrannt.
22:28
#9 Das die attraktive Dame namens Jagusch ein Fräulein ist, kann ich nicht beurteilen. Was allerdings die Fähigkeiten eines Herrn Heuel (ohne t, #9) betrifft, da gebe ich Ihnen mit Ihrer versteckten Kritik völlig Recht, wir Leser erleben das fast tagtäglich. Andererseits paßt sich Herr Heuel dem Niveau der WP und der WAZ damit eigentlich nur entsprechend an.
20:48
Kann es sein das die Hagener Luft mittlerweile dem einen oder anderen aufs Hirn schlägt?
Seit Januar 2009 ist das aufbringen des grünen Punktes für Teilnehmer am DSD freiwillig.
Im Februar 2008 hat der Gesetzgeber verfügt, dass sämtliche Verkaufsverpackungen ab 2009 bei einem dualen Entsorgungssystem zu lizenzieren sind. Weil er damit die in Eigenregie betriebene Entsorgung verbietet, erübrigt sich die Unterscheidung von Verpackungen mit und ohne Grünen Punkt.
Es gibt jede Menge Firmen die dies aus den verschiedensten Gründen auch nicht mehr tun.
Und jetzt würde mich mich mal brennend interessieren wie die Helden der HEB da unterscheiden möchten.
Man kann dem braven Buchhändler nur empfehlen den Schnarchnasen bei der HEB mit Schwung durch einen Anwalt in den Hintern treten zu lassen.
Und alle anderen die auf die gleiche Weise schikaniert wurden die Rückerstattung der Verbrennungsgebühr und eventuelle angefallene zusätzliche Kosten von der HEB zu verlangen.
Und was das Fräulein Jagusch angeht - Ein Disziplinarverfahren wäre eigentlich das mindeste.
Einen Kommentar zum Journalisten Schlaumeier Heutel verkneife ich mir lieber.
17:56
In Eilpe werden die gelben Säcke mit dem Sperrmüllwagen abgeholt und direkt gepresst. Danach wird ja wohl kaum noch sortiert. Ich fühle mich komplett verarscht und weiß nicht, warum das System Grüner Punkt überhaupt noch aufrecht erhalten wird, wenn ohnehin alles verbrannt wird? Könnte mal jemand von der MVA oder vom grünen Punkt dazu Stellung nehmen?
Herr Heuel, wenn Sie das recherchieren und die Ergebnisse hier veröffentlichen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
15:39
Wird bei Kunststoffabfällen nicht auch von Wertstoffen gesprochen? Ich habe bis heute nicht verstanden, warum Plastik mit einem „grünen Punkt“ wertvoller sein soll, als Plastik ohne demPunkt, mal abgesehen davon, dass wir als Verbraucher für diesen Unsinn mit dem „grünen Punkt“ auch noch Zwangsabgaben zu leisten haben.
Das System gehört abgeschafft und der Plastikmüll sowie andere sogenannten Wertstoffe wieder in die Restmülltonne. Wenn dann noch irgendwelche Firmen usw. ganz versessen auf Plastikabfälle sind, können sie diese gerne sammeln und weiter verarbeiten, aber nicht zu Lasten der Verbraucher, sowie bisher.
22:48
So doof ist man auch nur als Deutscher sich wegen Müll schikanieren und das auch noch gefallen zu lassen. Ebenso wie Dosenpfand ect.
Und wenn in Italien die Müllabfuhr wieder Monatelang streikt und sich der Abfall auf den Strassen türmt dann wird das Zeug völlig unsortiert und weiss der Teufel was da alles zwischen ist zu Dumpingpreisen in Deutschen Müllverbrennungsanlagen entsorgt.
Aber wehe man selber trennt nicht den Teebeutel in Bio , Papier und Altmetall.
Nebenbei ist dieser ganze Sortierwahn wie er aufgezogen wird auch noch absolut unökologisch. Weil statt mit einem Fahrzeug den ganzen Müll auf einmal mit zu nehmen. kommen bis zu 5 Fahrzeuge (!!!).
Da bei sind moderne Sortieranlagen seid Jahren in der Lage den kompletten Hausmüll sinnvoll vollautomatisch zu sortieren.
Aber das würde ja Arbeitsplätze gefährden.