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Durchwachsene Juli-Bilanz in Hagen

01.08.2011 | 18:22 Uhr
Durchwachsene Juli-Bilanz in Hagen
Wetterexperte Manfred Kundt mit einem Instrument zur Messung der Niederschlagsmenge.

Hagen. Kaum ein Juli war in den vergangenen 56 Jahren so kühl wie der Juli 2011. Mit 15,7 Grad Celsius lag die Durchschnittstemperatur 2,3 Grad unter dem langjährigen Mittel. Kälter war es seit 1956 in Hagen nur im Juli des Jahres 2000. Damals wurde an der Wetterstation der Volkssternwarte gerade einmal 14,9 Grad im Durchschnitt gemessen. Der wärmste Juli in Hagen wurde 2006 mit einer mittleren Temperatur von 23,4 Grad registriert. Doch es gibt Trost für alle wettergeplagten Hagener: Im Vergleich zu anderen Orten Deutschlands war der Hagener Juli ausgesprochen angenehm.

„Der Sommer dieses Jahres war vorgezogen“, sagt Günter Röttler, „im April und Mai gab es schließlich extrem viele schöne Sommertage.“ Röttler ist so etwas wie der Hagener Wetterpapst. Als 1956 die Wetterstation an der Volkssternwarte in Wehringhausen eröffnet wurde, war Röttler bereits dabei. Die Hoheit über die Wetterstation gab er zwar 2010 an Manfred Kundt ab. Aber noch heute wertet der Rentner das Hagener Wetter Monat für Monat aus und dokumentiert die Ergebnisse.

Wer geglaubt hatte, der Juli 2011 sei ein überaus regenreicher Monat gewesen, den kann das Wettergespann mit Zahlen eines besseren belehren. Denn mit 79,1 Millimetern Niederschlag wurde sogar weniger Regen registriert als im langjährigen Juli-Mittel (88,4 Millimeter).

Erstes Halbjahr 2011 trockener als üblich

Überhaupt: Bislang war dieses Jahr trockener als üblich. Im ersten Halbjahr fielen an der Wetterstation 165,7 Millimeter weniger Niederschlag als im langjährigen Mittelwert aus den vergangenen 56 Jahren. Der einzige Monat des Jahres 2011, in dem etwas mehr Niederschlag vom Himmel fiel als üblich, war der Januar. In den anderen Monaten lag die Niederschlagsmenge zum Teil deutlich unter dem Mittelwert. „Bis Mitte der 90er Jahre war der Februar stets der regenärmste Monat des Jahres“, erzählt Röttler. Der April war bis dahin meist der niederschlagsreichste eines Jahres. Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren grundlegend geändert. Der Februar ist mittlerweile einer der niederschlagsreichsten, der April der niederschlagsärmste Monat.

Zurück zum vergangenen Juli: Die 15,7 Grad Durchschnittstemperatur lag deutlich unter dem, was der Hagener in den vergangenen zwei Jahren genießen durfte. 2009 lag die mittlere Temperatur bei bei 18,6 Grad, im vergangenen Jahr sogar bei 21, 7 Grad.

Wem der Sommer in Hagen – und insbesondere der Juli – bislang nicht gefallen hat, dem sei ein tröstender Blick nach Rostock-Warnemünde nahe gelegt. Mit fast 344 Litern Regen pro Quadratmeter war der Ostseebadeort im Juli der regenreichste Ort der Republik, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Der kälteste Ort war demnach der Kahle Asten im Sauerland mit einem Monatsmittel von 11,5 Grad.

Vor dem Hintergrund solcher schaurigen Werte kann man in Hagen zumindest einigermaßen zufrieden sein mit diesem Juli . . .

Boris Schopper

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Kommentare
02.08.2011
10:05
Durchwachsene Juli-Bilanz in Hagen
von Sigi_Sauer | #2

@Slushy
Dann sind Sie anscheinend sehr jung oder Ihr Gedächnis lässt Sie schon im Stich. Der Juli war nun mal nicht so schön wie in den beiden Jahren davor, doch habe ich es im Juli auch schon schlimmer erlebt.

02.08.2011
09:44
Durchwachsene Juli-Bilanz in Hagen
von Slushy | #1

Die Erderwärmung scheint sich gegen seine Erfinder aufzulehnen. Aber auch dafür gibt es bestimmt irgendwelche herbeigezauberten Erklärungen. Genau wie ja plötzlich lange, kalte und schneereiche Winter ein Zeichen für die Erderwärmung.... pardon....in dem Fall benutzen wir lieber den Begriff Klimawandel....sein sollen. Und das, nachdem die Klimapäpste doch 2007 noch eine Empfehlung an die Skigebiete im Mittelgebirge herausgegeben haben, sie mögen sich schon mal nach anderen Einnahmequellen umsehen.

Was das Wetter und das Klima betrifft verlass ich mich nur noch darauf, was ich sehe und was ich fühle. Und da muss ich dann feststellen, dass ich noch nie so einen verregneten, kalten, beschissenen Juli erlebt habe.

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