Durchforstung an Hasper Talsperre sorgt für neue Ausblicke

Forstamtsleiter Michael Knaup an der Hasper Talsperre. Nach 0dem hier zwei Jahre lang Durchforstungsarbeiten durchgeführt wurden, sind völlig neue Ausblicke für Spaziergänger rund um das Becken entstanden
Forstamtsleiter Michael Knaup an der Hasper Talsperre. Nach 0dem hier zwei Jahre lang Durchforstungsarbeiten durchgeführt wurden, sind völlig neue Ausblicke für Spaziergänger rund um das Becken entstanden
Foto: WP
Was wir bereits wissen
3000 Festmeter Holz sind rund um die Hasper Talsperre gefallen. Die Durchforstungsmaßnahmen sind abgeschlossen. Für Spaziergänger und Sportler bedeutet das: jede Menge neue und schöne Ausblicke.

Hagen.. Sie ist eine Hagener Perle. Und noch dazu eine, die jetzt neue, fabelhafte Ausblicke bietet. Denn: Die Durchforstungsarbeiten rund um die Hasper Talsperre sind nach rund zwei Jahren abgeschlossen. Im Dreiklang aus Nutzung, Ökologie und Landschaftsästhetik wähnt sich der Fachbereich Forstwirtschaft hier auf einem guten Weg.

Rund 3000 Festmeter Holz wurden geschlagen rund um die Hasper Talsperre. Und das nur auf den Flächen, die vom Wanderweg den Hang hinauf führen. Die Flächen, die vom Gehweg zur Wasserkante liegen, gehören Enervie. Das Unternehmen hat ebenfalls an vielen Stellen roden lassen. Auf den Flächen des Stadtwalds haben Forstamtsleiter Michael Knaup und sein Team etliche unvitale und instabile Fichten geschlagen und auf die entstandenen Freiflächen Buchen gepflanzt, was laut aktuellem Landschaftsplan geboten ist.

Natürliche Synergien

Das Ziel: die bestehende Waldgesellschaft mit einer natürliche Synergien schaffenden Gehölz-Mischung nachhaltig für die Zukunft aufstellen. Nachhaltig bedeutet auch katastrophensicher. Denn die Fichte – ein Baum, der auf dem Markt höhere Erträge bringt als Laubbäume – hält kräftigen Stürmen kaum stand, was der Orkan Niklas am 29. März dieses Jahres rund um die Talsperre eindrucksvoll unter Beweis stellte und in ganze Fichtenhänge breite Schneisen fegte. Weitere 400 Festmeter fielen dabei. „Die Buche, deren natürliches Verbreitungsgebiet unsere Gegend ist, ist stabiler und resistenter gegen solche Naturkatastrophen“, sagt Michael Knaup, „außerdem: Wenn wir hier nicht durchforstet hätten, hätte das dazu geführt, dass es auf den Hängen immer dunkler geworden wäre, damit auch kälter und instabiler. Und wo instabile und kranke Bäume stehen, fühlt sich der Borkenkäfer am wohl­sten.“

Kranke Bäume schaffen es nicht, mit Wundreaktionen so viel Harz zu bilden, um den Borkenkäfer darin zu ertränken. Der Borkenkäfer liebt es, wenn der Sommer sich zu früh ankündigt, was in diesem Jahr bislang nicht der Fall ist. Ein Borkenkäferpärchen produziert 180 000 Nachkommen. So viele, wie Menschen in Hagen leben.

Guter Nährstoff-Mix am Boden

Wichtig, so Knaup, sei aber auch der Nährstoff-Mix, der durch eine abwechslungsreiche Bepflanzung an der Talsperre entstehe. „Der Boden auf den Flächen wird dadurch nährstoffreicher, was wiederum dafür sorgt, dass das ganze Waldstück vitaler wird.“ Bis die gepflanzten Buchen in voller Pracht stehen werden, werden etwa 120 Jahre vergehen. Im Schutz der gesunden Fichten um sie herum können sie nun gedeihen.

Etwa 70 Euro sind pro geschlagenem Festmeter beim Verkauf durch den Wirtschaftsbetrieb Hagen herausgesprungen. „Natürlich hat das Schlagen von Bäumen immer auch einen wirtschaftlichen Aspekt“, sagt Michael Knaup, „aber wir wollen hier auch ökologisch nachhaltig arbeiten, um kommenden Generationen einen gesunden Wald übergeben zu können. Außerdem können wir in den nächsten 30 Jahren ohnehin nur gebremst schlagen, weil wir so lange noch brauchen werden, um den Schaden von Kyrill auszugleichen.“

Für Spaziergänger oder Jogger hat der ökologische Eingriff in die Natur rund um die Talsperre einen landschaftsästhetischen Vorteil, sagt Michael Knaup. „In ballungsstarken Gegenden ist auch das ein wichtiger Aspekt.“ Natur bietet eben auch ein Erlebnis, was sich an der Talsperre nun durch neue und weitreichende Ausblicke bemerkbar macht. Wer sich an diesem Wochenende dort hin begeben sollte, wird es erfahren.