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Durch die Nacht mit höchstem Kuschel-Faktor

05.11.2012 | 13:00 Uhr
Durch die Nacht mit höchstem Kuschel-Faktor
21. Hagener Kneipenfestival. Im Extrablatt spielten "Partyinferno".Foto: Kleinrensing

Hagen.   Von Irish Punk bis hin zu Flamenco: Mit guter Live-Musik und toller Stimmung in allen Hagener Kneipen fand am Wochenende zum 21. Mal „Hagen Live“ statt. Ein Erlebnisbericht.

Es ist herbstlich kalt draußen. Naja, eigentlich fühle ich mich schon eher wie im Winter. Zumindest ist es in den Kneipen der Hagener Innenstadt behaglich warm. Besonders heute, da zum 21. Mal „Hagen Live“ stattfindet und in jeder Kneipe Bands und Musiker auftreten.

Es ist 19.30 Uhr und in vielen Gaststätten startet das Programm erst später. Nur im ,Banderas’ und im ,Lousiana’ ist schon Livemusik zu hören. Wir entscheiden uns zunächst für das ,Banderas’ und somit für Flamencogitarrist „Manuel Montilla“. Noch ist hier nicht viel los, wir bekommen ohne weiteres einen Tisch im oberen Stockwerk. Nun gut, wir sind auch nur zu zweit unterwegs, zu viert hätte sich das schon schwieriger gestaltet. Während wir an unseren Getränken nippen, ist von „Manuel Montilla“ nichts zu sehen. Wir fragen also den Kellner. „Der Gitarrist ist gerade unten, der spielt oben und unten abwechselnd“, informiert man uns.

Und richtig, kurz darauf kommt der Musiker rauf, läuft zwischen den Leuten hin und her, setzt sich zwischendurch zu einem Paar an den Tisch und spielt spanische Lieder auf seiner Gitarre. „Wenn man die Augen schließt, hat man das Gefühl, man sei in Spanien“, meint mein Freund. Ich finde, man braucht die Augen dazu nicht mal schließen.

Kneipen sind voll

Nach einiger Zeit beschließen wir weiterzugehen. Eigentlich wollen wir ins „Crocodile“, aber dort ist es schon bevor „Or 2 –can do“ auftreten so voll, dass man kaum reinkommt.

Wir laufen weiter und landen schließlich im „Jekyll & Hyde“. Eigentlich ist es hier auch nicht viel leerer, aber wir quetschen uns rein, bestellen erstmal etwas zu trinken und sehen uns nach einer Sitzgelegenheit um. Und wir haben Glück, es sind noch zwei Hocker an einem Tisch frei. Unsere Tischnachbarn wollen bald weiterziehen, „Ins La Grange und dann vielleicht in die Rose“, erzählt einer der beiden.

Wir lauschen noch eine Weile den Klängen von „Ceili Family“, die sich mit ihrem Irish Punk und Folk Rock perfekt in das Ambiente des „Jekyll & Hyde“ einfügen. Bald wollen auch wir weiter, schließlich ist es schon spät und wir wollen noch etwas von den „Substitutes“ mitbekommen, die heute im „Café BarCelona“ auftreten.

Als wir ankommen, ist an eine Sitzgelegenheit nicht zu denken, dafür kann man gut stehen, ohne mit den anderen Menschen kuscheln zu müssen. Es ist unglaublich heiß, so dicht an der Band. Die Elektronik strahlt eine extreme Wärme ab, oder sind es vielleicht doch die „Substitutes“ selbst? Die Band heizt dem Publikum ordentlich ein mit Oldies, die fast jeder kennt. Ob „Stand by me“, Lieder von den Beatles oder von Status Quo.

Seit 40 Jahren auf der Bühne

Die Band sucht die Lieder gemeinsam aus, die gespielt werden sollen. „Wir suchen Songs aus, bei denen das Publikum mitgehen und klatschen kann.“, erzählt Sänger Peter Berg. Die Wahl der Lieder ist gut, die Leute haben Spaß und lassen sich nicht nur von der Musik berieseln, sondern singen den Refrain oder bewegen sich rhythmisch zu den Klängen.

Die Hagener Band wurde bereits 1967 gegründet. In all den Jahren hat die Besetzung der Gruppe einige Male gewechselt, nur Peter Berg und Jürgen Berster waren von Anfang an dabei. Erst letztes Jahr ist ein neues Mitglied hinzugekommen, Franz Schneider aus Essen „Wir haben 40 Jahre lang die Mitglieder gewechselt, aber in der Besetzung werden wir jetzt bleiben“, erklärt Peter Berg. Und das noch lange: „Es gibt so viele Schlagerbands, die ihr Handwerk nicht verstehen, von daher werden wir erstmal nicht aufhören“, sagt er.

Die wilden Zeiten der Band, die fast so alt ist, wie die Rolling Stones, sind jedoch vorbei. „Früher haben wir nach den Auftritten immer noch einen getrunken, aber das können wir alle nicht mehr so. Nach dem Auftritt nehmen wir unsere Instrumente und gehen nach Hause.“

Das tun wir jetzt auch. Rockig war’s. Wir freuen uns auf zu Hause.

Anne Gemander


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