Droht Hoesch-Häusern der Abriss?

Die Anwohner sind mit dem Zustand ihrer Gebäude unzufrieden.
Die Anwohner sind mit dem Zustand ihrer Gebäude unzufrieden.
Foto: WP

Oege..  Die Mieter an der Oeger Piepenstockstraße sind verärgert. Genauer gesagt jene Mieter, die die ehemaligen Hoesch-Häuser (70-78) bewohnen. Auch die Nachbarn in den gegenüberliegenden Hochhäusern beschweren sich über Fassadenschäden, defekte Fenster und Feuchtigkeit.

Diese Probleme wurden bereits vor einigen Wochen bei einem Mietertreffen mit Marius Overkott, Geschäftsführer der „Barmer Wohnungsbau“, erörtert. Weil die Beschwerden nicht abnahmen, erfolgte jüngst ein technischer Rundgang mit Verantwortlichen der Gebäudeverwaltung, Mietern und Ratsfrau Ramona Timm-Bergs. Overkott fand deutliche Worte, die nicht jedem Mieter schmeckten.

Leerstand liegt bei 60 Prozent

„Wir haben dafür gesorgt, dass es eine wöchentliche Mietersprechstunde gibt, und die Grünanlagen werden fortan in regelmäßigen Abständen gepflegt“, versicherte Overkott, dessen Unternehmen seit zwei Jahren für die Gebäude an der Piepenstockstraße sowie einige Objekte am Ahmer Weg verantwortlich ist.

Wirklich spannend wird es jedoch bei der Frage, wieso die ehemaligen Hoesch-Häuser nicht saniert werden. Jährlich werden mehr als 100 000 Euro „zur Werterhaltung“ investiert. Der Leerstand liegt dennoch bei 60 Prozent. Wo liegt der wirtschaftliche Sinn einer solchen Investition? „Die Gebäude waren Teil des gesamten Portfolios. Einige Häuser werfen Gewinn ab und andere, wie die Hoesch-Häuser, eben nicht“, erklärt Overkott, der erst dann investieren will, wenn die Nachfrage da ist. Und dies sei aktuell nicht der Fall. Das Unternehmen hat im Internet Angebote veröffentlicht und dazu Bilder gestellt, die zeigen, wie die Objekte nach einer Sanierung aussehen könnten. Interessenten könnten dann ab 5,30 Euro pro Quadratmeter Wohnungen beziehen. Auch mietfreie Monate während der Sanierung seien denkbar. Die erhoffte Resonanz blieb bislang aus. Aktuelle Mieter schlugen das Angebot, in topsanierte Wohnungen zu ziehen, aus.

Zu der nicht vorhandenen Nachfrage kommt auch der Aspekt der Stadtteilentwicklung. „Wir investieren erst, wenn es ein Konzept gibt, um den Stadtteil aufzuwerten“, erklärt Overkott, der strukturelle Probleme in Oege sieht und verwundert ist, dass es von Seiten der Stadt und der Mieter kein Entgegenkommen gibt. Wenn es keine Entwicklung gibt, so könnte das Unternehmen die Option ziehen, Wohnraum zurückzubauen. Und das bedeutet in letzter Konsequenz: Abriss. Ratsfrau Ramona Timm-Bergs will nun einen runden Tisch mit allen Verantwortlichen einberufen, um eine Lösung für die Piepenstockstraße zu finden.