Drei Männer nach Besuch auf Weihnachtsmarkt verprügelt

Breckerfeld..  Stille Nacht, heilige Nacht? Zumindest nicht für ein Trio aus der Hansestadt in der Nacht vom Nikolaustag auf den 7. Dezember 2013 nach einem Weihnachtsmarktbesuch in Breckerfeld. Der 35-jährige Lehrer, sein 24-jähriger Bruder (Student) und dessen 22-jähriger Kumpel (Auszubildender) wurden, nachdem sie noch eine Kneipe besucht hatten, auf dem Weg nach Hause gegen 1.30 Uhr auf der Frankfurter Straße offenbar grundlos brutal von zwei Männern verprügelt.

Die beiden mutmaßlichen Täter, 25 und 23 Jahre alt, ebenfalls aus Breckerfeld, mussten sich nun wegen gemeinschaftlicher und somit gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwelmer Strafgericht verantworten. Und sie waren sich keiner Schuld bewusst.

Hämatome und Platzwunden

Fakt ist: Die drei Geschädigten erlitten Verletzungen – von Hämatomen bis zu Platzwunden an der Augenbraue. Einig war sich das Trio, dass sie keinerlei Erklärung für den Angriff hätten. Geschlagen habe allerdings nur der 25-jährige Angeklagte. Der andere habe immer nur angefeuert: „Schlag, bis Blut spritzt!“

Gewehrt hätten sie sich auch nicht, sondern seien schließlich in verschiedene Richtungen weggelaufen. Das 24-jähige Opfer allerdings kannte den mutmaßlich schlagenden Täter. Vor zehn Jahren waren sie gemeinsam in einem Basketball-Verein.

Auf den zweiten Angeklagten gelangte man später auf ungewöhnliche Art. Der 23-Jährige postete nämlich zwei Tage später über die Breckerfelder Facebook-Gruppe ein Foto von sich. Er selbst sei einen Tag später mit einem Bierkrug vermöbelt worden. Die Geschädigten meinten letztlich, darin einen ihrer beiden eigenen Peiniger wiederzuerkennen.

Doch der 23-jährige Beschuldigte lieferte ein perfektes Alibi. „Ich war vom 6. auf den 7. nicht eine Minute dort.“ Er habe gar nicht vor Ort gewesen sein können. Nachweislich sei er auf einer Weihnachtsfeier gewesen. Gegen 22.45 Uhr sei er wieder zu Hause gewesen.

Familie bestätigt Alibi

Das bestätigten seine Schwester, seine Mutter und sein Vater (selbst Justizvollzugsbeamter) als Zeugen. „Gemeinsam haben wir uns dann eine DVD von einem Meat-Loaf Konzert angeschaut – mein Nikolaus-Geschenk. Die läuft 158 Minuten“, so der 56-Jährige.

Darüber hinaus passte die polizeilich angegebene, ursprüngliche Personenbeschreibung des Angeklagten durch die Geschädigten auf ihn nicht wirklich zu. Das Strafgericht sprach den 23-Jährigen auf Antrag der Staatsanwaltschaft daher frei.

An der Schuld des mutmaßlichen Haupttäters, der sich angeblich überhaupt nicht an den Abend erinnere, hatten Ankläger und Richter allerdings keinen Zweifel, da er einem der Opfer bereits zuvor bekannt war. Das Gericht verurteilte den 25-Jährigen zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe sowie zu 300 Euro Schmerzensgeld, das er an das 24-jährige Opfer zahlen soll. Das Urteil wurde noch nicht rechtskräftig.