Dr. Ralf Blank: „Witt steht für Tod und Terror“

Nur kurz und knapp nahm Dr. Ralf Blank (links) in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Stellung zum Witt-Aufsatz in den Hohenlimburger Heimatblättern. Margarita Kaufmann und Hermann-Josef Voss hören aufmerksam zu.
Nur kurz und knapp nahm Dr. Ralf Blank (links) in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Stellung zum Witt-Aufsatz in den Hohenlimburger Heimatblättern. Margarita Kaufmann und Hermann-Josef Voss hören aufmerksam zu.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Die Entschuldigung, und damit verbunden die Einsicht von Dr. Wilhelm Bleicher, mit seinem in den Hohenlimburger Heimatblättern über den SS-Brigade-Führer Fritz Witt veröffentlichten Aufsatz einen Fehler begangen zu haben (diese Zeitung berichtete), hatte bereits vor der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung die Wogen geglättet und die hochkochende Stimmung deutlich beruhigt.

Auch der Hagener Historiker Dr. Ralf Blank, der als Experte vor den Hohenlimburger Kommunalpolitikern seine Einschätzung zu diesem brisanten Thema geben sollte, zeigte sich moderat und sogar zugeknöpft. Nur kurz und knapp bezog er Stellung und verwies vielmehr auf seine zehnseitige Ausarbeitung, die er für den Hohenlimburger Heimatverein für die Juni-Ausgabe geschrieben habe. Diese werde er zeitnah den Kommunalpolitikern zur Verfügung stellen. Den Wunsch dieser Redaktion am gestrigen Nachmittag, diese Stellungnahme vorab für die heutige Berichterstattung zu erhalten, lehnte das Presseamt der Stadt Hagen ab.

In seinem mündlichen Vortrag machte Dr. Blank deutlich, dass der Bleicher-Text auch für ihn ein „schockierender Aufsatz“ gewesen sei. „Ich war danach platt.“

Veranstaltung zum Thema Waffen-SS

Ralf Blank verwies gestern häufig auf Jan Erik Schulte, der ein ausgewiesener Fachmann zum Thema Waffen-SS sei. „In seinem Buch aus dem Jahr 2014 steht alles drin, was man wissen sollte.“

Dann bezog er sich noch einmal konkret auf Fritz Witt: „Dieser Mann steht für Tod, Terror und Zerstörung.“ Der habe, so ein Beispiel, im Jahr 1944 unzählige kanadische Soldaten ermorden lassen und sei an zahllosen Verbrechen der Waffen-SS beteiligt gewesen. Blank: „Sein Nachfolger, Panzer Meyer, wurde von den Alliierten zum Tode verurteilt. Auch Fritz Witt wäre, hätte er den Krieg überlebt, von diesem zum Tode verurteilt worden.“

In Kooperation mit dem Hohenlimburger Heimatverein wird die Stadt Hagen Jan Erik Schulte am 24. Juni zu einer Veranstaltung zum Thema Waffen-SS einladen. Darüber hinaus ist für den Herbst eine Podiumsdiskussion zu dieser Thematik geplant.

Dem Antrag der Bürger für Hohenlimburg, die Bezirksvertretung möge sich in aller Deutlichkeit von dem Bleicher-Beitrag distanzieren, folgten in der Abstimmung nur die Antragsteller und die Grünen. Die anderen Fraktionen teilten die Auffassung von Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss, der sagte: „Ich werde mich enthalten. Dr. Bleicher hat bezahlt. Er hat sich entschuldigt.“

Mit dem Verlauf der gestrigen Sitzung konnten die Vertreter des Heimatvereins um den Vorsitzenden Widbert Felka leben. Und auch Martin Haurand, einer der schärfsten Kritiker der Mai-Ausgabe der Heimatblätter, zeigte sich versöhnlich. „Ich bin zufrieden.“