Das aktuelle Wetter Hagen 4°C
Handelskonzern

Douglas verabschiedet sich nach Hauptversammlung in Hagen von der Börse

28.05.2013 | 12:42 Uhr
Douglas verabschiedet sich nach Hauptversammlung in Hagen von der Börse
Der Douglas-Vorstandsvorsitzende Henning Kreke will den Hagener Handelskonzern von der Börse nehmen.Foto: Dirk Bauer/WAZ FotoPool

Hagen.  Wenn sich am Dienstag die Douglas-Aktionäre zur Hauptversammlung treffen, dann markiert das das Ende eines Kapitels Börsengeschichte. Der Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke wollen Douglas von der Börse nehmen. Anteilseigner sollen 38 Euro Barabfindung pro Aktie bekommen.

Ein Kapitel Börsengeschichte wird beendet: Der Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke wollen den Handelskonzern Douglas mit dem Segen der Hauptversammlung von der Börse nehmen. "Gemeinsam mit Advent International streben wir nun einen Squeeze-Out an und damit verbunden ein De-Listing - also den Börsenrückzug", sagte Douglas-Chef Henning Kreke am Dienstag beim wohl letzten öffentlichen Treffen der Douglas-Anteilseigner in Hagen.

Douglas-Aktie verschwindet vom Kurszettel

Die Zusammenkunft sei "nicht irgendeine Hauptversammlung" - die Douglas-Aktie werde nach einer Billigung der Barabfindung von 38,00 Euro je Anteilsschein endgültig vom Kurszettel verschwinden.

Advent hatte sich 2012 mit der Gründerfamilie Kreke verbündet und das Übernahmeangebot für Douglas im vergangenen Oktober vorgelegt. Unter der Ägide des Finanzinvestors sollen bei Douglas nun vor allem die namensgebende Parfümeriekette und die Christ-Juweliergeschäfte ausgebaut werden. Advent "beabsichtigt, das Wachstum der Parfüm- und Schmucksparte gemeinsam mit dem Management voranzutreiben", hatte der Investor verkündet. Dazu seien auch Übernahmen, etwa in Südamerika und Asien, möglich.

Umbau bei Thalia-Buchhandlungen soll weitergehen

Die Textilkette AppelrathCüpper und die Hussel-Süßwarenläden stehen dagegen eher in der zweiten Reihe: Sie sollen laut Advent "ertragsorientiert" weitergeführt werden. Beim angeschlagenen Buchhändler Thalia soll der Umbau weitergehen. Er leidet unter Internet-Konkurrenz wie Amazon und dem Siegeszug von E-Readern wie dem Kindle.

Lesen Sie auch
Advent idealer Partner für die Douglas-Gruppe

Douglas-Vorstandschef Henning Kreke über den Stand des Übernahmeprozesses durch den Finanzinvestor Advent International und seine Zuversicht, an der Unternehmensspitze zu bleiben. Ein Interview.

Advent und die Familie Kreke kontrollieren bereits mit 96,79 Prozent deutlich über 95 Prozent der Anteile Douglas werde durch den Rückzug von der Börse "schneller und flexibler", rief Kreke den verbliebenen Anteilseignern zu. Der Konzern könne nun langfristig arbeiten und müsse seine Entscheidungen nicht mehr "quartalsweise veröffentlichen und kommentieren". Zudem habe der Konzern den Kapitalmarkt auch gar nicht wirklich gebraucht: Kapitalerhöhungen oder Anleihen "kennt dieses Unternehmen praktisch nicht", sagte Kreke. Douglas verlasse die Börse aber auch "nicht ohne einen Tropfen Wehmut", räumte Kreke ein. Der Konzern blicke mit seiner neuen Eignerstruktur aber einer guten Zukunft entgegen - und wolle nun die Herausforderungen durch den Online-Handel meistern.

Nur noch wenige Aktionäre in der Stadthalle

An einer Annahme der Barabfindung bei dem Aktionärstreffen gab es keinen Zweifel: Hagener Handelskonzern - und sie greifen nun nach den verbliebenen Aktien. Allzu viele Anteilseigner waren nicht mehr erschienen, gut die Hälfte der Sitzplätze in der Stadthalle Hagen blieb leer.

Dabei konnte der auf eine lange Börsengeschichte zurückblicken. Im Oktober 1966 waren erstmals Anteilsscheine des Douglas-Vorläufers Hussel im amtlichen Handel notiert worden. "Nach nunmehr fast 50 Jahren geht die Geschichte als börsennotiertes Unternehmen zu Ende" bilanzierte auch Aufsichtsratschef Jörn Kreke. (reuters)



Kommentare
Aus dem Ressort
Douglas setzt mit Helene-Fischer-Duft auf Wachstumkurs
Douglas-Gruppe
Die Hagener Parfümerie- und Buchhandelskette Douglas geht optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Bücher, Kosmetika und Parfüm stünden weiter ganz oben auf den Wunschzetteln, sagte Firmenchef Henning Kreke. Deshalb rechnet der Konzern mit der Fortsetzung seines Wachtstumskurses.
Premiere der Operette „Ball im Savoy“ im Hagener Theater
Premiere
Die Operette „Ball im Savoy“ wird am Samstagabend, 29. November, erstmals im Hagener Theater aufgeführt. Bei der Premiere verwandelt sich die Bühne in den Tanzsaal des Hotels Savoy in Nizza, wo die abgedrehte Liebes- und Eifersuchtsgeschichte um ein frisch vermähltes Paar ihren Lauf nimmt.
„Masterplan Grün“ gegen die dicke Luft in Hagens Innenstadt
Umwelt
Die seit Jahren vorangetriebenen Bemühungen der Umweltverwaltung, die Luftqualität in der Hagener Innenstadt durch unterschiedliche Maßnahmen zu verbessern, um den von der EU geforderten Gesetzesrahmen einhalten zu können, werden jetzt um eine zusätzliche Facette erweitert.
SPD setzt auf eine Wassersparte unter dem Dach des WBH
Trinkwasser
Pünktlich zur vorentscheidenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zur Zukunft des Wasserwerks in Hengstey präsentiert die SPD ein Konzept, diese Einrichtung der Daseinsvorsorge in Hagen zu erhalten.
Staatsschutz beobachtet nur wenige Salafisten in Hagen
Extremismus
Es gibt dieses schreckliche Beispiel eines jungen Mannes aus Ennepetal, der eigentlich gut integriert war und dann in einem angeblich heiligen Krieg sein Leben ließ. Der Staatsschutz im Polizeipräsidium Hagen sieht ähnliche Tendenzen unter jungen Leuten in der Volmestadt augenblicklich nicht.
Fotos und Videos
Kurzfilmfestival in Hagen
Bildgalerie
Kurzfilmfestival
Fotos vom Hagener Weihnachtsmarkt
Bildgalerie
Weihnachtsmarkt
Phoenix gegen Berlin 90:98
Bildgalerie
Basketball
Hannelore Kraft zu Gast in Hagen
Bildgalerie
Werksbesuch