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Douglas soll auch mit Finanzinvestor Familienunternehmen bleiben

21.10.2012 | 17:37 Uhr
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Douglas soll auch mit Finanzinvestor Familienunternehmen bleiben
Douglas-Käufer Advent lässt Verkauf von Sparten offen.Foto: dapd

Hagen  Die Familie des Firmengründers Kreke will ihren Einfluss stärken und ihren Anteil an der Gruppe auf 20 Prozent steigern. Finanzinvestor Advent will die Kontrolle über den Konzern übernehmen und lässt Verkauf von Sparten offen. Sorgenkind bleibt weiterhin der Buchhandel Thalia.

Die Gründer des Handelskonzerns Douglas wollen ihren Einfluss nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors Advent stärken. "Meine Familie hatte bisher einen Anteil von 12,5 Prozent an der Douglas-Gruppe. Diesen Anteil werden wir jetzt ausbauen - im Idealfall auf bis zu 20 Prozent", sagte der Vorstandsvorsitzende der Douglas Holding, Henning Kreke, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Damit bleibe Douglas "auch künftig ein Familienunternehmen".

Henning KrekeFoto: dapd

Zuletzt hatte die Kreke-Familie mit dem Einstieg von Advent einen Streit mit Douglas-Anteilseignern wie dem Drogerieunternehmer Erwin Müller und dem Dr.-Oetker-Konzern für sich entschieden. Advent bietet 38 Euro pro Douglas-Aktie und will so die Kontrolle über den Konzern übernehmen.

Verkäufe von Töchtern nicht ausgeschlossen

Oetker und Müller sowie die Krekes haben bereits zugesagt, alle ihre Douglas-Anteile an eine Bietergesellschaft unter Führung von Advent zu verkaufen. Die Gründerfamilie will sich dann wiederum mit 20 Prozent an der Bietergesellschaft beteiligen und würde ihren Anteil an Douglas so über einen Umweg erhöhen. Das gesamte Geschäft kommt aber nur zustande, wenn Advent insgesamt 75 Prozent der Douglas-Aktien einsammeln kann.

Auch wenn der Deal gelingt, soll Douglas an der Börse bleiben, kündigte Kreke an. Man strebe "im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots kein Delisting an, was wegfällt ist die Quartalsdenke", sagte er.

Zugleich hält sich Advent aber Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche offen. "Ein Erfolgsrezept der Douglas-Gründerfamilie Kreke war sicherlich ihre aktive Portfoliostrategie", sagte der Frankfurter Advent-Geschäftsführer Ranjan Sen der "Wirtschaftswoche". In der Historie des Hagener Unternehmens seien immer wieder neue Teile dazugekommen und andere wurden abgegeben, sagte Sen. Diese Strategie "ist ein sehr vernünftiger Ansatz, den Advent weiter unterstützt".

Sorgenkind Thalia

Derzeit gehören zum Douglas-Konzern neben den gleichnamigen Parfümerien unter anderem die Juwelierkette Christ, der größte deutsche Buchhändler Thalia und die Hussel-Confiserien.

Vor allem Thalia bereitet Douglas derzeit große Probleme. Die Kette ist schwer angeschlagen und macht Verluste. "Bei Thalia stehen wir vor großen Herausforderungen. Aber das ist kein Thalia-Problem, sondern ein Branchenproblem", sagte Kreke. Allerdings komme die Sanierung gut voran: "Die Ergebnisse liegen bereits jetzt über dem Plan." (dapd)

Kommentare
22.10.2012
20:47
Das bedeutet das Aus für THALIA bei DOUGLAS
von ramirez | #3

Die THALIA-Buchhandlungen haben in dieser "Erfolgsgeschichte" leider keinen Platz.

Der THALIA-Geschäftsführer Herr Busch wurde bereits Mitte September in den Vorstand der DOUGLAS-Holding hinaufbefördert - und das sicherlich nicht wegen seiner nachhaltigen Erfolge bei THALIA. Er hat somit das rettende Ufer erreicht, bevor ADVENT mit der Sanierung richtig beginnt. Das wird nicht während des Weihnachtsgeschäftes geschehen, damit die derart motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den THALIA-Filialen noch mal so richtig den Sanierungskurs des Herrn Kreke vorantreiben...

21.10.2012
23:08
Douglas soll auch mit Finanzinvestor Familienunternehmen bleiben
von Plem | #2

Filetieren, verpacken, verkaufen - das ist jetzt das auf die Douglas-Gruppe zukommende Programm. Die Buchhandelskette Thalia wird es wahrscheinlich als erste treffen; und das ist wirklich ein Witz der Geschichte, denn es war ja ausgerechnet Thalia, das in den letzten zwanzig Jahren geradezu haifischmäßig alteingesessene Buchhandlungen bis hin zur Vernichtung verdrängte. Und nun werden viele Filialen in kleineren, aber auch größeren Städten geschlossen, und zurück bleibt nur noch eine leere Wüste. Man könnte fast davon sprechen, daß die neoliberal geprägte kapitalistische Revolution ihre eigenen Kinder frisst.

Im folgenden Artikel finden Sie eine Beschreibung der Methoden, mit denen sich Thalia breitgemacht hat:

SPIEGEL
BUCHMARKT - Druckmethoden

"Die Buchhandelskette Thalia bedrängte mit rüden Mitteln einen kleinen Familienbetrieb in Österreich. Ein Lehrstück über eine hartumkämpfte Branche."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-72462713.html

21.10.2012
21:06
Douglas soll auch mit Finanzinvestor Familienunternehmen bleiben
von spatzenfreund | #1

und dann? wird douglas durch den investor ausgeplündert, da dieser seinen einsatz mit einer hohen rendite rechtfertigen muss? werden das eigenkapital verringert und hohe kredite aufgenommen, um die dividenden zu erhöhen? beispiele dafür gibt es genug.

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