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Douglas-Bilanz

Douglas geht nach Millionenverlusten von der Börse

22.01.2013 | 15:53 Uhr
Douglas geht nach Millionenverlusten von der Börse
Der Hagener Douglas-Konzern verabschiedet sich mit einem Millionenverlust von der Börse.Foto: dpa

Düsseldorf.  Die Hagener Pafümerie- und Handelskette Douglas verabschiedet sich mit tiefroten Zahlen von der Börse. 110 Millionen Euro Verlust hat sie im abgelaufenen Geschäftsjahr gemacht – vor allem mit der kriselnde Buchtochter Thalia, die zunehmend unter der Konkurrenz von Internetanbietern leidet.

Der Handelskonzern Douglas hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 einen Verlust von 110 Millionen Euro eingefahren. Dafür seien vor allem die hohen Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten bei der kriselnden Buchsparte Thalia verantwortlich, teilte Konzernchef Henning Kreke am Dienstag in Düsseldorf mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 87 Millionen Euro gemacht. Eine Dividende für die Aktionäre soll es deshalb nicht geben.

Die Gründerfamilie Kreke und der Finanzinvestor Advent wollten das Unternehmen nun von der Börse nehmen und "ohne Blick auf eine kurzfristige Quartalsdenke" wieder auf Erfolgskurs bringen, wie Kreke sagte. Mit ihrem Übernahmeangebot haben sie sich in den vergangenen Monaten bereits mehr als 96 Prozent der Aktien gesichert. Das gibt ihnen die Möglichkeit die verbliebenen Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen herauszudrängen. Der Firmenchef betonte, die neue Eigentümerstruktur werde es dem Unternehmen, erlauben, sich schneller an die durch den Boom des Online-Handels ausgelösten dramatischen Veränderungen im Einzelhandel anzupassen. "Viele Händler haben sich diesem neuen Trend nicht schnell genug geöffnet. Da nehme ich die Douglas Gruppe nicht ganz aus", sagte Kreke.

Buchsparte Thalia leidet unter Internet-konkurrenz

Vor allem die Buchsparte Thalia leidet zurzeit massiv unter der Konkurrenz von Internet-Anbietern wie Amazon und dem Vormarsch der eBooks. Zwar steuert der Konzern inzwischen gegen, indem er unrentable Filialen schließt, attraktive Zusatzsortimente aufnimmt und seine eigenen Online-Angebote buch.de sowie thalia.de ausbaut. Doch ist die Sanierung teuer. Allein im vergangenen Geschäftsjahr summierten sich die Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen bei Thalia auf 155 Millionen Euro.

Meldung vom 4.12.2012
Hagener Douglas-Gruppe ist jetzt in Advent-Hand

Der US-Finanzinvestor Advent hat sich bereits vor dem Ende der Annahmefrist mehr als 75 Prozent der Anteile an der Hagener Handelsgruppe Douglas gesichert.

Auch beim Herzstück des Unternehmens, der Parfümeriekette Douglas lief zuletzt nicht alles rund. Wegen der Konjunkturkrise in Europa musste das Unternehmen bei einigen Auslandstöchtern Abschreibungen von 48 Millionen Euro vornehmen. Besser liefen die Geschäfte in Deutschland und zwar sowohl beim Parfüm, als auch bei der Schmuckhandelskette Christ. Der Konzernumsatz stieg dadurch im vergangenen Geschäftsjahr trotzt aller Widrigkeiten leicht um 1,7 Prozent auf gut 3,4 Milliarden Euro.

Douglas konnte im Weihnachtsgeschäft nur leicht zulegen

Der Start ins neue Geschäftsjahr war allerdings verhalten. Im wichtigen Weihnachtsquartal steigerte Douglas seine Umsätze nur leicht um 1,6 Prozent und verfehlte damit die eigenen Erwartungen. Insgesamt rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2012/13 dennoch mit einer leichten Steigerung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses (Ebitda).

Zu Douglas gehören neben der gleichnamigen Parfümeriekette, der Buchsparte Thalia und den Christ Juweliergeschäften noch die Süßwarenkette Hussel und die Modekette AppelrathCüpper. (dapd)



Kommentare
22.01.2013
17:29
Douglas geht nach Millionenverlusten von der Börse
von PeterMeier1963er | #1

Der Endverbraucher muss sich nicht wundern, wenn er demnächst keine Geschäfte mehr in den Innenstädten findet. Soll er doch in der virtuellen Welt des Internet einkaufen. Viel Erfolg.

1 Antwort
Ein Aufkleber auf einem LKW:
von erbsenzaehler | #1-1

"Solange Sie Milch nicht im Internet herunterladen können fahren wir für Sie. Auch am Wochenende."
Das sagt alles.

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