Dortmunds Ampeln klicken zu laut

Dortmund..  Eine gute Idee, schlecht ausgeführt. Mit dem Ergebnis, dass alle sauer sind: An mehreren Stellen in der Stadt sorgen neue akustische Ampelsignale für blinde und sehbehinderte Menschen für Ärger. Diejenigen, für die sie eingerichtet wurden, sind nicht zufrieden. Und Anwohner treibt das durchgehende Klicken geradezu in den Wahnsinn.

Es ist ein kostenloses Konzert vor der Haustür, auf das Ursula Behler nur allzu gerne verzichten würde. Denn wenn der Verkehr an der Kreuzung Wellinghofer Straße / Nortkirchenstraße in Hörde weniger wird, bleibt nur noch ein Ton. Ein grelles, monotones „Klick, Klick, Klick“, durchgehend, von 6 bis 22 Uhr, aus insgesamt 16 gelben Kästen an dieser Groß-Kreuzung. „An den Verkehrslärm kann man sich gewöhnen. Aber dieses Geräusch ist nicht zu ignorieren. Vor allem, wenn es drumherum ruhiger wird“, sagt die 69-Jährige.

Verwirrende Signale

Behler steht stellvertretend für eine mittlerweile massive Front von Beschwerden, die das Tiefbauamt und das Behindertenpolitische Netzwerk in den vergangenen Wochen erreicht haben. Aus Hörde, von der Märkischen Straße, aus dem Kreuzviertel und anderen Orten.

Hintergrund sind neue Signalanlagen, die zunächst an insgesamt sieben Ampeln angebracht worden sind. Das Behindertenpolitische Netzwerk hatte die Initiative dazu in den Stadtrat eingebracht. Denn an vielen Stellen sind die akustischen Signale zu leise eingestellt – oder ganz kaputt.

Deshalb beschloss der Rat im Mai 2014, auf lange Sicht alle alten Anlagen durch die neueste Generation zu ersetzen. Bedeutet: Sie sind lauter, höher und reagieren auf die Umgebungslautstärke. „Das reduziert die Belastung der Anwohner“, sagt Stadtsprecher Frank Bußmann. In der Realität ist offenbar das Gegenteil der Fall. „Nach meinen Beobachtungen wird das nur sehr träge oder überhaupt nicht leiser“, sagt Richard Schmidt, aktiv im Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins sowie im Behindertenpolitischen Netzwerk.

„Nicht optimal“

Gerade die Situation in Hörde sei für Blinde und Sehbehinderte trotz der an sich sinnvollen neuen Signale nicht optimal. Teilweise führt das angesichts der vielen Übergänge an dieser Stelle zu verwirrenden Doppel-Signalen. „Das Problem scheint, dass die Anlagen falsch eingestellt sind.“

Deshalb drängt das Behindertenpolitische Netzwerk auf einen raschen Termin mit Technikern vor Ort. „Ziel muss sein, dass wir etwas davon haben, und Anwohner nicht über Gebühr belastet sind.“ Und die gute Idee damit nicht länger für Ärger sorgt.