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"Direkte Verbindung ist das Optimum"

16.06.2009 | 18:28 Uhr
"Direkte Verbindung ist das Optimum"

Hagen. Dass der neue Fahrplan für einige Kunden auch weniger Komfort und größere Umstände bedeutet, wissen auch die Experten der Hagener Straßenbahn.

„Aber man kann nicht die Vorgabe erfüllen, zwei Millionen Euro zu sparen, ohne dass es zu Einschnitten kommt”, erklärten Betriebsdirektor Paul-Gerhard Spoden sowie Mike Bonkowski und Kathrin Heisinger, die den neuen Plan ausgearbeitet haben, den WP-Leser bei derTelefonaktion.

Frage: Warum kann ich nicht wie früher mit der 514 von Helfe ohne Umsteigen in die Innenstadt gelangen?

Mike Bonkowski: Unsere Aufgabe war es, die geforderten Einsparungen so verträglich wie möglich umzusetzen. Eine direkte Verbindung ist immer das Optimum. In der Vergangenheit konnten 85 Prozent unserer Kunden ihr Ziel ohne Umsteigen erreichen. An dieser Stelle geht das nun leider nicht mehr. Am Loxbaum müssen Sie nun fünf Minuten auf einen Anschluss warten. Eine Alternative wäre gewesen, bestimmte Bereiche gar nicht mehr anzufahren. Das wollten wir nicht.

Frage: Warum fahren in Bathey die Linien 514 und 528 nicht in gleichmäßigen Abständen ab und warum ist das Angebot reduziert worden?

Paul-Gerhard Spoden: Die Busse fahren nur in Bathey parallel, im weiteren Linienverlauf nehmen sie komplett unterschiedliche Strecken. Wir haben das Angebot an dieser Stelle zurückgefahren, weil es im bisherigen Umfang kaum nachgefragt wurde. Auch wenn einer der größten Hagener Arbeitgeber an der Strecke liegt - dessen Mitarbeiter sind nicht in unsere Busse gestiegen.

Frage: Warum hält die Linie 84 nicht mehr an sämtlichen Haltestellen in der Selbecke?

Bonkowski: Darauf haben wir keinen Einfluss. Es handelt sich um einen Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft. Der Anbieter hat sogenannte Bedarfshaltestellen eingerichtet und will so die Fahrtzeiten reduzieren.

Frage: Durch den neuen Fahrplan erreiche ich meinen Anschlusszug am Hauptbahnhof nicht mehr. Warum kann man das nicht besser koordinieren?

Kathrin Heisinger: Leider kann es insbesondere in den frühen Morgenstunden zu Änderungen kommen. Aber am Hauptbahnhof fahren in sehr dichter Taktung Züge los. Es ist unmöglich, all unsere Busse entsprechend der Abfahrtszeiten der Züge am Bahnhof vorfahren zu lassen.

Frage: Der MVG-Bus 84 und der Bus der Hagener Straßenbahn fahren nahezu zeitgleich in Breckerfeld ab. Kann man das nicht besser abstimmen?Bonkowski: Die Busse fahren nicht hintereinander, sondern in einem Abstand von 18 Minuten. Allerdings haben sich unsere Abfahrtzeiten der Linie 512 geändert. Morgens setzen wir neben unseren stündlichen Fahrten einen zusätzlichen Bus ein, der sicherstellen soll, dass die Breckerfelder Kinder Hagener Schulen rechtzeitig erreichen.

Frage: Warum ist die Linie 542 nicht auf die Abfahrtszeiten der S-Bahnlinie 8 abgestimmt?

Spoden: In den Hauptverkehrszeiten bieten wir zwischen Gevelsberg und Hagen einen 15-Minuten-Takt an. Für die meisten Kunden, die diese Verbindung nutzen, ist die S-Bahn keine Alternative, weil sie Ziele jenseits des Hagener Hauptbahnhofs haben. Diese Linie, die den Schnellbus 72 ersetzt, dient der Erschließung von Gevelsberg und Hagen.

Frage: Warum fahren die Nachtexpress-Linien sternförmig von der Haltestelle Stadtmitte statt vom Bahnhof ab?

Spoden: Zahlreiche Nachtexpresslinien halten auch am Bahnhof. Mit dem NE 9 haben wir zusätzlich einen Zubringerbus eingerichtet, der für eine Verbindung zwischen Bahnhof und Stadtmitte sorgt.

Kunden, die noch nach der für sie günstigsten Verbindung suchen, empfiehlt die Straßenbahn die elektronische Fahrplanauskunft im Internet unter www.strassenbahn-hagen.de.

Den Kommentar zum Text lesen Sie hier.

Jens Stubbe

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Kommentare
21.06.2009
09:54
Direkte Verbindung ist das Optimum
von Liebes Klima | #12

Leute lasst das Auto stehen und fahrt mit dem Bus, der Umwelt zuliebe!
Sagt mal wollt ihr uns verarschen!
Wie soll denn das gehen. Immer höhere Fahrpreise, immer weniger Verbindungen.
Wenn ich nicht ausweichen könnte mit Bahn und Auto könnte ich meinen Job hinschmeißen.
Lieben Dank !
Hab gedacht ihr seid für die Menschen mit geringem Einkommen ideal, hab meine Meinung korregiert.
Entweder haste Kohle für die hohen Fahrpreise oder viel Zeit um deine Besorgungen zu machen oder du steigst um auf Auto.
Na gut , wusste ja immer das der Kleine Bürger zahlen muss. Aber das ihr glaubt uns verarschen zu können ohne rot zu werden ist schon heftig.

18.06.2009
16:54
Direkte Verbindung ist das Optimum
von Van Helsing | #11

Die 4 Akteure auf dem Bild scheinen sich ja köstlich zu amüsieren.
Klappt doch prima.
Fahrpreis rauf, dafür Liniennetz ausdünnen.
Und ab 19.30 Uhr gibt es Nachtexpress.
Dafür werden dann die Parkuhren auf 21.00 Uhr ausgeweitet.

Eine Frage habe ich aber noch an Herr Spoden:

Wann ist er das letzte mal mit dem ÖPNV von seinen Wohnort zu seiner Arbeitsstelle gefahren?
Oder auch zurück?

Wieviel Zeit beträgt diese Wegstrecke?

Ns. Ich selbst bin nach einen Veranstaltungsende um genau 19.15 Uhr im Ratssaal,
wegen der guten Anbindung des ÖPNV,
um 21.20 Uhr zu Hause gewesen.

Warum fahren ab ca. 19.15 Uhr,
5 Linien hinter einander von der Hauptsparkasse die Gewecke an?

18.06.2009
11:59
Direkte Verbindung ist das Optimum
von Außendienstler | #10

Statt bislang vier fahren nur noch drei für mich relevante Linien in ausgedümmten Takt. Rein theoretisch kann man sich damit gut arrangieren - z.B. als Rentner oder wenn man zum Einkaufsbummel oder zum Freizeitvergnügen möchte. Hat man aber den ganzen Tag voller wichtiger Termine, dann ist es schwierig, plötzlich drei Stunden zusätzlich am Tag nur für Buswartezeiten einzuplanen.

Für kurze Strecken werde ich wohl aufs Fahrrad und für die etwas längeren wieder auf das Auto umsteigen müssen. Dafür wird das Ticket 2000 gekündigt und unter dem Strich spare ich nicht nur pro Woche mindestens 5 Stunden wertvolle Zeit (die vorher durch optimalere Anbindungen nicht vorhanden waren), sondern auch einen Haufen Geld ... bzw. Geld, das ich nicht verliere, weil ich weniger Kunden an einem Tag besuchen kann.

Und etwas clever gefahren sind die Spritkosten wahrscheinlich gar nicht teurer als die Monatskarte.

Schade, Hagener Straßenbahn. Demnächst dann wohl wirklich nur noch von irgendwem subventionierte Kunden, die zu ermäßigten Preisen fahren.

Für mich ist die neue Taktung leider nicht mehr wirtschaftlich.

17.06.2009
21:16
Direkte Verbindung ist das Optimum
von EinerVomFußvolk | #9

Tatort Flensburgstraße in Halden, seit nunmehr 3 Tagen: Die Planer der Straßenbahn AG haben es tatsächlich hinbekommen, trotz der Streichung der Linie 526 diese extrem enge und zugeparkte Straße noch intensiver zu frequentieren. Mein Respekt vor so einer logistischen Glanzleistung. Die 525 und 547 fahren nun fast zeitgleich, und zwar in beiden Richtungen. Platz zum Ausweichen: Quasi Null. Manchmal sind also die Busfahrer sogar noch schlechter dran als die ÖPNV-Kunden: Kunden dürfen öffentlich meckern, Busfahrer nicht. Ansonsten: Auch am dritten Tag nach der Fahrplan-Umstellung ist immer noch ne Menge Platz im Bus. Kein Gedrängel beim Einsteigen am ZOB Hbf oder auch in der Stadtmitte. Viele Leute scheinen andere Wege gefunden zu haben, den Weg zur Arbeit zurückzulegen. Die Straßenbahn AG selbst spricht von wenig massiver Kritik am neuen Busfahrplan. Ich dagegen nenne so etwas stumme Kritik, und diese Form kann mitunter sehr wirkungsvoll sein, insbesondere unmittelbar vor einer Kommunalwahl. Ich selbst warte noch ab, ob ich mein Abo kündigen werde. Statt vorher drei Verbindungen habe ich pro Stunde jetzt zwar nur noch eine, aber ich hatte in dieser Woche immer einen Doppelsitzplatz und konnte es mir im Bus so richtig gemütlich machen.

17.06.2009
18:56
Direkte Verbindung ist das Optimum
von braininvastigation | #8

Werde meine Abo kündigen ,und eine Fahrgemeinschaft gründen. Mein Abo ist für mich ,wertlos geworden .Vielen Dank.

17.06.2009
17:23
Direkte Verbindung ist das Optimum
von eres | #7

@hexe: vor vielen jahren gab es einmal (als reaktion/protestaktion gegen stark gestiegene fahrpreise des vrr) die aktion roter punkt.
wer mitgenommen werden wollte hielt ein schildchen mit einem roten punkt in die höhe- wer fahrgäste mitnehmen wollte hatte einen roten punkt an der windschutzscheibe.

17.06.2009
17:15
Direkte Verbindung ist das Optimum
von Pete2009 | #6

#4
weil man sonst nicht den Wasserkopf der Verwaltung bezahlen kann - man könnte den auch abbauen oder effektiver machen aber das geht nicht so einfach wie Strecken streichen.

17.06.2009
11:05
Direkte Verbindung ist das Optimum
von wasweißdennich | #5

@Leo.Manzi: Das ist wie bei der gestzlichen Krankenversicherung. Da bekommen Sie auch immer weniger Leistungen für den gleichen Preis, da Sie all diejenigen, die warumauchimmer nichts oder wenig zahlen, quersubventionieren müssen - ob Sie nun wollen oder nicht.

17.06.2009
09:59
Direkte Verbindung ist das Optimum
von Leo.Manzi | #4

frage: warum muss ich den gleichen preis für reduzierte dienstleistung bezahlen?

17.06.2009
06:26
Direkte Verbindung ist das Optimum
von henne73 | #3

Natürlich ist es für die Fahrgäste ärgerlich, das Busse gestrichen wurde, oder viele Fahrzeit eng bei einander leigen. Aber wofür sollen noch so viele Busse fahren? Gut besetzt sind die nur, wenn Schüler zur Schule, oder nach Hause fahren. Sonst sind die Busse fast immer leer. Es kann nicht im Sinn der Bürger sein, das Busse für 3 Passagiere fahren. Das ist eine enorme Geld verschwendung. Die Bürger möchten einfach kein Bus mehr fahren, wenn sie nicht müssen.

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