Dienstmädchen ist nicht die einzige Leiche zwischen den Gängen

Hohenlimburg..  Ein rauschendes Fest hatte Lord Ashtonburry auf Schloss Hohenlimburg geplant. 54 Gäste sowie einige Vertreter des ehrenwerten Puddingclubs waren gekommen, um gemeinsam mit ihm seinen 60. Geburtstag zu feiern. Doch aus der geplanten Hochzeitsfeier wurde im wahren Sinne des Wortes ein echtes „Krimidinner” und eine „Nacht des Schreckens“.

Seit mehr als fünf Jahren gastieren die Darsteller des Krimidinner-Ensembles im Fürstensaal des Schlosses und verzücken ihre Gäste, die neben zahlreichen Morden auch in den Genuss eines exzellenten Vier-Gänge-Menüs kommen. „Die Location ist einfach sensationell und im Vergleich zu Hotels oder Tagungsräumen eine traumhafte Alternative. Im Winter kann es hier jedoch auch recht kühl für die Schauspieler werden“, schmunzelte Simone Röbern, die in die Rolle der Lady Ashtonburry schlüpfte und vor allem von der guten Stimmung auf Schloss Hohenlimburg schwärmte.

Diese gute Stimmung könnte es vorerst zum letzten Mal im Fürstensaal gegeben haben. Denn nach den geplanten Umbauarbeiten, sollen derartige Veranstaltungen in das ehemalige Schlossrestaurant verlegt werden.

Ersttäter vor Kerzenleuchtern

Unter den Besuchern waren viele „Ersttäter“, die den Anblick dreier prächtig gedeckter Tischreihen genossen. Große Kerzenleuchter, von Spinngeweben umrankt, sorgten für flackerndes Licht und schufen eine Atmosphäre, wie sie einem Schlossdinner würdig erscheint. Passende Soundeffekte sorgten für gruselige Stimmung, denn auch der Schlosshof tauchte mit fortschreitender Uhrzeit immer tiefe ins Dunkel der Nacht. Nach Einweisung durch Butler Bunter, der vor allem durch seinen vermeintlich schottischen Charme zu überzeugen wusste, begrüßte der Lord seine Gäste persönlich, ehe das Dienstmädchen das Zeitliche segnete. Ihr sollten noch weitere Leichen folgen.

Aufmerksam konnten die Gäste dem Geschehen rund um ihre Tische folgen und eifrig kombinieren, um den Mörder ausfindig zu machen. Sechs Gäste mussten sogar tatkräftig in die Inszenierung eingreifen, ob als Arzt oder Puddingclubmitglieder. Allen voran Robert Hartwig, der sich dem Aufnahmeritual in den Zirkel des Puddingclubs stellen musste und diese Aufgabe mit Bravour löste.

Jeder ist Zeuge

Die Gaumenfreuden des „Hummer-Caterings“ unterbrachen die stetig rasanter werdenden Schauspieleinlagen und begeisterten auch die Gäste des Lords, die am Ende gefordert waren. Denn jeder musste als Zeuge seine Aussage schriftlich zu Protokoll geben. Beobachtungsgabe, Kombinationsreichtum und ein bisschen Kreativität waren gefordert, um den Mörder zu enttarnen.

Ein gelungenes Showkonzept, das mit selbst geschriebenen Stücken im Stile von Edgar Wallace, viel Esprit und Humor abermals für einen höchst vergnüglichen Abend sorgte. Kein Wunder, dass viele Gäste den Abend als „absolut unterhaltsam“, „genial“ und „irgendwie unheimlich“ bezeichneten.