Die Wassererzeugung bleibt in Hagener Hand

Beim Trinkwasser setzen die Hagener auf die eigene Produktion.T
Beim Trinkwasser setzen die Hagener auf die eigene Produktion.T
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Was wir bereits wissen
Die Hagener werden ihr Trinkwasser auch in Zukunft aus den Wasserwerken Hengstey und Hasper Talsperre beziehen. Das hat am Donnerstag der Rat entscheiden.

Hagen.. Die Wasserproduktion und Verteilung bleibt unter alleiniger kommunaler Regie der Hagener. Dafür hat sich gestern der Rat in geheimer Abstimmung mit einer klaren Zweidrittel-Mehrheit (37:20) ausgesprochen. Damit fiel der von Enervie und der Stadtverwaltung favorisierte Vorstoß durch, die Anlagen in Hengstey aufzugeben und in eine interkommunale Kooperation mit den Wasserwerken Westfalen (WWW) einzusteigen.

OB Schulz für WWW-Kurs

Oberbürgermeister Erik O. Schulz hatte zuvor noch einmal ausdrücklich für den WWW-Kurs geworben: „Interkommunale Kooperationen dürfen nicht immer nur bei den Sonntagsreden weit vorne sein“, erinnerte der Enervie-Aufsichtsratsvorsitzende daran, dass mit der Erzeugung in Westhofen nicht bloß die Qualität gesichert sei, sondern auch der Preis für die Bürger günstiger ausfalle. Außerdem bleibe Enervie eine 14,5-Millionen-Euro-Investition in eine weitere Aufbereitungsstufe erspart, was dem Unternehmen gerade in Zeiten mangelhafter Liquidität sehr gut getan hätte. Stattdessen würden entlang der Ruhr jetzt Überkapazitäten von 100 Millionen Kubikmetern zementiert, weil Hagen eine kommunale Beteiligung an WWW von 7,5 Prozent nicht ausgereicht habe. „Ich hätte mir mehr Mut gewünscht, das Thema anzupacken“, fand Schulz mit seinen Argumenten jedoch lediglich bei Hagen Aktiv und FDP politisches Gehör.

Bewährte Produktion in Hengstey

„Hagens Wasserversorgung muss in Hagens Händen bleiben“, hielt CDU-Fraktionschef Wolfgang Röspel die eigene Versorgungssicherheit als höchsten Wert dem OB entgegen. Die Wassererzeugung in Hengstey als solides Standbein der Enervie habe sich bewährt. Gleichzeitig signalisierte er in Richtung SPD, dass seine Partei auch bereit sei, eine Übertragung der Wassersparte an den Wirtschaftsbetrieb Hagen ergebnisoffen zu prüfen.

SPD-Sprecher Werner König würdigte das Votum des Rates als ein Signal des obersten Entscheidungsgremiums des Hauptanteilseigners: „Wir haben uns mit unserem Gestaltungsrecht gegen die Kursvorgabe des Enervie-Vorstandes durchgesetzt.“ Ein geringfügig erhöhter Wasserpreis sei durchaus zu rechtfertigen, wenn man damit unabhängig von Monopolisten bleibe, betonte der Genosse. Ähnlich sah es auch Grünen-Fraktionssprecher Jochen Riechel, der am Ende der Debatte „einen sachgerechten Beschluss als Ergebnis qualifizierter Ratsarbeit“ würdigte.

Enervie wurde vom Rat zudem aufgefordert, die notwendigen Ertüchtigungen in Hengstey jetzt umzusetzen und in Zukunft aus Kostengründen die größtmögliche Wassermenge aus der Hasper Talsperre zu entnehmen.