„Die Tallage intensiviert die Schallprobleme“

Fast einhundert Hohenlimburger verfolgen am Mittwochabend die Diskussion um die Windenergieanlagen im Rathaussaal.
Fast einhundert Hohenlimburger verfolgen am Mittwochabend die Diskussion um die Windenergieanlagen im Rathaussaal.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Zufrieden verließ Andreas Paul, Mit-Initiator der Bürgerinitiative „Gegenwind Hagen“ am Mittwochabend den Rathaussaal. Fast ein Dutzend Anwohner aus der Nahmer und aus der Wesselbach hatten die Gunst der Stunde genutzt und mit ihren Fragen, die bis zur nächsten Sitzung am 16. September schriftlich beantwortet werden sollen, der Verwaltung für die Sommerferien Hausaufgaben verordnet. „Wird es eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben?“, wollte Dr. Marion Kittelmann wissen, eine solche sei nach ihren Kenntnissen bei der Erstellung von 20 Windenergieanlagen erforderlich; Marcos Piesche sprach den Brandschutz und die Zufahrtswege zu möglichen neuen Anlagen an, die auf einer Höhe von mehr als 300 Metern liegen. „Werden diese Wege in den Wintermonaten geräumt? Steht bei der Feuerwehr ausreichend Material und Manpower zur Verfügung, um eine brennende Anlage zu löschen?“, fragte Piesche, der auch das Problem der Schutzzonen für Anwohner aufwarf, wenn eine solche Anlage u.a. durch Blitzschlag in Brand geraten sei.

Fragen zum Verfahrensablauf (Andreas Paul) und zum Infraschall („wie will die Verwaltung die Bürger davor schützen“, so Anja Brand) soll die Verwaltung ebenfalls beantwortet. Einen nicht unwesentlichen Aspekt warf Arno Haarmann-Thiemann auf. „Der Bereich der Klinik Ambrock und des Golfclubs Berchum sind zu Tabuzonen für Windenergieanlagen erklärt worden. Warum nicht die Wesselbach mit dem AWo-Seniorenzentrum?“

Welche Chancen haben wir

„Welche Chancen haben wir Bürger, uns gegen die Windenergieanlagen zu wehren“, wollte Birgit Schulte wissen. Die Mitbegründerin des Bürgervereins Wesselbach verwies auf die Kraniche die in jedem Frühjahr und in jedem Herbst zu Tausenden durchs Tal ziehen. Deshalb sei ein Mindestabstand von 1000 Metern zu Windenergieanlagen erforderlich.

Die Belastungen durch den Schall machte Volker Hamscher deutlich. „Die Wellen überlagern sich. Bei sieben Anlagen müssen die Bürger eine mehrfache Belastung ertragen. Die Tallage intensiviert die Probleme noch. Der Schall kann reflektiert werden.“

Der Fragenkatalog ist lang, den die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung nun abarbeiten muss. Denn die Politiker sprachen sich einstimmig dafür aus, dass alle Fragen schriftlich beantwortet und allen Fragestellern dann zugestellt werden.

In der anschließenden Diskussion machten die Vertreter aller Fraktionen deutlich, dass sie gegenwärtig „auf Distanz zu den Windenergieanlagen gehen werden“, so Peter Arnusch. Und Mark Krippner (SPD) ergänzte: „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt.“