Die „Stimme der Kinder“ nimmt Abschied

„Großer Bahnhof“ bei der Verabschiedung von Geschäftsführerin Christa Burghardt (rechts)  vom Kinderschutzbund, hier im Bild mit der neuen Geschäftsführerin Manuela Pischkale-Arnold.
„Großer Bahnhof“ bei der Verabschiedung von Geschäftsführerin Christa Burghardt (rechts) vom Kinderschutzbund, hier im Bild mit der neuen Geschäftsführerin Manuela Pischkale-Arnold.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Christa Burghardt, Geschäftsführerin des Hagener Kinderschutzbundes, wurde gestern „mit großem Bahnhof“ und von vielen Wegbegleitern verabschiedet.

Hagen.. Sie war die Erste, die beim „Gummibären“-Lied mittanzte, sie war die Erste, die bei ihrem Lieblings-Kinderlied „Immer ich“ lautstark mitsang, und sie war die Einzige, die die langen Reden herzlich-burschikos unterbrach und kurzerhand für beendet erklärte. Denn schließlich sollte doch gemeinsam gefeiert werden. Ihre, sprich Christa Burghardts Verabschiedung nach 32 Dienstjahren beim Hagener Kinderschutzbund fiel genau so aus wie es sich jene, die die patente Frau kennnen, gewünscht haben. ­Christa Burghardt stand im Mittelpunkt, obwohl sie immer wieder betonte, dass ohne ihr Team und ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter weit weniger zum Wohle der Kinder und Familien in Hagen gelaufen wäre. Doch an Christa Burghardts Präsenz, Temperament und Energie kam auch gestern im Mehrgenerationenhaus niemand vorbei.

Lange Menschenschlangen um kurz vor 11 Uhr vor dem Gebäude in der Potthofstraße 20 wiesen daraufhin hin, dass hier etwas Besonderes gefeiert wurde. Richtig – die Verabschiedung jener Frau, die als „Die Stimme der Kinder“ gilt. Die engagierte Kämpferin für die Rechte von Kindern und Jugendlichen, die 1983 als junge Sozialpädagogin und Halbtagskraft beim Hagener Kinderschutzbund eingestellt und später zur Geschäftsführerin bestimmt wurde, hat nicht nur ein unglaubliches Netzwerk im Jugend- und Sozialbereich aufgebaut, sondern auch ein Mehrgenerationenhaus realisiert, das zur Anlaufstelle für unzählige Familien – mittlerweile auch viele Flüchtlingsfamilien – geworden ist.

Apropos Mehrgenerationenhaus: Im Bereich Spendensammeln gibt es wohl niemanden, der erfolgreicher als Christa Burghardt agiert. So erinnerte auch Oberbürgermeister Erik O. Schulz bei seiner Dankesrede an ihre Dauerpräsenz bei Sportveranstaltungen, Sommer- und Straßenfesten: „Vor Ihrer Spendenbüchse war niemand sicher“, scherzte Schulz.

Lob für rasante Realisierung des Hauses

Zur Erinnerung: 2002 hatte Christa Burghardt die Idee, ein „Haus für Kinder“ zu bauen. Mitten in der Innenstadt sollte es entstehen, finanziert rein durch Spenden. „Ich hab’ gedacht: ,Das schaffst du, auch wenn es zwölf Jahre dauern wird’“, erinnert sich die agile Frau mit der sportlichen Kurzhaarfrisur. Und dann? Nach nur viereinhalb Jahren – im Mai 2007 – wurde in der Potthofstraße Einweihung gefeiert – Christa Burghardt hatte die erforderliche eine Million Euro, die der Neubau gekostet hatte, zusammengetrommelt.

Auch René Röspel, MdB und Kuratoriumsmitglied, war zur Verabschiedung gekommen und lobte die rasante Realisierung des Hauses. Und auch Röspel scherzte freundschaftlich: „Christa, ich hab’ dich immer um deine Zähne beneidet.“ Womit der Politiker nicht nur auf Christa Burghardts gleichmäßiges Gebiss, sondern auch auf ihren Biss in puncto „Rechte für Kinder“ anspielte. Rainer Goldbach (Fachbereich Jugend und Soziales) brachte es auf den Punkt: „Christa Burghardt hat eine Lobby für Kinder in Hagen geschaffen.“

Und die Geehrte selbst? Sie strahlte – so wie (fast) immer. . .