Die Nutria und das natürliche Gleichgewicht

In der Natur stellt sich meistens ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ein. Das bedeutet, dass eine Art eine andere normalerweise nicht ausrottet, auch wenn sie diese als Beute betrachtet. Ein berühmtes Beispiel sind die großen Tiere in der afrikanischen Savanne. Die Löwen fressen die Gnus und die anderen Antilopen, aber von denen gibt es so viele, dass ihre Art insgesamt nicht gefährdet ist. Und wenn die Löwen noch so viel Hunger verspürten, sie können nie alle Antilopen auffressen (was ja letztlich auch den Untergang der Löwen bedeuten würde, sie hätten ja dann nichts mehr zu jagen).

Manchmal aber gerät das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn eine Tierart in eine neue Heimat gerät. Das ist derzeit in Hagen der Fall. An den Ufern der Volme hat sich die Nutria ausgebreitet. Dieses Nagetier gehört eigentlich nicht nach Europa, sondern stammt aus Südamerika. Menschen haben einzelne Exemplare hierher gebracht, nun haben sie sich stark vermehrt (unser Bild zeigt eines der Tiere an der Ruhr bei Herdecke). Nutrias mögen Pflanzen. Nun gibt es in Vorhalle die Kaisbergaue, ein Naturschutzgebiet mit seltenen Gräsern und Sträuchern. Jäger und Naturschützer sorgen sich, dass die Nutrias, die viel Hunger haben, alle diese seltenen Pflanzen auffressen könnten. Um die Pflanzen zu erhalten, sollen die Tiere jetzt abgeschossen werden. So kann das natürliche Gleichgewicht in etwa wieder hergestellt werden.

Foto: Michael Hartung