Die Männer der ersten Stunde kennen keine Trockenheit

Selbecke..  In der Stadtredaktion Hagen gibt es einen Spruch: Sollte die Stadt jemals von einer Dürreperiode mit Wassernot geplagt werden – wir haben die Lösung des Problems. Denn (fast) immer, wenn das Team von Achim Beule und die WESTFALENPOST zum Kartcup rufen, öffnet der Himmel seine Schleusen. Das aber ist nur eine der Geschichten, die eine der größten Motorsportveranstaltungen Deutschlands in den letzten neun Jahren geschrieben hat. Zur zehnten Auflage wird es Zeit für einen (sehr subjektiven und nicht immer ernsten) Blick zurück.


2006Die Geburtsstunde einer der größten Motorsportveranstaltungen der Republik liegt im Jahr 2006. Da hatten sich Kartbahnbetreiber Achim Beule und Mitglieder der WP-Stadtredaktion mal zu einem kleinen Brain-Storming getroffen. Und schnell war klar: Wir bringen ein Rennen an den Start, bei dem Menschen, die noch nie zuvor in einem Kart (geschweige denn in einem Rennauto) gesessen haben, die Faszination Motorsport hautnah erleben können. Der WP-Familiencup, später WP-Kartcup, ist geboren.

Die Feuerwehr Hagen ist schon damals schneller als die Polizei erlaubt und zählt im Regenrennen neben den Cool Runners zu den Siegern. Am Steuer sitzt unter anderem Alex Zimmer, einer jener Männer, die bislang bei jedem Rennen dabei waren.


2007Das Duell zweier Banker prägte den WP-Kartcup im Jahr 2007. Die auch heute noch amtierenden Vorstände Hermann Backhaus (Märkische Bank) und Klaus Oberliesen (Sparkasse) lieferten sich auf der Piste ein heißes Duell. Allerdings nur um Platz zwei und drei. Abgehängt werden die Finanzexperten im Promi-Rennen von einer echten Weltmeisterin: Dabei glänzt Katja Ricken sonst auf der Kegelbahn.


2008Unter dem Teamnamen „Staatsoper“ geht das Team des Philharmonischen Orchester im Jahr 2008 ganz bescheiden an den Start. Und neben dem Posaunisten Edgar Werle sind vor allem die weiblichen Teammitglieder Katrin Geelvink und Kijoo Park wahre Hingucker. In ihrem Vorlauf landet das Team der vermeintlichen Feingeister in seinen „Wir sind Orchester“-Shirts auf einem äußerst beachtlichen 16. Rang.

2009Viele Neuerungen beim Kartcup 2009: Zum ersten Mal gibt’s ein reines Frauenrennen. Die Prosecco-Tanten können am Ende die Korken knallen lassen. Erstmals ist die Märkische Bank auch neben der Piste dabei. Und zwar als Sponsor, der durch seine großzügige Unterstützung den WP-Kartcup erst möglich macht. Während uns das Kreditinstitut seither die Treue gehalten hat, sind uns die Damen abhanden gekommen. 2015 wird es leider kein Damenrennen geben. Nur fünf Teams hatten gemeldet. Einige treten jetzt in der Mixed-Wertung an.


2010Die Feuerwehrleute, Männer der ersten Stunde beim WP-Kartcup, haben 2010 im B-Finale ein besonderes Ziel vor Augen. Denn da kurvt mit Regierungspräsident Helmut Diegel (der übrigens beim ersten Promi-Rennen Lunte gerochen hatte) ausgerechnet jener Mann vor ihnen auf der Piste herum, der als Boss aller Kommunen die längst verdiente Beförderung der Lebensretter verhindern musste. Allerdings hatten die Blauröcke das Nachsehen. Das Team der Kommunalaufsicht siegte, für die Feuerwehr blieb nur der vorletzte Rang.


2011Die Motorsportveranstaltungen, bei denen sich Prinzen oder gar Prinzessinen ans Steuer setzen, dürften wohl an einer Hand abzuzählen sein. Der WP-Kartcup gehört seit 2011 dazu. Da nämlich nahm Nicole I. in der Neun-PS-Kutsche Platz. „Wann kann ich mich fürs nächste Jahr wieder anmelden?“ fragte die Karnevalsprinzessin, als sie (übrigens völlig durchnässt) aus dem Kart kletterte.


2012Polit-Duell auf der Piste: Während sich SPD und CDU ja sonst vorzugsweise Verbalduelle im Ratssaal liefern, trafen im Jahr 2012 die Sozis und die Christdemokraten auf dem Motodrom aufeinander. Dort stiegen unter anderem die Herren Krippner und Purps in die Karts. Wer am Ende die besseren Argumente hatte – daran können wir uns beim besten Willen nicht mehr erinnern.


2013Viele rasten auch 2013 um den Sieg. Für eine Fahrerin zählen in ihrem Leben jedoch ganz andere Dinge. 2009 wurde Alexandra Biederbeck von der Feuerwehr Hagen schwerstverletzt nach einem schlimmen Unfall im Volmetal aus ihrem Auto befreit. Vier Wochen Koma und sieben Operationen folgten. Vier Jahre später fuhr die junge Frau für das Damenteam der Lebensretter beim WP-Kartcup mit.


2014Hungern für den WP-Kartcup – gibt’s nicht? Doch. Gerd Kaupenjohann, Polizeipräsident von Haspe, ist das lebendige Beispiel. Über Jahre hatten ihn die drahtigen Kollegen bei der Beschleunigung aus den Spitzkehren die entscheidenden Meter geklaut. Nicht etwa, weil sie eleganter in den Bogen einlenkten, sondern – da war sich Kaupenjohann sicher – weil sie in einer ganz anderen Gewichtsklasse antraten. Vor dem Kartcup 2014 mutierte der Wachleiter aus dem Hagener Westen zum Magermodell. 18 Kilo Gewicht hatte er in fünf Monaten reduziert. In diesem Jahr ist er allerdings nicht am Start. Was wohl nicht an seinem Gewicht oder daran liegt, dass er in Haspe gerade ein kleines Wildschwein gerettet hat. Die Polizei (skandalös) lädt für heute zum Tage der offenen Tür.


2015Geschichten auf und neben der Piste wird es auch im Jahr 2015 wieder geben. So wie die von Dennis Kleemann, der alljährlich mit dem Roller aus Hamburg zum WP-Kartcup anreist. Welche das sein werden – wir sind gespannt.

Und werden am kommenden Montag ausführlich berichten.