Die Kreisel-Frage

Eigentlich ist das entscheidende Wort in diesem Zusammenhang. Denn eigentlich wird Werbung sowie Beleuchtung, die darauf hinweist, auf Kreiverkehren außerorts überhaupt nicht gern gesehen. Straßen NRW, Hüterin über die Landstraßen der Region, genehmigt sowas aus Sicherheitsgründen nicht und blieb landesweit bislang auch immer hart, wenn Firmen auf nahegelegenen Kreisverkehren außerorts ihre Logos platzieren wollten. Man wollte keinen Präzedenzfall schaffen. Eigentlich.


Auf Haßley hat man das jetzt aber getan. Dort darf Energieversorger Enervie auf dem Kreisel vor seiner neuen Konzernzentrale (liegt außerorts) eine „dezente Gestaltung“ vornehmen. Dezent heißt: Enervie darf keine stehende Werbeanlage errichten, dafür aber sein Emblem auf dem Kreisel einschottern und ein LED-Lichtband drumherum platzieren.


Fraglich ist, wer das Emblem sehen können wird (Autofahrer wohl kaum) und wie Straßen NRW künftig gegenüber anderen Firmen argumentiert, bei denen man die Werbung auf dem Kreisel vor ihrer Haustür natürlich untersagt.


Sinnvoller wäre ein Schriftzug an der Konzernzentrale, den Fahrer von der A 45 oder der Hünenpforte aus sehen könnten. Die großen Lettern wären auch nicht zum Präzedenzfall geworden.