Die Freundin auf der Bühne entpuppt sich auch als gute Sängerin

Hagen..  Lässig, in Jeans und T-Shirt mit neongrünem Totenkopf, kommt Mirja Boes auf die Bühne gesprungen. „Kannst du mal bitte das Licht anmachen“, ist das Erste, was sie in den Zuschauersaal der Stadthalle Hagen ruft. Man merkt sofort: Der Komikerin und Sängerin ist der Kontakt zum Publikum wichtig.

In ihrem neuen Programm „Das Leben ist kein Ponyschlecken“ ist es gerade diese Nähe, die den Reiz ausmacht. Boes ist auf der Bühne die Freundin, die man sonst zum Kaffetrinken trifft und mit der man gemeinsam über kleine und große Alltagspannen, übermotivierte Mütter und Schönheitsdesaster lachen und lästern kann.

Dass ein „Landing strip“ nichts mit Flugzeugen zu tun hat und was Hähnchenhaut noch alles kann, erklärt schnell, warum das Leben eben nicht immer ein Ponyschlecken ist. Denn Enthaarungsabenteuer und figurformende Unterwäsche stellen die Frau von heute immer wieder vor neue schmerzhafte Herausforderungen – das weiß auch Mirja Boes nur zu gut. Klingt nach reinen Frauenthemen? Nein. In zwei Stunden uneitler und authentischer Unterhaltung kommen auch die Männer auf ihre Kosten und können noch einiges über sich selbst und vor allem über ihre Frauen lernen.

Stimmungsvoller Big-Band-Sound

„Männer sind Jäger“ heißt es da in einem Lied, das Boes zusammen mit den „Honkey Donkeys“ präsentiert. Eine unerwartet klare Stimme und ein stimmungsvoller Big-Band-Sound sind nämlich ebenfalls wichtiger, wenn nicht sogar der Hauptbestandteil des Programms.

Comedy-Pop klingt vielleicht nach ein bisschen „Rumgeklimper“ und zusammengewürfelten Textteilen, ist es aber im Fall von Mirja Boes und den „Honkey Donkeys“ nicht. Liebevoll komponierte Texte der sechsköpfigen Band und Boes, die sich als ausgesprochen gute Sängerin beweist, entführen auf der Bühne in eine andere Welt. Eine Welt, in der alles halb so wild ist, in der man sich selbst mal ordentlich auslachen sollte und in der Männer auch mal wieder Liebesbriefe schreiben.

Romantik auf der Bühne

Ja, auch romantisch wird es auf der Bühne, als der Song „Liebeslied“ gespielt wird und ein Paar aus dem Publikum Bühnenluft schnuppern darf. Während des Liedes soll der Mann seiner Herzdame einen Liebesbrief schreiben. „Nichts Obszönes, versteht sich, schließlich soll der Brief anschließend laut vorgelesen werden“, bemerkt Boes mit einem Augenzwinkern. Dass ein paar liebe Worte schon ausreichen, um einer Frau ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, wird sich wohl jeder Mann im Publikum gemerkt haben.

Was ein betender Breitmaulfrosch im OP macht, warum Britta ein vorbelasteter Name ist und warum Lachen die beste Therapie ist, das kann nur Mirja Boes in Anekdoten und Liedern aus einem Leben, dass eben nicht immer ein Ponyschlecken ist, erklären.