„Die Chance für einen Neuanfang am Theater Hagen"

Intendant Norbert Hilchenbach.
Intendant Norbert Hilchenbach.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Norbert Hilchenbach (62) ist seit 2007 Intendant des Hagener Theaters. Seine Amtszeit endet im Jahr 2017 gemeinsam mit der von Generalmusikdirektor Florian Ludwig (45).

Hagen.. Norbert Hilchenbach (62) ist seit 2007 Intendant des Hagener Theaters. Seine Amtszeit endet im Jahr 2017 gemeinsam mit der von Generalmusikdirektor Florian Ludwig (45).

Was bedeutet der gleichzeitige Abgang der Doppelspitze für das Haus?

Norbert Hilchenbach: Es ist gut, dass Florian Ludwig und ich zum selben Zeitpunkt gehen. Das bietet die Chance für einen Neuanfang im Theater. Und ich möchte dazu beitragen, dass dieser Wechsel möglichst reibungslos funktioniert.

Wollen Sie Ihren Nachfolger einarbeiten?

Hilchenbach: Nein, auf keinen Fall. In dieser Position muss man sich selbst einarbeiten, den Betrieb kennenlernen, die Planungen für die Spielzeit 2017/18 machen. Wenn der neue Intendant Fragen hat, dann stehe ich natürlich zur Verfügung.

Dann kann er aber nicht erst im Sommer 2017 in Hagen antreten. . .

Hilchenbach: Nein, sondern sicherlich schon im nächsten Jahr. Das ist aber auch der übliche Weg. Deshalb ist jetzt die Politik am Zug. Spätestens bei der Vertragsunterschrift muss der neue Intendant wissen, woran er ist, wie viel Geld ihm zur Verfügung steht. Denn danach muss er ja seine Zukunftspläne ausrichten.

Wie es aussieht, wird er weiter einsparen müssen.

Hilchenbach: Ich kann nur immer darauf hinweisen, dass das Theater seit 2002 bis 2017 etwa 3,5 Millionen Euro eingespart haben wird. Was darüber ­hinaus geht, ist nicht zu stemmen.

Welche Eigenschaften muss der neue Intendant mitbringen?

Hilchenbach: Er muss künstlerische Erfahrung besitzen, aber auch wirtschaftlich denken und handeln können. Er muss eigenständig mit einem Budget umgehen können und Organisationstalent haben. Trotz aller künstlerischen Freiheit ist das Haus ja ein vollkommen durchorganisierter Betrieb mit fast 300 Angestellten.Und für alles andere musst du als Intendant zudem ein dickes Fall besitzen.

Könnten Sie sich einen Intendanten und Generalmusikdirektor in Personalunion vorstellen?

Hilchenbach: Nein, weil es sich um vollkommen unterschiedliche Arbeitsgebiete handelt. Ich will den Stressfaktor nicht überbewerten, aber beide Positionen fangen mit 60 Arbeitsstunden pro Woche an. Wie soll da ein Mensch beiden Aufgaben gerecht werden? Das würde ein schlimmes Ende nehmen.