Bundeswehr in der Schule
Die Armee rührt die Werbetrommel
20.04.2010 | 17:59 Uhr 2010-04-20T17:59:00+0200
Hagen. „Er macht das sehr gut, es ist eine gute Ergänzung zum Unterricht”, sagt Ursula Wentker, Lehrerin an der Realschule Emst in Hagen.
Zweifellos, Tareq Hakim macht das gut. Er kann gut reden, ist diplomierter Politologe. Tareq Hakim ist einer von 94 Jugendoffizieren der Bundeswehr. An Schulen repräsentiert er die Armee und soll den Jugendlichen politische Bildung vermitteln. Gestern machte er Halt vor der 9. Klasse der Realschule Emst, Kurs Sozialwissenschaften.
Vermutlich ist kein Zweiter besser geeignet als Tareq Hakim, um für den größten Bundeswehr-Einsatz die Werbetrommel zu rühren. Als Siebenjähriger ist er mit seiner Familie aus Afghanistan geflüchtet, einige Jahre später kämpfte er in eben jenem Land für die Bundeswehr an vorderster Front. Klar, die Schüler hängen von Beginn an seinen Lippen. Und Hakim, das muss man ihm lassen, ist ehrlich. Er verharmlost den Krieg nicht, er spricht auch die Dinge offen an, die am Hindukusch schief gelaufen sind. Doch trotz aller Probleme: „Der Einsatz ist weiterhin nötig.” Alles andere wäre aus dem Mund eines Vertreters der Bundeswehr auch eine kleine Sensation.
Die Klasse von Ursula Wentker ist gut auf ihren Gast vorbereitet, Afghanistan war in den letzten Wochen Thema im Unterricht. „Muss ich ins Ausland, wenn ich bei der Bundeswehr bin?”, will ein Schüler wissen. „Wenn man heutzutage Soldat wird, muss man davon ausgehen”, sagt Hakim. Schließlich habe man sich freiwillig verpflichtet. Der Beruf eines Soldaten sei immer mit einem großen Risiko verbunden. Für die Hagener Schüler steht nach ihrem Abschluss der Wehrdienst an. Ins Ausland werde man dabei aber natürlich nicht geschickt, erläutert Hakim.
Bei Hakims Sprechtempo kommt man nur schwer mit. Strukturiert geht er vor, um denjenigen zu entgegnen, die der Bundeswehr vorwerfen, in den letzten neun Jahren in Afghanistan nicht sonderlich viel erreicht zu haben. „Man kann geteilter Meinung sein, ob die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigt wird”, räumt Hakim ein, wird aber nicht müde zu betonen: „Wenn wir uns jetzt aus dem Land zurückziehen, lassen wir ein ganz instabiles Gebilde zurück. Dann zerplatzt Afghanistan wie ein Ballon.”
Hakim kennt auch die Schattenseiten eines Einsatzes im Kriegsgebiet. Seelsorgerische Betreuung für die Soldaten, die vier Monate weg sind von Familie und Freunden, gebe es zwar. „Über das Erlebte muss man aber auch nach der Rückkehr noch sprechen. Da muss noch viel getan werden”, erklärt der Jugendoffizier. „Es ist nicht unsoldatisch, wenn man nach solchen Erlebnissen Hilfe benötigt.”
Umstrittener
Bildungspartner
Der Bildungspartner Bundeswehr ist umstritten, Kritiker zweifeln an seiner Objektivität, die Bundeswehr würde nur Nachwuchswerbung betreiben. Dass die Neuntklässler nichts gelernt haben, ist jedoch falsch.
Sie wissen nun, warum die Bundeswehr noch immer in Afghanistan ist. Und sie wissen, dass das Land, das sie nur aus den Nachrichten kennen, nicht hinterm Mond liegt, sondern nur etwa sechs Flugstunden entfernt.
Gänzlich ausräumen konnte der Jugendoffizier die Einwände der Skeptiker aber nicht. Denn soviel Aufklärung Tareq Hakim auch betreibt, seine ganz persönliche Einstellung zum Afghanistan-Einsatz bleibt ebenfalls in den Köpfen der Schüler hängen. Diese ist fast durchweg positiv - und betont hat er sie gestern oft genug.
09:09
Anfragen über politische Aktivitäten im Raum Hagen sind zu richten an: Kreisverband Hagen DIE LINKE, Postfach 0702, 58007 Hagen, Telefon 02331 / 9236666 oder 015201848795
17:56
Wo war denn die LINKE bei dem Vortrag des Herrn Tariq Hakim?? Hat sich heir die Antifa nicht getraut Störaktionen durchzuführen, weil es sich um einen Soldaten mit Migrationshintergrund handelt??
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09:30
Ja wir Deutsche sind wieder wer. Wir dürfen auch international nicht nur Waffen liefern, nein wir dürfen sie auch gebrauchen. Der Krieg holt uns den Terrorismus nach Hause – deshalb und auch für das Leben unserer Soldaten – kann die Devise nur heißen „Raus aus Afghanistan!“