Der Verwaltungsmann im Parlament

Alles kann man nicht machen, wenn man es richtig machen will. Das ist die Überzeugung von Hans-Georg Panzer. Deshalb sitzt er jetzt nicht mehr in der Bezirksvertretung Hagen Nord, obwohl ihm das „viel Spaß gemacht hat“, sondern im Rat.

Als einer, der beide Seiten kennt. Die der Politik und die der Verwaltung, weil er selbst bei der Stadt Dortmund, Fachbereich Liegenschaften, arbeitet. „Wenn ich eine Vorlage lese, dann weiß ich schon mal, warum derjenige, der sie geschrieben hat, dass ein oder andere aufgenommen hat“, sagt der Grünen-Politiker, „vielleicht bin ich ein bisschen zurückhaltender, wenn es um die Kritik an den Ausarbeitungen der Verwaltung geht.“

Vertreter der Mindermeinung

Zurückhaltend in Diskussionen ist er nicht. Panzer vertritt Standpunkte. Seine Argumente werden gehört. In der Bezirksvertretung, im Rat und in anderen Gremien. „Dabei war das anfangs nicht immer leicht“, sagt er, „als Grüner vertritt man oft eine Mindermeinung.“

Nach der Kommunalwahl – vielleicht auch im Zuge jener Allianz, die dem parteilosen Erik O. Schulz auf den Oberbürgermeister-Sessel verhalf – hat sich das geändert. Panzer ist Vorsitzender des Umweltausschusses geworden. „Das war eigentlich gar nicht mein Plan“, sagt Panzer, der die neue Aufgabe mit Leidenschaft angeht. „Die Leitung eines Ausschusses ist schon mit erheblicher Mehrarbeit verbunden. Man muss den gesamten Ablauf kennen.“ Und die Zuständigkeiten eines Gremiums, das um die Bereiche Öffentliche Ordnung, Sicherheit und Personennahverkehr erweitert worden ist. Gerade der letzte Bereich wird in den Fokus rücken. „ÖPNV ist ein sehr komplexes Thema“, sagt Panzer, „er darf sich auf keinen Fall weiter verschlechtern.“

Zehn bis zwölf Gremiensitzungen und dazu noch die Sitzungen der Fraktion stehen zwischen zwei Ratsterminen in Panzers Kalender. „Sie alle wollen vorbereitet sein“, sagt der Politiker, dessen Gattin sich im Frauenbeirat und Behindertenbeirat engagiert. „Das Spektrum der Vorlagen ist groß. Manche kann man so runterlesen, andere sind furchtbar verständlich.“

Unter dem Strich aber macht Panzer, der sich für ein fahrradfreundliches Hagen einsetzen will, Politik Spaß. „Wenn man offen für andere ist, ist das ein tolles Feld“, sagt der Ratsherr, der sich darüber ärgert, dass Entscheidungen über Förderkulissen auf anderen Ebenen fallen, „die Kommune ist die Keimzelle der Demokratie. Da muss mehr Verantwortung hin.“