Der Traum von Gleichberechtigung

Sabine Klose und Christoph Rösner boten im Bentheimer eine hinreißen Vorstelllung.
Sabine Klose und Christoph Rösner boten im Bentheimer eine hinreißen Vorstelllung.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Mehr als unterhaltsam verliefen die Zwiegespräche zum ewigen Thema „Krieg der Geschlechter“ mit Sabine Klose und Christoph Rösner. Die beiden Protagonisten ergänzten sich jetzt vor ausverkauftem Haus im „Der Bentheimer“ bei „Käseigel unterm Petticoat“ nahezu ideal. Die Schauspieler begeisterten und verzückten das Publikum, das sich bestens unterhalten fühlte.

Rösner ist kein Unbekannter in der Kabarett-Szene. Als wohlgefälliger Pascha dominierte er beim Auftritt in der Adenauer-Ära sein „Weibchen“. Er hielt die singende und schauspielernde Sabine Klose wahrlich an der „Kette“. Es war somit eine Zeitreise zurück in die 50er und 60er Jahre.

Viele, wenn nicht alle im Publikum, hatten diese Zeit noch erlebt. Eine aus heutiger Sicht mehr als frauenfeindliche Epoche, in der die Frauen noch ihre Männer fragen mussten, ob sie denn einen Führerschein machen dürfen. Ein eigenes Konto hatten sie damals nur, wenn sie ihren „Göttergatten“ um Erlaubnis gefragt und dieser zugestimmt hatte.

Rösner spielte seine Rolle aufreizend männlich und dabei überaus natürlich. Zu ihm passt der Typ des männlichen Zynikers hervorragend. „Wenn Frauen sich die Lippen nachziehen, dann sieht das für mich aus, als ob ein Soldat sein Gewehr zieht“, scherzte er. Um dann gleich einen weiteren zotigen Spruch nachzulegen: „Liebe macht blind! Nur die Ehe macht sehend.“

Es waren im „Bentheimer“ zwei unterschiedliche Programmhälften, wie sie eigentlich widersprüchlicher nicht sein können.

Eine ausdrucksstarke Stimme

Vor der Pause träumten die Frauen noch von Gleichberechtigung. An diesen Träumen hätte die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer jedoch ihre Freude gehabt. „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines Bisschen Glück, und ich träume davon in jedem Augenblick.“ Alle Sehnsüchte der Frauen der damaligen Zeit wusste die quirlige Sabine Klose in diesem Lied von den Comedian Harmonists mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und einem Hauch von Melancholie darzustellen.

Subtiles Schmunzeln angesagt

Nach der Pause wurde es dann widersprüchlich. „Mein Körper gehört mir“ und „Ich bin nicht das Eigentum von Dir!“ Das hörte sich deutlich anders an. Die Frauen waren selbstbewusster geworden.

Es war somit eine Vorstellung, wie sie unterschiedlicher nicht hätte sein können. Aber in jeder Sequenz, in der Christoph Rösner und Sabine Klose die damalige Zeit darstellten, ging das Publikum mit. Mal gab’s ein subtiles Schmunzeln, dann wieder lautes Lachen. Auch bei Pointen, die „ihn und sie“ trafen. Alles in allem eine dennoch versöhnliche Vorstellung, die von Sabine Klose und Christoph Rösner nicht besser hätte gespielt werden können. Es war großartig.