Der „Schandfleck“ wird jetzt verkauft

Dortmund..  Einen „Schandfleck“ nannte Cityring-Chef Dirk Rutenhofer voriges Jahr das verwahrloste frühere Karstadt-Technik-Haus an der Kampstraße. Seit Februar 2016 steht es völlig leer. Monatelang haben die Eigentümer überlegt, die Immobilie selbst auf Vordermann zu bringen und neu zu vermieten; oder aber, sie zu verkaufen. Letzteres soll nun geschehen – die Käufer-Suche läuft.

Vermarkter aus Hamburg

Das Haus, in dem sich bis 2010 Karstadt befand, und jenes links daneben, in dem das Modehaus Boecker sitzt, bilden ein Ensemble. Dessen Eigentümerin ist die Fonds-Gesellschaft Dawnay Day Treveria Five B.V. mit Sitz in Amsterdam. Wer dort finanziell das Sagen hat, ist unklar.

Mit der Vermarktung des Karstadt-Hauses jedenfalls ist die Atos Asset Management GmbH aus Hamburg betraut. Deren Sprecher Hartmut Schultz bestätigte, dass das Ensemble endgültig zum Verkauf stehe. „Von den Eigentümern ist ein Makler beauftragt worden.“ Wer dies ist, mochte er nicht sagen.

Ebenso wenig öffentlich bekannt ist, zu welchem Preis die Immobilie gehandelt wird. „Ziel ist es, das Objekt bis Ende des Jahres zu verkaufen“, teilte Schultz mit: „Ob das klappt, können wir derzeit noch nicht definitiv absehen.“ Es gebe aber konkrete Kaufinteressenten.

Einzelhandel und Hotel

Der potenzielle Käufer kann auf ein bestehendes „Entwicklungskonzept“ für einen Neubau zurückgreifen, das am Standort des Karstadt-Hauses Einzelhändler und ein Hotel vorsieht.

Für das Konzept gibt es Schultz zufolge „diverse Mietinteressenten“; zudem ist es mit der Stadt vorabgestimmt. Diese „befürwortet eine Einzelhandels- und Hotelnutzung an diesem Standort“, bestätigte gestern Stadtsprecherin Heike Thelen. Das frühere Karstadt-Haus sei „mit seinem herausragenden Standort eine der derzeit wichtigsten Baumaßnahmen der Innenstadt“.

Die Stadt lege daher Wert „auf eine gute architektonische Lösung“ – ob der neue Eigentümer das Karstadt-Gebäude abreiße oder nicht. Ein Abriss des Boecker-Hauses ist hingegen kein Thema, zumal das Modehaus einen langfristigen Mietvertrag hat, und es weitere Mieter im Haus gibt. „Wenn ein neuer Investor kommt, kann das dem Ganzen guttun“, hofft Cityring-Vorstand Axel Schroeder. Er würde sich wünschen, dass im früheren Karstadt-Haus etwas Besonderes angeboten würde, das zusätzliche Besucher bringt. Beim Cityring hat man die Idee einer Markthalle in Dortmund schon mit der Immobilie in Verbindung gebracht. Die Frage ist, wie viel Geld ein neuer Eigentümer in die Sanierung des Gebäudes oder einen Neubau stecken muss. Wäre es wenig Geld, stünde die Immobilie vermutlich nicht zum Verkauf.

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