„Der kleine Motor schiebt ja richtig ab“

Julian Becker von BMW Kaltenbach berät Uwe Brüggemann zum Thema BMW i3.
Julian Becker von BMW Kaltenbach berät Uwe Brüggemann zum Thema BMW i3.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der 2. Tag der Elektromobilität lockte Interessierte nach Helfe und machte Appetit auf ein völlig neues Fahrgefühl ohne lärmenden Motor.

Hagen.. Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer wählte markige Worte: „Dass die zahlreichen Fahrzeuge für unsere Umwelt eine Bedrohung sind, wissen wir alle.“ Dennoch: In ganz Deutschland fahren gerade mal 19 000 umweltfreundliche Elektroautos. Kaum ein Hagener, auch kein Bürgermeister, hat sich bisher zu einem Stromfahrzeug durchringen können: Die Anzahl der E-Mobile dümpelt in der Volmestadt bei um die 100.

Der 2. Tag der Elektromobilität sollte deshalb am Samstag Interessierte locken und „Appetit machen“ auf ein völlig neues Fahrgefühl ohne lärmenden Motor und mit frischem Wind um den Ohren. Leider durchkreuzte schlechtes Wetter die liebevoll arrangierte Veranstaltung an der Biologischen Station (Haus Busch). Etwa 150 Besucher nutzten jedoch die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren.

Gestecktes Ziel nicht erreicht

Die Veranstalter – darunter Eco-Drive und Binse – beantworteten auch kritische Fragen: Gab es da nicht Anfang vergangenen Jahres das groß angekündigte Ziel, im Laufe eines Jahres 111 neue Elektro-Autos auf die Hagener Straßen zu bringen? „Das ist leider nicht erreicht worden“, gibt Ralf Blauscheck (56), Leiter der Biologischen Station und Mitorganisator der Veranstaltung, unumwunden zu.

Mit 24 Angeboten „aus erster Hand“ wollte man an diesem Wochenende weitere notwendige Überzeugungsarbeit leisten. Initiativen aus dem Umweltbereich und Fahrradhändler informierten Seite an Seite mit zahlreichen Autohäusern. Besonders beliebt bei den Besuchern war das Probefahren in den unterschiedlichsten E-Mobil-Modellen. Einige Besucher verloren Vorurteile, staunten: „Der kleine Elektromotor schiebt ja richtig ab!“

Ein südländisches Fahrgefühl

Elfriede Vögtlin aus Eilpe braucht von den Vorteilen eines Elektroautos nicht mehr überzeugt zu werden. Sie ist seit Januar 2014 stolze Besitzerin eines weißen Renault Twizzy und sehr zufrieden: „Seitdem läuft mein Leben anders.“ Das auf den ersten Blick etwas unförmig wirkende Gefährt hat zwei Sitzplätze hintereinander und offene Fenster. „Ein richtig südländisches Fahrgefühl“, schwärmt Elfriede Vögtlin. Und ein echter Hingucker.

Die 59-Jährige hat sich längst daran gewöhnt, dass ihr fremde Menschen freundlich und belustigt hinterher winken: „Manche halten auch den Daumen hoch“, schmunzelt sie. „Ein solches Auto ist halt immer noch eine kleine Sensation.“