Der BVB erweitert sein Stadion

Dortmund..  Der Signal Iduna Park bekommt einen Anbau: An der Westseite des Stadions – dort, wo vor einem Monat ein Bomben-Blindgänger gefunden worden ist – entsteht bald ein zentraler Eingang für das BVB-Stadion. An Spieltagen kann dieser aber nur von einer kleineren Gruppe Fans genutzt werden.

Vor vier Wochen, kurz vor dem Derby gegen Schalke, hatten jene geplanten Bauarbeiten am Signal Iduna Park die Fans in Atem gehalten: Eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg musste aus der Erde geholt werden. Vier Wochen später ist immer noch nicht viel von dem Anbau zu sehen, erst müssen im Erdreich die Voraussetzungen geschaffen werden, dann geht’s in die Höhe: Nach Ostern soll mit dem Rohbau begonnen werden.

Problemlösung

Mit dem Gebäude, das im mittigen Bereich an die Westtribüne angebaut wird, will Borussia Dortmund ein Problem lösen. Dr. Christian Hockenjos, Direktor Organisation beim BVB und zuständig für das Stadion, erklärt: „Wir wollen endlich eine vernünftige Empfangssituation schaffen, die das Stadion bislang nicht hat.“ An Nord- und Südtribüne etwa gebe es das nicht. Dort ist man nach der Einlasskontrolle direkt in der Umlaufebene. Und bei Stadionführungen müssen sich die Fans bislang etwas umständlich zunächst beim Pförtner melden.

Das soll sich mit dem Anbau erübrigen: Bei Stadionführungen und Veranstaltungen unter der Woche soll alles über diesen neuen Eingang laufen, der direkt an den Parkplatz „Luftbad“ angeschlossen ist.

Große Nachfrage

An Spieltagen allerdings ist der Eingang den VIP-Gästen der Westtribüne vorbehalten. Denn im Zuge der Errichtung dieses Eingangs nutze der BVB den gewonnenen Platz, um den Stammtischbereich zu erweitern, sagt Hockenjos.

Die Nachfrage nach einer solchen Erweiterung sei groß gewesen. Im dritten und vierten Stock wird durch den Anbau der „Evonik Stammtisch“, einer der VIP-Bereiche, vergrößert. 140 weitere Sitzplätze entstehen in Ebene drei. In der vierten Etage ist ein Lounge-Bereich vorgesehen, der laut Plan bei gutem Wetter geöffnet werden kann.

Die Sitzplätze dafür sind schon zu Beginn der laufenden Saison geschaffen worden: Der Block 27 auf der Westtribüne – der mit den Ledersesseln – ist um 200 Plätze erweitert worden. Die Dauerkarteninhaber, die dort vorher gesessen haben, mussten auf andere Plätze ausweichen. Entworfen hat ein Dortmunder Architekturbüro, die Planungsgruppe Drahtler, den Anbau. Dieses hat schon einige Projekte für den BVB verwirklicht, unter anderem den Umbau des Signal Iduna Parks vor der WM 2006.

Einen siebenstelligen Betrag zahlt Borussia Dortmund für diese neue Stadion-Erweiterung. Wie viel genau, wollte der BVB nicht verraten. Ziel sei es, dass der Anbau zu Beginn der nächsten Saison fertig gestellt ist.