Den bekannten Maler als Lyriker gewürdigt

Hagen..  Am Sonntag wäre er 80 Jahre alt geworden. Doch der Hagener Künstler und Lyriker Hermann Hackstein verstarb bereits im Jahr 2012. Im Osthaus-Museum wird sein Werk aber nun mit einer Ausstellung „Hermann Hackstein – Bilder und Gedichte“ gewürdigt. Die ist klein, der Andrang bei der Eröffnung hingegen war groß.

Seine Tochter, die Kunsthistorikerin Ariane Hackstein ist begeistert: „Mich freut, dass diese Ausstellung im Hagener Fenster des Osthaus-Museums möglich wurde und dass wir hier die poetische Malerei unseres Vaters mit seiner Lyrik zusammenbringen konnten.“ Seine Malerei sei vielen Hagenern vertraut. Viele Werke seien im Bestand privater und öffentlicher Sammlungen. Seine Gedichte, so Ariane Hackstein, seien allerdings bislang weitestgehend unbekannt. Anlässlich der Ausstellung ist nun erstmals eine komplette Werksausgabe seiner Dichtung von der Familie herausgegeben worden.

Ariana Hackstein schaut natürlich mit einem ganz besonderen Blick auf das Werk ihres Vaters. Was war Hermann Hackstein selbst wichtiger: Die Malerei oder die Dichtung? „Malerei und Lyrik stehen für mich persönlich gleichwertig nebeneinander“, sagt die Tochter. „Doch möglicherweise war meinem Vater selbst die Dichtung noch etwas näher, war sie das Medium, in dem er sich noch umfassender und existenzieller ausdrücken konnte.“

Das sei auch bei einer eindrucksvollen Lesung seiner Gedichte durch Peter Pietzsch deutlich geworden „Die Interpretation des ehemaligen Intendanten des Theaters ließ lebendig miterleben, was den gut 20-jährigen Dichter Ende der 1950er Jahre bewegte“, sagt Hackein.

Der Unterschied zu frühen Werken

In der aktuellen Ausstellung werden frühe Werke Hermann Hacksteins gezeigt. Was unterscheidet diese von späteren Bildern? „ In den 60er-Jahren entstanden Bilder, die durch ihren materiellen Untergrund und die mit dem Spachtel gearbeiteten Reliefs geprägt sind und durch geologische Strukturen, urzeitliche Tierzeichen oder präkolumbische Motive akzentuiert sind“, beschreibt Ariane Hackstein. Ab Mitte der 70er Jahre sei dies zugunsten fotografisch als Collage eingearbeiteter Motive zurückgetreten.