Dem Gegenspieler mit einer Krake in die Parade fahren

Hagen..  Sternzeichen Jungfrau. Also bitte. Wenn es ein Spiel gibt, in dem ich den Meister besiegen kann, dann doch wohl dieses. Also los.

„Sirenen in Sicht“ heißt der Streit um fünf Teile eines Segelschiffs, in dem die sagenumwobenen Damen, die mit ihren Gesängen Seeleute anlockten, eine entscheidende Rolle spielen. Martin Schlegel hat das Spiel, das seit Samstag auf dem Markt ist, erfunden.

Schlegel, der Taktikfuchs, ehemaliger Leiter des städtischen Amtes für Statistik, ist ein Mensch der Zahlen und der Systeme. „,Limes’ hieß das Spiel ursprünglich, dann ,Tatort Trillingen’ in Anspielung auf eine Stadt, in der es um Bestechung ging“, sagt Schlegel, „der Verlag aber fand die Geschichte um die Eroberung eines Schiffs, das in einer Bucht vor Anker geht, interessanter.“ Am Anfang steht immer das System. Die Geschichte folgt später und ist mitunter austauschbar.

„Sirenen in Sicht“ ist ein strategisches Ärgerspiel für zwei Mitspieler (ab acht Jahren). „Darin liegt der Reiz“, sagt Martin Schlegel, „man muss eben nicht nur die Karten im Auge haben, die man für sich legt, sondern kann dem Gegenspieler auch mal mit einer Krake in die Parade fahren. Der wiederum hat dann die Gelegenheit zu kontern. Das ist in etwa so, als wenn die Georgier bestimmen dürften, wer bei der deutschen Nationalmannschaft im Tor steht.“

Klingt kompliziert, ist es aber im Grunde nicht. „Die wenigen Regeln hat man schnell verinnerlicht“, sagt Schlegel, der, obwohl er die Systeme hinter den Geschichten durchschaut, der eigenen Spiele nicht überdrüssig wird: „Die Varianten ergeben sich eher aus den unterschiedlichen Strategien, die zum Erfolg führen können. Man kann herrlich ärgern, aber gewinnen nur, wenn man konstruktiv an die Sache heran geht.“

40 Spiele hat Martin Schlegel erfunden. „Atacama“ hieß eines seiner letzten, die publiziert wurden. Es beschreibt den Streit um Rohstoffe in der Wüste. Gegen den passionierten Schachspieler gab’s bei diesem Strategieklassiker, der unter anderem vom Hochbegabtenverein ausgezeichnet wurde, mal richtig eins auf die Mütze.

Diesmal habe ich, die Jungfrau, die besseren Karten. Im wahrsten Sinne des Worte – vor allem ein glücklicher Sieg.