Das Schrumpel-Ei aus Breckerfeld

Rentner Wilfried Frenken hat das seltsame Ei aus Breckerfeld in einer Packung gefunden.
Rentner Wilfried Frenken hat das seltsame Ei aus Breckerfeld in einer Packung gefunden.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
So ein schrumpeliges Ei kommt nicht alle Tage vor: Es stammt wohl von Landwirt Udo Baumeister und stammt aus Breckerfeld.

Breckerfeld/Hagen..  Er hat die Welt gesehen. Weil er als Kapitän zur See auf riesigen Frachtern über die Meere geschippert ist. Aber um Neues zu entdecken, muss man manchmal gar nicht so weit reisen. In diesem Fall nur von seiner Wohnung in der Hagener Innenstadt bis zum Kaufpark in Eilpe. Da kauft Hans-Wilfried Frenken, den viele Hagener auch noch als den Nikolaus aus der Fußgängerzone kennen, gerne ein.

Zum Beispiel am Mittwoch frische Eier. Jetzt allerdings glaubte er, dass ein Landwirt ihm Selbiges ins Netz gelegt hätte. „Ich hab’ ja nun wirklich in allen möglichen Ländern viel gesehen“, sagt Frenken, der seit einem Schlaganfall auf einem Auge erblindet ist, „aber ein solches Ei ist mir noch nicht untergekommen.“

Das Schrumpel-Ei

Spricht’s und zieht das ovale Etwas aus der Jackentasche: ein echtes Schrumpel-Ei. Denn die eigentlich so glatte Kalkschale wirft Wellen. „Im Geschäft hab’ ich die Packung noch geöffnet, da ist mir das Ei gar nicht aufgefallen“, sagt Hans-Wilfried Frenken, „erst zu Hause hab’ ich das außergewöhnliche Ei gesehen.“ Das, wie ihm ein Verkäufer im Supermarkt erklärt, wohl von einem kranken Huhn stammen müsse.

Dem allerdings ist nicht so. Sagt zumindest der Breckerfelder Landwirt Udo Baumeister, in dessen Stall eines der rund 129 000 Hühner das Ei gelegt hat. „Das Phänomen kennen wir“, sagt Baumeister, „es sind immer wieder dieselben Hühner, die solche Eier legen. Ausmachen können wir die Tiere allerdings nicht.“

Kein Geschmacksunterschied

Normalerweise werden die Schrumpel-Eier aussortiert. Das von Hans-Wilfried Frenken ist wohl durchgegangen. Was angesichts von bis zu 40 000 Eiern, die ein Mitarbeiter täglich in Augenschein nimmt, durchaus passieren kann. „Dazu muss man sagen, dass die Eier auch nicht alle gleichstark verschrumpelt sind“, erklärt Landwirt Udo Baumeister.

Dass diese Eier nicht in den Verkauf gehen, hat rein optische Gründe. „Geschmacklich unterscheiden sie sich keineswegs von einem normalen Ei“, so Baumeister, der von zehn bis 20 Eiern täglich ausgeht, die mit einer Schrumpel-Schale über die automatische Sortieranlage laufen. „Diese Eier sind problemlos zum Verzehr geeignet.“