„Das kommt wieder in Ordnung“

Arnd Naber, Ralf Schlüter, Heiko Wetzel und Roman Wissenbach veraschieden sich aus dem Männerhort.
Arnd Naber, Ralf Schlüter, Heiko Wetzel und Roman Wissenbach veraschieden sich aus dem Männerhort.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Im vergangenen Jahr war es ein Filmhit mit Christoph-Maria Herbst und Detlev Buck, der die Kassen klingeln ließ und die Kinosäle füllte; jetzt soll der „Männerhort“ die große Mummpitz-Gemeinde fünfmal in den Werkhofsaal locken. Denn im Kulturzentrum setzen Arnd Naber (Helmut), Ralf Schlüter (Eroll), Heiko Wetzel (Lars) und Roman Wissenbach (Mario) die Komödie von Kristof Magnusson mit Witz und Ausstrahlung um und sorgen dabei für einen vergnüglichen Abend, der nahtlos an die anderen 24 Mummpitz-Aufführungen seit 1989 anknüpft.

Die Kulisse ist schlicht. Von Männern für Männer geschaffen. Ein Sofa, ein Kühlschrank mit einem Nackedei-Foto auf der Tür und Unmengen an Dosenbier. Dazu ein Fernseher auf einem leeren Bierkasten mit einer von Helmut (Pilot) gefertigten Antenne aus Kleiderbügeln. An der Wand des geheimen Refugiums hängen eine große BVB-Fahne, ein Schalke-Schal mit Meisterschale, sowie ein Foto der deutschen Fußballnationalmannschaft aus dem Jahr 2008.

Hier hin, in den dunklen Heizungskeller eines Einkaufszentrums, ziehen sie sich zurück und leben mit Pils und Pizza ihre Männerfantasien aus, heilen dabei auch die vom Einkaufswahn ihrer Ehefrauen geschundenen und angefressenen Seelen („in der Psychiatrie ist es besser als zuhause“). Hier können sie Mann sein, über ihre Frauen lästern und diesen im Dialog mit den Freunden heimzahlen, was sie verdient haben. Ungestört und somit tiefenentspannt.

Mit Schlafsack eingezogen

Besser: fast ungestört. Denn der einfältige (Undercover-)Feuerwehrmann Mario entdeckt das Trio. Auch er steht, obwohl erst zwei Wochen verheiratet, unter der Fuchtel seiner Ehefrau Marion; auch er leidet unter dem Shopping-Wahn „seiner Alten“.

Dass es bei einem solchen Quartett häufig zotig bis schlüpfrig zugeht und mancher Kalauer oder flacher Männerwitz unterhalb der Gürtellinie anzusiedeln ist („irgendwo zwischen Bluse und Schuhe wohnt die Frau“), stört das Publikum nicht. Insbesondere nach der Pause nicht, als die Komödie richtig Fahrt aufnimmt und die Besucher zu spontanem Applaus hingerissen werden. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die leidgeprüften Ehemänner längst zu Hause rausgeflogen und mit Schlafsäcken in den Hort eingezogen. Aufgrund der räumlichen Enge alles ein wenig unbequem. Und deshalb geloben sie Besserung, begeben sich auf den Pfad der Tugend und versuchen sich, nach dem Motto, „das kommt schon wieder in Ordnung“, als zukünftige Frauenversteher.

200 Sprecheinsätze pro Mann

Ob, oder in welcher Form das gelingt, wird an dieser Stelle nicht verraten, schließlich gibt es noch drei weitere Aufführungen.

„Das habt ihr fein gemacht“, lobte nach der Premiere Andrea Plum, Ur-Mummpitz-Schauspielerin, ihre männlichen Kollegen. Die hatten zuvor zweieinhalb Stunden intensive Schauspielarbeit bravourös gemeistert und waren mit mehr als 200 Sprecheinsätzen pro Darsteller an ihre physischen Grenzen gegangen.

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