Das Hobby Imkerei kam förmlich angeflogen

Holger Petersein vom Imkerverein Hohenlimburg mit seinem prämierten Honig.
Holger Petersein vom Imkerverein Hohenlimburg mit seinem prämierten Honig.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Summ, summ, summ, Bienchen summ herum. Die Imkerei boomt, auch hier vor der Haustür. Immer mehr entdecken dieses interessante Hobby für sich. So auch der Hohenlimburger Holger Petersein.

Erst seit zweieinhalb Jahren hält er sich Honigbienen im heimischen Garten. „Ich habe mich schon immer für Bienen interessiert“, sagt Holger Petersein, der auch Mitglied im heimischen Imkerverein ist.

Der Kommunalbeamte hatte immer vermutet, dass dieses Hobby mit einem großen Aufwand verbunden sei. „Dem ist aber nicht so. Der Aufwand hält sich in Grenzen, das kann ich gut neben meinem Beruf ausüben“, so Holger Petersein.

Der Imkerverein Hagen bietet jährlich – immer ab Mitte Januar – einen Nachwuchslehrgang in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hagen (VHS) an. Dieser Kursus besteht jeweils aus fünf theoretischen und praktischen Einheiten, wobei die Praxis immer im Hagener Freilichtmuseum stattfindet. Hier lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel die Biologie der Honigbiene, die Arbeit mit dem Bienenvolk sowie Gewinnung und Verarbeitung des Honigs.

Nach einem solchen Kursus legte sich Holger Petersein ein Bienenvolk zu und schloss sich dem heimischen Imkerverein an. Die Kosten sind einigermaßen überschaubar, 100 Euro musste er für die Behausung und Grundbedarf investieren, die gleiche Summe für sein erstes Bienenvolk. „Zusätzliche Ausrüstung kauft man sich nach und nach, man muss nicht alles sofort haben“, erklärt Holger Petersein.

Die Bienen entwickelten sich gut, erzeugten einen weiteren Schwarm. Heute besitzt er vier Bienenvölker, insgesamt sind das etwa 50 000 Honigbienen.

Etwa zehn Mal im Jahr wird er gestochen. „Der erste Stich schwillt an, der vierte nicht mehr“, so Petersein. Seine Nachbarn fühlen sich von den Bienenschwärmen nicht gestört – im Gegenteil. Sie sind dankbare Abnehmer seines Honigs, den er auch verkauft.

80 bis 100kg Honig pro Jahr

Nicht nur mit der Entwicklung seiner Bienen, sondern auch in der Gewinnung des Honigs – im Jahr etwa 80 bis 100 Kilogramm – hat der Hohenlimburger Erfolg.

Der Verband westfälischer und lippischer Imker e.V. prämiert auf seinem Honigmarkt einmal im Jahr die besten Produkte. 2014 entschloss sich Holger Petersein, auch einmal seinen Honig zum Markt in Witten einzusenden. „Mein Honig ist ein Mischblütenhonig, wird aus Obst- und Lindenblüten gewonnen“, so Holger Petersein. Es ist ein langes Procedere, die Qualität des Honigs zu ermitteln. Nicht nur auf Geschmack, sondern auch auf Präsentation wird geachtet. „Zunächst wird auf äußere Merkmale wie Glas, Beschriftung, Herkunft und eine vernünftige Anbringung des Etiketts geguckt“, erklärt Holger Petersein.

Wenn die Verpackung stimmt, folgen die „inneren Werte“. Das Glas wird geöffnet, und es erfolgt eine chemische Analyse sowie eine Messung des Wassergehalts. Dann wird ein Geschmackstest gemacht. In der Kategorie „flüssiger Honig“ sandten Imker etwa 300 Produkte an den Landesverband. Der Honig von Holger Petersein wurde mit dem 6. Platz belohnt – ein schöner Erfolg für den Hobby-Imker.

Im Winter hat Holger Petersein nicht viel zu tun. Er musste lediglich im Oktober eine Behandlung gegen die für Bienen gefährliche Varroa-Milbe durchführen. Im März werden die ersten Bienen wieder fliegen, dann müssen im Stock die Fluglöcher gereinigt werden.

Auch im Jahr 2015 möchte Holger Petersein seinen Honig wieder einsenden.