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Das Ende eines charismatischen Verführers

03.05.2012 | 07:54 Uhr
Das Ende eines charismatischen Verführers
Die Mozart-Oper Don Giovanni wird ab Samstag im Stadttheater aufgeführt.

Hagen. Der Don-Juan-Mythos fasziniert - auch heute noch. (Möchtegern-) Casanovas, nimmersatte Verführer und gespielt-sensible Frauenversteher hat es immer gegeben. Und wird es wohl auch künftig geben. Diese Zeitlosigkeit macht den Reiz von „Don Giovanni“ aus und ist Grund für das Hagener Theater , die Mozart-Oper auf den Spielplan zu nehmen. Am Samstag, 5. Mai, um 19.30 Uhr hebt sich das erste Mal der Vorhang zu der Oper in zwei Akten (aufgeführt in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln), die zuletzt vor zehn Jahren auf der hiesigen Hauptbühne zu sehen war.

Intendant Norbert Hilchenbach, der bei der Hagener Fassung Regie führt, charakterisiert das Musikstück als Kriminalgeschichte, als spannendes Nachtstück, das in nur wenigen Stunden spielt. Die Musik verrate viel mehr als der Text: „Mozart erweist sich als Psychologe, seine Musik ist geradezu entlarvend. Was er musikalisch auszudrücken vermag, kann kein Text - auch nicht der von da Ponta - rüberbringen.“

Der letzte Tag des Verführers Don Giovanni wird in Hagen gezeigt, doch gerade an diesem Tag gelingt dem charismatischen Frauenverschleißer, der selbst eine ungeheure Sehnsucht in sich spürt, nichts.Als der „rücksichtslose Bösewicht“ Don Giovanni in besagter Nacht stirbt, stimmen seine emotional verletzten Mitmenschen jedoch keine Freudenhymne an, denn der Frauenverführer hat in ihnen Spuren hinterlassen.

"Don Giovanni versteht die Frauen"

Das Umfeld war abhängig von Don Giovanni, der nach seinen eigenen Regeln lebte und keine Norm akzeptierte. Musikalisch stünden weniger der charismatische Verführer als die beteiligten Damen, die gleich mehrere Arien zu Gehör bringen, im Zen­trum, erläutert Florian Ludwig: „Don Giovanni versteht die Frauen, auch musikalisch.“

Die Bühne spiegelt Theaterräume - Spielräume - und keine Räumlichkeiten wider. „Die Wände bewegen sich aufeinander zu, assoziieren Annäherung“, erläutert Bühnenbildner Jan Bammes. Die Kostüme (Yvonne Forster) sind angelehnt an die Mode der 50er Jahre und spielen auf bigotte Züge in der Gesellschaft an. Für die Premiere gibt es noch Restkarten.

Yvonne Hinz

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