Das Ende des St.-Marien-Hospitals

Das St.-Marien-Hospital wird Ende 2014 geschlossen.
Das St.-Marien-Hospital wird Ende 2014 geschlossen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Das katholische St.-Marien-Hospital wird geschlossen. Damit endet die Klinik-Ära an der Bergstraße, wo zuletzt noch drei internistische Fachabteilungen verblieben waren.

Hagen.. Seinen stolzen 100. Geburtstag feierte der altehrwürdige Bau des Marien-Hospitals im vergangenen Jahr. 1914 wurde die Immobilie als 325-Betten-Haus eröffnet. Der 101. in diesem Jahr wird in dieser Funktion jedoch der letzte sein. Die neue Geschäftsführung der Katholischen Krankenhausgesellschaft Hagen (KKH) setzt zum 31. Dezember genau das um, was längst schon beschlossene Sache war: Die Klinik-Ära an der Bergstraße – verblieben sind noch drei internistische Fachabteilungen – endet und damit auch die Drei-Standbein-Philosophie des katholischen Hospital-Verbundes.

Während die Geriatrie (Chefarzt Dr. Markus F. Schmidt) mit ihren 60 Betten künftig unter dem Dach des St.-Josefs-Hospitals in Altenhagen untergebracht wird, ziehen Onkologie/Hämatologie (35 Betten/Chefarzt Dr. Hans-Walter Lindemann) sowie die Schmerztherapie (10 Betten/Chefarzt Dr. Heribert Konder) ins St.-Johannes-Hospital nach Boele. „Unsere ganze Konzentration liegt im Moment darauf, unser medizinisches Angebot organisatorisch und baulich auf zwei Standorte zu konzentrieren“, steht Geschäftsführer Achim Brenneis vor bewegten Wochen und Monaten. Hintergrund dieser Umstrukturierungen ist der Versuch, die KKH zurück in die schwarzen Zahlen zu führen. Das Jahresdefizit lag zuletzt bei etwa einer Million Euro.

Klinik für Palliativ-Medizin

An der Dreieckstraße in Altenhagen wird gerade im zweiten Stock in direkter Nachbarschaft zur Unfallchirurgie der Platz für die Geriatrie geschaffen. Damit rücken die beiden Schlüssel-Kliniken des Zentrums für Alterstraumatologie eng zusammen: „So entkrampfen wir die bislang über zwei Standorte sich spannende räumliche Situation, verbessern somit die Versorgungsleistung und erhöhen natürlich die Attraktivität für weitere Patienten“, erwartet Brenneis einen zusätzlichen Impuls für diese Abteilung, die angesichts der demographischen Entwicklung einer alternden Gesellschaft besonders zukunftsträchtig erscheint. Der Raum für die 60 Geriatrie-Betten im St.-Josefs-Hospital entsteht durch in den Augen der Geschäftsführung überflüssig gewordene Reservekapazitäten auf den übrigen Stationen, die aufgrund der stetig sinkenden Liegezeiten und systematischer Verweildauerreduktion entstanden sind.

Für die Verlagerung der Onkologie/Hämatologie nach Boele werden hingegen zunächst die Architekten und Bauschaffenden den Weg ebnen müssen. So wird auf die psychiatrische Klinik an der Hospitalstraße eine weitere Etage für die Krebsstation aufgesetzt. Wo die Schmerzklinik sich im St.-Johannes-Bau künftig exakt wiederfindet, ist derweil noch unklar. Außerdem wird in Boele jetzt auch das umgesetzt, was ursprünglich fürs St.-Marien-Hospital angedacht war: eine Abteilung für Palliativ-Medizin. „Ein solches Angebot ist für Hagen elementar wichtig“, betont Thomas Wülle, Geschäftsführer der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKiMK). „Die Station passt fachlich am besten in die Nähe von Onkologie und Schmerzklinik und harmoniert natürlich mit der Philosophie eines konfessionellen Krankenhauses.“

Verwaltungseinheiten in Boele

Außerdem sollen in Boele die KKH-Verwaltungseinheiten gebündelt werden. Im angrenzenden Schwesternwohnheim, Osthofstraße, werden künftig Geschäftsführung, Personalabteilung, Einkauf und Finanzbuchhaltung unter einem Dach vereint. Außerdem möchte sich die neue Geschäftsführung des baulichen Zustandes des St.-Johannes-Hospitals annehmen. Die arg in die Jahre gekommene Immobilie bedarf dringend einer Renovierung, um die Substanz erhalten zu können. Insgesamt kalkuliert Wülle für die gesamten Investitionsmaßnahmen mit einen Millionen-Betrag.

Das Geld dafür ist vorhanden: Das Bistum in Paderborn hat im vergangenen Jahr die bischöflich forcierte Allianz zwischen KKH und KKiMK mit einer 13-Millionen-Euro-Finanzspritze aus dem klerikalen Füllhorn subventioniert.