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Das Aussterben der Ausflugslokale in Hagen

25.09.2012 | 17:43 Uhr
Das Aussterben der Ausflugslokale in Hagen
Rollladen dicht: In der Gaststätte "Am Schemm" fließt schon lange kein Bier mehr aus dem Zapfhahn.Foto: Michael Kleinrensing/WP

Hagen/Breckerfeld.   Zwischen Priorei im Hagener Süden und Breckerfeld sind sie wie Perlen an einer Schnur aufgezogen. Aber fünf Ausflugslokale, die Wanderer zur Einkehr einluden, sind seit geraumer Zeit geschlossen. Pächter und Besitzer von Gaststätten mit einer zum Teil mehr als 100 Jahre alten Tradition haben aufgegeben.

Die gekennzeichneten Wege, auf denen der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) mit seinen Gruppen im Hagener Süden unterwegs ist, sind zahlreich. Hagens grünste Ecke ist ein Paradies für Wanderer . Seit Jahren aber landen sie immer öfter im Nichts. Zumindest, wenn sie bei einer gemütlichen Einkehr das Vollbrachte noch einmal Revue passieren lassen wollen.

Traditionen aufgegeben

Die Ausflugslokale, die sich wie Perlen an einer Schnur entlang der Prioreier und Osemundstraße von Priorei in Richtung Breckerfeld ziehen, sind tot. Alle­samt. Priorlinde, Schemm, Reckhammer, Zur Drehe und, wenn man so will, auch das Naturfreundehaus Sommerhagen, das oberhalb des Tales liegt. Pächter und Besitzer von Gaststätten mit einer zum Teil mehr als 100 Jahre alten Tradition haben aufgegeben.

„Für uns wird es zunehmend schwieriger, Touren mit Einkehrmöglichkeiten zu organisieren“, sagt Karlheinz Gras vom SGV Hagen, „das ist natürlich bedauerlich. Immer öfter stehen Wanderer vor verschlossenen Türen. Auch weil viele Lokale mittlerweile mehrere Ruhetag einschieben oder mittags nicht mehr öffnen.“ Das, so Gras, führe dazu, dass Wanderer sich mit Verpflegung im Rucksack auf die Strecke machten.

In der Drehe ist der Zapfhahn dicht

Die Gaststätte zur Drehe war die letzte, in der der Zapfhahn dicht gemacht wurde. Das war im Frühling dieses Jahres. „In erste Linie haben wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt“, sagt Sabine Petermann, „wir lagen weit vom Schuss. Zu uns kommen die Leute nicht mal eben, um ein Bier zu trinken. Und wenn jemand heute weniger Geld im Portemonnaie hat, spart er zuerst am Ausgehen.“

Auch das Lokal zur Drehe hat im Frühjahr dieses Jahres aus wirtschaftlichen Gründen dicht gemacht. Foto: Kleinrensing

Früher fuhr regelmäßig ein Bus die Prioreier Straße rauf und wieder herunter. Er brachte die Wanderer von den Ausflugslokalen in die Stadt. „Schon vor Jahren ist der Verkehr reduziert worden“, sagt Sabine Petermann, „heute fährt er nur noch die Schulkinder. An den Wochenenden ist der Verkehr völlig eingestellt.“

Gaststätten von Buslinien abgeschnitten

Vom ÖPNV abgeschnitten wurden auch die Gaststätte Schemm und das Haus Reckhammer. Die Besitzer Louis Franke und seine Frau versuchen, das Anwesen zu verkaufen. Mit dem letzten Pächter habe es „große Probleme“ gegeben, so Franke. „Aber ich bin überzeugt, dass man mit einem guten Konzept an dieser Stelle einiges bewirken könnte.“ 390.000 Euro sind für das Gebäudeensemble auf Hagener Gebiet aufgerufen.

Jemanden, der die Gaststätte übernimmt, hat auch Wolfgang Vitte lange gesucht. Dann hat er aufgegeben. Das Ausflugslokal an der Priorlinde, das er einst von seinem Eltern und die wiederum von einem Onkel übernommen hatten, ist dicht. „Früher“, sagt er, „sind ganze Busse aus dem Ruhrgebiet gekommen.“ Man müsse die Dinge eben nehmen, wie sie sind.

Jens Stubbe

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Das Aussterben der Ausflugslokale in Hagen
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2012-09-25 17:43
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