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Clip:2 - Handyfilmfestival in Hagen

13.06.2008 | 18:59 Uhr
Clip:2 - Handyfilmfestival in Hagen

„Clip:2 – 1 Video – 2 Minuten – Deine Chance”. Die Aufforderung richtet sich an Jugendliche, die beim ersten Hagener Handy-Filmfestival mitmachen möchten.

Info
HINTERGRUND

"Happy Slapping"

Happy Slapping ist ein Phänomen, das zuerst in England bekannt wurde und bedeutet soviel wie „fröhliches Dreinschlagen”. Das wird dann gefilmt und ins Internet gestellt.

Laut Fachbereich Jugend/Soziales hat der Trend zu dieser Art Gewalt und Mobbing in Hagen zugenommen. Ein gravierendes Problem Jugendlicher sei auch der Umgang mit persönlichen Daten und Informationen. Sowohl über sich selbst als auch – wie beim „Happy Slapping” – beim Umgang mit denen Dritter. „Den Jugendlichen ist kaum bewusst, dass es heißt: Einmal im Netz, für immer im Netz”, warnt Dirk Hannusch.

Gewalt und Mobbing mittels Handy nehmen unter Jugendlichen stark zu. Da wird eine inszenierte Prügelei auf dem Schulhof aufgenommen, dort sich ein Spaß daraus gemacht, Freunde mit Alkohol abzufüllen, im Delirium womöglich zu entkleiden und dann in entwürdigender Weise mit dem Handy ins Bild zu bringen. Das Ganze wird dann auf entsprechenden Plattformen im Internet als Film veröffentlicht.

Hagener Handy Film Festival startet im August, die WR begleitet die Aktion als Partner. (Plakat: Sharon Raier)

„Cybermobbing nimmt zu. Das Handy ist ein Medium, mit dem man richtig Schaden anrichten kann.”, erklärt Dirk Hannusch, vom Fachbereich Jugend und Soziales. Mitunter seien die Kinder und Jugendlichen in ihrem Umfeld derart „verbrannt”, dass die Eltern sich zum Umzug in eine andere Stadt entschlössen.

Natürlich ist das kein Hagener Phänomen, aber Hannusch und Kollegin Anke Kämper haben sich gefragt, wie kann man konstruktiv mit dem Handy umgehen? Heraus kam die Idee zum Festival „Clip:2 – 1 Video – 2 Minuten – Deine Chance”, Untertitel: „...und alles aus Liebe”. Hannusch und Kämper haben Hagener Schulen angesprochen, einige machen schon mit. Sharon Raier aus der Graphik-Design-Klasse am Berufskolleg Cuno II hat ein Plakat zum Wettbewerb entworfen, das Rahel-Varnhagen-Kolleg kooperiert, auch das Albrecht-Dürer-Gymnasium, das Gymnasium Hohenlimburg und das Käthe-Kollwitz-Kolleg sind interessiert. „Wir fangen nach den Sommerferien an, so dass die Lehrer jetzt noch überlegen können, ob sie das Thema vielleicht in den Unterricht einbinden möchten”, sagt Hannusch.

Ab dem 11. August kann sich jeder im Alter zwischen 14 und 27 Jahren aus dem Raum Hagen bewerben (siehe Info), und zwar online über die Seite „www.clip2-filmfestival.de”. Dort darf auch abgestimmt werden. Dem Liebling des Publikums im Netz winkt ein Preis in Höhe von 200 €, gestiftet von der WR, die „Clip:2” als Partner begleiten wird.

Info
INFO: Bewerben, so geht's

Bewerben können sich einzelne Jugendliche, Gruppen, Vereine, Schulklassen die aus dem Raum Hagen kommen oder Hagener Bezug haben.

Voraussetzung: Sie müssen zwischen 14 und 27 Jahren alt sein. Meldung nur online über die Seite „www.clip2-filmfestival.de”.

Bewerbungszeitraum: 11. August bis 12. Oktober '08.

Die Filme müssen mit einem oder mehreren Handys gefilmt sein und dürfen bis zu zwei Minuten lang sein. Sie müssen Bezug zum Motto „...und alles aus Liebe haben”. Wer sich nicht dran hält, fliegt von der Seite.

Im Internet haben Besucher die Möglichkeit, die Filme zu bewerten.Die Preisverleihung ist für den 28. November im Schulzentrum Wehringhausen vorgesehen.

Der Jurypreis, gestiftet vom Förderverein des Rahel-Varnhagen-Kollegs ist mit 800 € dotiert. Die Preisverleihung findet am 28. November 2008 im Schulzentrum Wehringhausen statt. „Mit rotem Teppich und viel Festivalcharakter”, versprechen Hannusch und Kämper. Also, Film ab!

Jens HELMECKE

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Kommentare
14.06.2008
10:29
Clip:2 - Handyfilmfestival in Hagen
von vonundzu ich | #1

Direkt vorneweg, damit ich nicht falsch vestanden werden: ich finde solche Projekte gut und wichtig!

Aber: Das Angebot entsteht in Kooperation der Stadt Hagen, Fachbereich Jugend & Soziales, mit dem Rahel-Varnhagen-Kolleg in Hagen, der Ev. Schülerinnen- und Schülerarbeit in Westfalen (BK) e.V., dem Kino Babylon und den Falken in Hagen.

Soweit ich weiß, gibt es ähnliche Projekte in anderen Städten auch, und Firmen lecken sich die Finger, sie zu finanzieren, um damit postives Image zu bekommen (von Druckereien über Internetfirmen bis zu Handyherstellern und Mobilnetzbetreibern).

Auch gibt es wohl unendlich viele Ehrenamtler, die bei solchen Aktionen mit Freude die Organisation und Planung übernehmen würden.

Warum wird das in Hagen alles scheinbar vor allem von Leuten in ihrer von der Stadt gut bezahlten Arbeitszeit erledigt? Wer druckt wohl Plakate, bezahlt die Internetseite?

Sorry, bei allem verständnis und aller Wohlgesonnenheit, die ich solchen projekten gegenüber hege - es sind dann doch immer wieder falsche Zeichen, wenn die Stadt meint, alles im Alleingang unetrnehmen zu müssen. Mal abgesehen davon, dass das öffentliche Inetresse natürlich enorm steigen würde, wenn sich private Sponsoren reinhängen würden.

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