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Christus-Darstellung im Kirchenfenster

22.06.2007 | 06:15 Uhr

Hagen. (BR) "Es hat mich vom Hocker gehauen", bekennt Jürgen Zarnke in Erinnerung an jenen Augenblick, als er in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Zurstraße zufällig ein Fenster entdeckte, das nicht nur für ihn außerordentliche Bedeutung und besonder

Der Hasper ist bekannt für seine heimatgeschichtlichen Arbeiten. Durch seine Forschungen über die Glaswerkstatt Heberle begeistert sich Zarnke immer mehr für diesen Bereich der Kunst.

Elisabeth Coester und ihre Kunst

Bei seiner Ausstellung im April und Mai in der Stadtbücherei Haspe mit rund 180 Fotografien zeigte er die kunstgeschichtliche Bedeutung der Glaswerkstatt Heberle auf und dokumentierte auch den Zusammenhang mit der bedeutenden Glaskünstlerin Elisabeth Coester (1900-1941), die von 1921 an mehrere Jahre in Haspe arbeitete und u. a. die Fenster für die Wiesenkirche in Soest, für Kirchen in Köln, Dortmund und Hamburg schuf. In direkter Nähe sind die eindrucksvollen großen Fenster der Friedhofskapelle Am Ostfeld in Hohenlimburg.

Die Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken dieser Künstlerin setzt Zarnke weiter fort. Jetzt hat er wieder bei seiner Spurensuche ein bedeutendes Fenster gefunden: Eine Christus-Darstellung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Zurstraße. Dieses Werk, das sich durch eine anmutige Landschaftsdarstellung auszeichnet, stammt allerdings nicht von Elisabeth Coester, sondern wurde laut Signatur 1925 von dem in diesem Genre ebenfalls bekannten Künstler Robert Rauch (1902-1975) gestaltet.

In dessen Biografie ist festgehalten, dass er zumindest in den Jahren 1923 bis 26 in der Glaswerkstatt Heberle in Haspe gearbeitet hat. Als Schwerpunkt seiner Tätigkeit werden Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien genannt.

Stil-Ähnlichkeit mit Coester-Arbeiten

Auch nach dem 2. Weltkrieg war Rauch noch in Haspe tätig. So schuf er für die Brennerei Eversbusch ein Coca-Cola-Fenster. Bekannt wurde der Künstler besonders durch seine "Schweizer Scheibe" im Rathaus von Ueberlingen.

Aufgefallen war Zarnke das Fenster vor allem durch die stilistische Ähnlichkeit mit den Arbeiten von Elisabeth Coester. Deshalb auch seine erste Vermutung, die Arbeit würde von der Künstlerin stammen, was allerdings die Signatur dann widerlegte.

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