Chorleiter gesucht
26.03.2008 | 17:46 Uhr 2008-03-26T17:46:00+0100Hagen. Ein Chor ohne Chorleiter ist wie. . . Ja, wie nur? Diese Frage beschäftigt momentan jene Mädchen, die den Hagener Volmespatzen angehören, aber auch ihre Eltern sowie den Vorstand des Chores. Seit Jahresbeginn ist der Platz des Dirigent verwaist
Stillstand. Die Volmespatzen treten auf der Stelle, sowohl in der musikalischen Früherziehung wie auch in der Arbeit des 30-köpfigen Hauptchores. So beschreibt der Vorstandsvorsitzende Raymund Brecht den Zustand im Vereinshaus an der Eckeseyer Straße. Und Marion Kurtzius, eine engagierte Mutter, fürchtet gar um den Fortbestand des Chores: „Die Volmespatzen existieren seit 36 Jahren. Es wäre schade, wenn so ein traditioneller Jugendchor aussterben sollte.”
Grund für die Misere ist, dass sich kein Nachfolger für Chorleiterin Diana Baldea finden lässt, die Anfang des Jahres in ihr Heimatland Rumänien zurückkehrte. „Wir haben Annoncen gelesen und geschaltet, beim Kreissängerbund nachgefragt. Nichts”, sagt Brecht. Zwar böten viele Chorleiter ihre Dienste an, aber einen Jugendchor wolle niemand leiten. Zumindest kein erfahrener Chorleiter, wie ihn sich der Vorstand der Volmespatzen wünscht. Nachwuchsdirigenten, die noch studieren oder frisch von der Uni kommen, sind offensichtlich an der Aufgabe interessiert, aber: „Wir suchen jemanden, der den Chor langfristig betreut”, meint Brecht. Die Volmespatzen seien in den vergangenen zehn Jahren von drei Dirigenten geführt worden, „jetzt wünschen wir uns Kontinuität, um das Repertoire zu erweitern”.
Daran sei momentan nicht zu denken. Zwar finden Proben dank des Einsatzes von Jessica Rasche (Hauptchor) und Sabrina Schluh (Früherziehung) statt, aber das sind nur Interimslösungen. „Beide stammen aus dem Chor und proben bekannte Sachen, aber kaum Neues”, sagt Brecht. Die musikalische Aus- und Weiterbildung bliebe auf der Strecke, an intensive Probephasen sei nicht zu denken. „Wir nutzen die Zeit, um das Gemeinschaftsgefühl im Chor zu stärken”, so Marion Kurtzius. Sie befürchtet, dass die Volmespatzen ohne Dirigent weniger häufig für Auftritte gebucht werden und dem Verein das Geld ausgeht, das u. a. für die Renovierung des maroden Vereinshauses benötigt wird.
Vorerst aber wollen weder Marion Kurtzius noch Raymund Brecht die Hoffnung aufgeben. Bis zum Chorfest im August, sind beide vorsichtig optimistisch, werde sich wohl ein Chorleiter finden lassen.
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