Chor, Solo und Duette beeindrucken mit Klängen der Freude

Boele..  Der MGV „Lyra“ Hagen-Bathey gab in der Philipp-Nicolai-Kirche ein Chor- und Solistenkonzert. Sein Riesenfanclub freute sich auf „Klänge der Freude“ mit Beiträgen aus Opern, Operetten und Musicals und Wiener Lieder. Chorleiter Klaus Heinen hatte seine Männer fest im Griff.

Im Takt wippend, forderte er mit einer Hand die melodietragenden Stimmen zu mehr Lautstärke heraus und dämpfte zugleich mit der anderen die untergeordneten, setzte Akzente, streichelte einen sanften Schlussakkord herbei: Es war ein Vergnügen, die perfekte Interaktion zwischen Chor und Dirigent zu verfolgen. „Wir haben uns sehr plagen müssen“, sagte ein Sänger in der Pause. Der Erfolg war gewaltig.

Mit „Klänge der Freude“ auf eine bekannte Melodie von Edward Elgar, von Willy Trapp geschickt in eine variationsreiche Strophenform verpackt, wurde das Motto des Konzerts verkündet. Karen Thoms formulierte am Klavier den Orchesterersatz. Boris Leisenheimer, Tenor, und Miljan Milovic, Bariton, wurden als hervorragende Solisten bejubelt. Sie hatten ihren eigenen Begleiter Professor Dr. Hans Sutter mitgebracht. Der Priesterchor „O Isis und Osiris“ aus der „Zauberflöte“ (Mozart) betonte innige Anbetung; feuriges Temperament beherrschte den Zigeunerchor aus dem „Troubadour“ (Verdi).

Lortzing, der Komponist der Biedermeier-Idylle, war mit besonders vielen Nummern wie Solo-Arien, Chor und Chor/Solistenpartien und Duetten vertreten. Das Duett „Du bist ein arbeitssamer Mensch“ aus dem „Waffenschmied“, eine in Ausdruck und Mimik gelungene kleine Opernszene, setzte die Lachmuskeln in Bewegung. Der Meister (dunkel dröhnender herrischer Bariton) wollte seine Tochter an den Gesellen (in heller Verzweiflung flehender Tenor) verkuppeln. Leisenheimer gab im „Lied des Georg“ einen wunderbaren „Springinsfeld“ ab, Milovic betete in der Arie „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ aus „Der Wildschütz“ inbrünstig die „holde Göttin Freude“ an. Beide Solisten gingen sparsam mit Vibrato um und ernteten besonders für mühelos erreichte himmelhohe Töne begeisterten Beifall.

Im „kleinen Wiener Potpourri“ mit beliebten Operetten-Schlagern wie „Im Prater blüh’n wieder die Bäume“ (Tenor) und „Dunkelrote Rosen“ (Bariton) flossen dagegen, wie es sich gehört, reichlich Schmelz und Schmalz. In „Es grünt so grün“ aus „My fair Lady“ verschmolzen die beiden Stimmen zum perfekten Einklang, was sich einfach anhört, aber schwer zu erreichen ist.

Beim Radetzkymarsch klatschte das Riesenpublikum begeistert den Rhythmus mit. Nach dem Konzert verlangte es stürmisch eine Zugabe. Das Spiritual „Immer will ich singen, o Lord“ war eine Reverenz an den sakralen Ort der Aufführung.