CDU erwartet Entschuldigung für üblen Attacken-Stil
10.02.2012 | 09:45 Uhr 2012-02-10T09:45:00+0100Haspe.Im Rahmen eines Spitzengesprächs hat der CDU-Kreisverband Hagen die Ortsunion Haspe aufgefordert, sich vom Stil der jüngsten Attacken gegen Oberbürgermeister Jörg Dehm aus dem Hagener Westen förmlich zu distanzieren.
Hintergrund der kurzfristig einberufenen Krisenrunde am Mittwochabend in der Kreisgeschäftsstelle war eine Stellungnahme von CDU-Mitglied Sabine Grosch, Ehefrau des inzwischen zurückgetretenen Ortsunion-Vorsitzenden Dirk Grosch, die im Zusammenhang mit der umstrittenen Torhaus-Anmietung dem Verwaltungschef Kungelei unterstellt sowie ihn als „Versager“ tituliert hatte. Gleichzeitig betonte sie im Gespräch mit dieser Zeitung, dass diese Aussagen ausdrücklich mit ihrem Gatten abgestimmt gewesen seien.
Ex-Vorsitzender glänzt durch Abwesenheit
Dirk Grosch selbst nahm an dem klärenden Abend, bei dem neben der Kreisvorsitzenden Carmen Knollmann sowie ihren Stellvertretern Wolfgang Röspel und Thomas Walter auch die Hasper CDU-Vorstandsmitglieder Klaus P. Dietrich und Klaus H. Budde sowie die BV-Fraktionsmitglieder Heike Bremser und Gerd Romberg teilnahmen, keine Stellung zu dem Vorfall – er fehlte unentschuldigt. „Dennoch erwarte ich vom ihm noch eine schriftliche Rücktrittserklärung mit Unterschrift“, möchte die Parteichefin zeitnah auch einen formalen Schlussstrich unter die Personalie ziehen.
Vor seiner inoffiziellen Rücktrittserklärung in Form einer Pressemitteilung vom Dienstagabend hatte der selbstständige Handwerker jedoch noch zu einer Vorstandssitzung der CDU Haspe für den kommenden Dienstag, 14. Februar, eingeladen. „Von diesem Termin erwarten wir, dass sich der Vorstand zumindest vom Stil der Erklärung von Frau Grosch, der sich Herr Grosch ja angeschlossen hat, ausdrücklich distanziert“, formulierte Carmen Knollmann gestern die Position der Kreispartei, die im Geiste der Meinungsfreiheit auf einer inhaltlichen Rücknahme der Erklärung gar nicht bestehen möchte.
Gleichzeitig verständigte sich die Runde darauf, dass bei strittigen Themen wie der Torhaus-Debatte die Kommunikation zwischen einer Ortsunion und der Ratsfraktion künftig verbessert werden müsse, um den Politikern vor Ort Gelegenheit zu geben, ihre Sichtweisen direkter deutlich zu machen. „Wir brauchen einfach eine bessere Rückkopplung“, setzt Knollmann auf eine neue Kultur der Sachdiskussion innerhalb der Hagener CDU.
Ansonsten baut die Kreisvorsitzende in den nächsten Wochen auf die Selbstreinigungskräfte ihrer Hasper Parteifreunde. Die Führung der Ortsunion übernimmt zunächst der stellvertretende Vorsitzende Hubert Heim. Zu der Frage, ob mittelfristig auch eine Fusion der Ortsunionen in Westerbauer (21 Mitglieder) und Haspe (75 Mitglieder) angedacht sei, wollte sich Knollmann gestern noch nicht abschließend äußern. Die scheidende Kreisvorsitzende behält sich jedoch einen entsprechenden Vorstoß beim turnusmäßigen Kreisparteitag im Mai vor.
18:33
Der veröffentliche Kommentar entspricht im Wortlaut nicht dem Manuskript das von
Frau Sabine Grosch als Leserbrief zur Veröffentlichung eingereicht wurde.
Für die Redaktion braucht sich das Ehepaar Grosch wohl nicht zu entschuldigen.
Dies wäre die Pflicht des Oberbürgermeisters, der gesamten CDU-Fraktion sowie allen
Lesern die in Unkenntnis über das Ehepaar Grosch hergezogen sind.
02:12
Kritische und kontroverse Stimmen sind halt in einer Dehmokratie nicht so ohne Weiteres erwünscht!
22:57
@ jadann #1
Heute war in der Westfalenpost zu lesen, daß der Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung (Do, 9.2.2012) das Dehmsche Torhaus endgültig mit "breiter Mehrheit" durchgewinkt hat. Und jetzt dürfen Sie dreimal raten, welcher Art diese Sitzung war. Genau, sie war - wie immer in dieser Angelegenheit - nicht-öffentlich!
Das Torhaus soll doch der Hasper Stadtentwicklung zugute kommen, liegt also im Interesse zumindest der Hasper Bürger. Und ich frage jetzt nochmal - welche Details dieser Vereinbarung sind so geheim, daß sie nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen?
Mit Transparenz hat das absolut gar nichts zu tun. Soll es ja auch nicht - denn die Mafia hasst Transparenz abgrundtief.
18:43
ich würde mich nicht entschuldigen. der ob und die anderen spitzenpolitiker haben sich auch nie entschuldigt, selbst dann, wenn sie bockmist gebaut haben. oder haben sich demnitz und grehlich bei uns hagener bürger dafür entschuldigt, dass sie die derivatgeschäfte abgeschlossen und der stadt millionen euro verluste eingebrockt haben? wegen seiner freien meinungsäußerung muss sich niemand in unserem land entschuldigen. erst recht nicht, wenn leute wie wullf, guttenberg, koch-mehrin usw. ihre mitbürger verarschen.
Sehe ich genauso. Und dieser ach so "üble Attacken-Stil" war doch noch einigermaßen glimpflich. Wenn Frau Grosch Kölnerin wäre, hätte sie wahrscheinlich noch deutlichere Worte gewählt.
15:47
und was passiert denn, wenn ich mich nicht entschuldige? werde ich dann aus der partei ausgeschlossen? und was heißt selbstreinigungskräfte? bin ich deswegen schmutzig?
15:20
das nennt man sippenhaft, oder? soll jetzt jedes hasper mitglied schriftlich seine treue zum oberbürgermeister erklären und zu den beschlüssen der hasper bezirksvertretung gleich mit, und das auch noch für die zukunft, damit frau k. ruhig schlafen kann?
12:54
Frau Knollmann soll sich nicht so künstlich aufregen. Ihr Verhältnis zum OB Dehm ist doch auch nicht das beste. Mich sollte es nicht verwundern, wenn sie sich insgeheim gefreut und die Hände gerieben hat. Das wäre doch nur menschlich.
12:38
jadann, kann darf sich nicht wundern wenn durch geheime absprachen/sitzungen, die an die öffentlichkeit gelangen, stress entsteht!